Jahrestag: Am 10. Februar 1962 spielt die Glienicker Brücke zwischen Potsdam und Berlin eine zentrale Rolle mitten im Kalten Krieg - mit einem spektakulären Agentenaustausch zwischen Ost und West
Von unserem Mitarbeiter Ulrich Zander
Die DDR nannte sie "Brücke der Einheit", dabei war sie eher stählernes Symbol der deutschen Teilung. Während dieser Zeit verrottete die elegante Konstruktion aus dem Jahre 1907 abgeriegelt und verwaist über der Havel. Vor 50 Jahren erwachte sie kurz aus ihrem Dornröschenschlaf - zum ersten und hochkarätigsten Agentenaustausch des Kalten Krieges.
Die "Brücke der Spione" geriet noch weitere zweimal in die Schlagzeilen.
An der Nahtstelle zwischen Berlin und Potsdam wurde 1660-1680 zunächst eine Holzbrücke gebaut. 1831-1834 errichtete Baumeister Karl Friedrich Schinkel eine Ziegelbrücke mit zehn Bögen und einer hölzernen Klappkonstruktion für die Schifffahrt. Sie musste 1907 einer Stahlkonstruktion weichen. Diese wurde gegen Ende des Zweiten Weltkriegs durch eine Bombe zerstört. Der reparierte Viadukt wurde 1949 von der DDR als "Brücke der Einheit" wiedereröffnet.
Die Glienicker Brücke, auf der früher Stacheldraht und Soldaten die innerdeutsche Grenze sicherten, ist heute ein idyllischer Ausflugsort. "Der Blick von der Glienicker Brücke wetteifert mit den schönsten Punkten der Welt" soll schon Alexander von Humboldt gesagt haben. Eingeschlossen von der Havel mit dem Jungfernsee im Norden und der Glienicker Lake im Süden, ermöglicht sie einen wunderbaren Ausblick. An die ehemalige Grenze erinnert kaum mehr etwas.
Syrien: Ein Flüchtling berichtet am Telefon von den "Schrecken und Massakern", die er in seiner Heimat erlebt hat / In der Hauptstadt dagegen lässt sich der russische Außenminister feiern
Von den dpa-Korrespondenten W. Hamzah, B. Imhoff, A. Clasmann
Er hat das Blutbad in Homs selbst erlebt - und konnte flüchten. Schwer verletzt rettete sich der Syrer Abu Abedo über die libanesische Grenze und berichtet nun vom Horror in Homs, wo die Truppen des Assad-Regimes die Opposition brutal niederschlagen, während in Damaskus der russische Außenminister auf Zeit spielt.
Deutschland: Festnahme von zwei mutmaßlichen Spionen des syrischen Geheimdienstes in Berlin schlägt auch im dortigen Abgeordnetenhaus Wellen
Der Verfassungsschutz hatte sich an ihre Fersen geheftet, jetzt schlugen die Ermittler zu - und nahmen in Berlin zwei mutmaßliche syrische Spione fest. Sie seien dringend verdächtig, seit Jahren für einen syrischen Geheimdienst in Deutschland lebende Oppositionelle beobachtet und ausgeforscht zu haben, teilte die Bundesanwaltschaft gestern in Karlsruhe mit. Sechs weitere Beschuldigte sollen ihnen dabei geholfen haben.
Seit fast einem Jahr demonstrieren Menschen in Syrien gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad. Bei den Protesten sollen nach Schätzungen bis zu 6000 Menschen gestorben sein.
20 Jahre Maastrichter Vertrag: Im Dreiländereck profitieren alle vom Euro / Peter Harkema, Direktor des Château Neercanne, erzählt von seinen (kulinarischen) Erinnerungen an den Gipfel
Von unserem Redaktionsmitglied Walter Serif
Früher war Maastricht "nur" die Hauptstadt der niederländischen Provinz Limburg. Inzwischen kennt jeder in der Welt die Geburtsstätte des Euro. Vor genau 20 Jahren legten die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Gemeinschaft dort die Basis für die gemeinsame Währung.
Nach zähem Ringen hatten die damals zwölf Mitglieder der Europäischen Gemeinschaft im Dezember 1991 beim Gipfeltreffen im niederländischen Maastricht den Vertrag über die Europäische Union beschlossen. Er wurde am 7. Februar 1992 ebenfalls in Maastricht vom Europäischen Rat unterzeichnet. Schon kurz darauf bürgerte sich allgemein die Bezeichnung "Maastrichter Vertrag" ein. Er trat am 1. November 1993 in Kraft und erweiterte die Römischen Verträge (1957).
Der Maastrichter Vertrag war die Basis für die Einführung des Euro. Vor allem in Deutschland hatte es darüber einen erbitterten Streit gegeben. Bundesbankchef Karl Otto Pöhl stand dem Euro kritisch gegenüber und vertrat die "Krönungstheorie". Demnach sollte die gemeinsame Währung die Bildung einer Wirtschafts- und Währungsunion abschließen und nicht erst einleiten. Am Ende setzte sich der damalige Kanzler Helmut Kohl durch.
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