. . . ist das Überraschungsgeschenk, das die Krankenhausapotheke zu ihrem 100. Geburtstag anno 2009 bekommen hat, gestern offiziell in Betrieb genommen worden. Nicht von ungefähr prangte zur Einweihung auf der Einladungskarte in Großbuchstaben "Wirkstoff: Konjunkturförderprogramm". Denn dieses hatte es der Universitätsmedizin ermöglicht, den anvisierten Neubau drei Jahre früher zu realisieren. Die Sache mit dem lieben Geld geht aber nicht immer so glatt über die Bühne, wie ein Blick in die Geschichte zeigt. Beispielsweise stand im 17. Jahrhundert - damals wurden auch hier die ersten Apotheken gegründet - der Konkurrenzkampf im wahrsten Sinne auf Messers Schneide. Selbst Scharfrichter übten sich im einträglichen "Arzneien", wie ein historisches Mannheimer Ratsprotokoll belegt. Erst ein kurfürstliches Dekret von 1709 gewährte "gelernten" Pharmazeuten "das Privilegium Exclusivum". Der Kampf ums Geld bereitete auch dem ersten Leiter der Krankenhausapotheke Kopfzerbrechen - denn schon 1911, zwei Jahre nach der Eröffnung, hatte er mehr ausgegeben, als der Etat vorsah. Mit 17 297 Mark (im ersten Betriebsjahr) sollten nicht nur Medikamente, sondern auch Fett- und Schmierseife sowie Badesalz finanziert werden. Knapp vier Jahrzehnte später, als das Budget bereits um die 350 00 Mark betrug, machte ebenfalls das liebe Geld zu schaffen. Ein Beratungsunternehmen bestätigte zwar 1949, dass die Krankenhausapotheke "gut geführt" sei, mahnte aber wirtschaftliches Verhalten beim Medizin-Verordnen an - was auch Klinikärzten in die Anstellungsverträge geschrieben werden müsste. wam
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