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Dienstag, 22.05.2012

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Fußball: 1. FC Kaiserslautern erleidet mit verdientem 0:1 gegen Köln einen schweren Rückschlag im Abstiegskampf

Alarmstufe Rot am Betzenberg

Von unserem Redaktionsmitglied Alexander Müller

Ariel Borysiuk sah früh die Gelb-Rote Karte.

Ariel Borysiuk sah früh die Gelb-Rote Karte.

© dpa

Kaiserslautern. Ein großer Lauterer hat die unerbittliche Abwärtsspirale, in die ein Verein im Fußball geraten kann, philosophisch-prägnant auf den Punkt gebracht: "Haste Scheiße an den Füßen, haste Scheiße an den Füßen." Andreas Brehme war dabei, als der 1. FC Kaiserslautern nach der Saison 1995/1996 abstieg. Auch in dieser Spielzeit droht den Pfälzern das schlimmste aller Schicksale: Spätestens nach dem ernüchternden 0:1 (0:0) gegen den 1. FC Köln herrscht rund um den Betzenberg Alarmstufe Rot.

"Der Spieltag lief eigentlich für uns. Wir hätten uns von der Konkurrenz absetzen können. Diese Chance haben wir vertan. Deshalb ist das heute ein sehr bitterer Moment", analysierte ein niedergeschlagener FCK-Kapitän Christian Tiffert die erste Heimniederlage gegen den FC seit 22 Jahren, mit der Lautern weiter auf Relegationsrang 16 feststeckt.

Der große Unglücksrabe aufseiten der "Roten Teufel" hieß Ariel Borysiuk. Der polnische Mittelfeldmann, nach tagelangem Transferhickhack zum FCK gestoßen, schwächte das Team bei seiner Betze-Premiere entscheidend, als er sich in der 40. Minute nach einem Foul gegen Kölns Slawomir Peszko eine völlig überflüssige Gelb-Rote Karte abholte. Während Trainer Marco Kurz von einer "knallharten" Entscheidung sprach, tadelte Tiffert den 20-Jährigen: "Er wird davor schon ermahnt und darf dann in der gegnerischen Hälfte nicht so hingehen. Schon sein erstes Foul war dunkelgelb."

Gelb-Rot für Debütant Borysiuk

"Das hat uns natürlich in die Karten gespielt", sagte der frühere Hoffenheimer und jetzige Kölner Linksverteidiger Christian Eichner zur vorentscheidenden Szene des Spiels. Schon bei numerischer Gleichheit waren die Rheinländer gegen nervöse Lauterer die bessere und gefährlichere Mannschaft, unter anderem köpfte Kevin McKenna nur an den Pfosten (23.). Die größte - und einzige echte - Torchance der Kurz-Elf entschärfte FC-Keeper Michael Rensing, als er einen Kopfball von Itay Shechter abwehrte. "Das war eine Matchwinner-Parade", lobte Kölns Trainer Stale Solbakken.

Doch in Überzahl stellten die Gastgeber ihre Angriffsbemühungen fast komplett ein, während Köln die Partie mit "gefühlt 80 Prozent Ballbesitz" (Eichner) nach Belieben diktierte - ohne aber die zur Pause mit Oliver Kirch für Stürmer Itay Shechter stabilisierte FCK-Defensive wirklich in Gefahr zu bringen.

Erst ein Doppelwechsel beim FC sorgte für die Entscheidung. Der Schwede Mikael Ishak zwang Lauterns Schlussmann Kevin Trapp schon Sekunden, nachdem er den Platz betreten hatte, zu einer Glanztat (70.). Und nur anderthalb Minuten später setzte der zweite Kölner Joker Odise Roshi einen Clemens-Eckball zum 0:1 ins Lauterer Tor (72.). "In Unterzahl darf man kein Tor nach einer Standardsituation kriegen. Das ist das Ärgerlichste am heutigen Tag", seufzte Tiffert. Und Anthar Yahia, ein weiterer Debütant im FCK-Dress, ergänzte: "Da waren wir nicht wach genug. Das muss sich schnell ändern."

Am besten schon am kommenden Wochenende, wenn die im Jahr 2012 noch sieglosen Pfälzer zum großen FC Bayern reisen. Trainer Kurz sprach davon, die "enttäuschende Niederlage" zu analysieren, um dann "nach München zu fahren, um dort zu punkten". Es klang ein wenig nach Durchhalteparole.

© Mannheimer Morgen, Montag, 06.02.2012

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