Handel:
Im Stadthaus N 1 stehen fünf Erdgeschoss-Läden leer / Mexikanisches Restaurant eröffnet demnächst
Auf der Suche nach dem „einen“ Mieter
Von unserem Redaktionsmitglied Roger Scholl
450 Quadratmeter stehen im Erdgeschoss des Stadthauses derzeit leer.
© Prosswitz
Erinnern Sie sich noch? Piazzetta? Da war doch mal was? Richtig - eines von vielen Konzepten, mit denen die Eigentümer der Handelsflächen im Stadthaus N 1 versucht hatten, die Lage zu beleben und dort langfristig den Geschäftserfolg zu sichern. Gescheitert. Genau wie Jahre später das Bio-Center, das - als eine Art Öko-Konsum-Gesamtkunstwerk ersonnen - mangels Masse ebenfalls den Weg alles Irdischen ging. Jetzt stehen schon wieder fünf Flächen im Erdgeschoss der Immobilie am Paradeplatz leer - und bei der LBBW Immobilien als Co-Eigentümer der Lage setzt sich allmählich die Erkenntnis fest, dass mit kleinflächigen Läden in N 1 kein Blumentopf zu gewinnen ist. Der Leerstand soll sich nun, so die neue Idee, mit großflächigem Handel und mit Gastronomie füllen. Ein Gedanke, der die Mannheimer Handelsorganisationen nicht unbedingt zu Begeisterungsstürmen hinreißt.
Skepsis beim Verband
Man könnte ihn als skeptisches Hintergrundsummen beschreiben, jenen Grundton, der bei all ihren Kommentaren zum Thema "Handel im Stadthaus" mitschwingt: "Wir sehen die Entwicklung dort noch immer mit Sorge", hebt Dr. Oliver Seifert, der Geschäftsführer des Einzelhandelsverbands an, um dann seinen Satz verhalten optimistisch fortzuführen: "Großflächige Vermietung wie bei Rewe könnte ein Weg sein". Das frische Lebensmittelkonzept des Handelsriesen gehe offensichtlich auf. "Aber kleinteilige Vermietung? Nein, das darf man wohl als gescheitert betrachten." Wenn überhaupt, dann müsse "noch ein Magnet" her, der die Kundschaft hineinzieht in eine "ansonsten eher schwierige Handelslage".
Lutz Pauels, der Chef der Werbegemeinschaft City, sieht es ähnlich - wenn auch drastischer: "Kleinflächig geht schon gar nicht, es haben ja viele probiert in den vergangenen Jahren." Er freilich hege allerdings durchaus Zweifel allgemeinerer Art, ob das Stadthaus sich in seiner Gesamtheit - "außer Lebensmittel" - überhaupt als Handelslage eigne: "Wir hatten ja andere Ideen, ein Haus des Mannheim-Marketing schwebte uns vor", das Kulturhauptstadt-2020-Management könne da gut aufgehoben sein, die Tourist-Info und ein Bundesgartenschau-Büro seinen Sitz beziehen, "und natürlich das Stadtmarketing - und warum nicht auch wir als Werbegemeinschaft".
In Stuttgart bei der LBBW Immobilien, die die Flächen vermarktet, sieht man das erwartungsgemäß etwas anders: Man suche für eine 450 Quadratmeter große Fläche einen guten Einzelhandelsmieter, "damit das Thema langfristig erledigt ist", wie ein Sprecher hoffnungsfroh formuliert. Interessenten gebe es bereits, für die Fläche im rückwärtigen Bereich, dort, wo das Bio-Restaurant früher seine Dinkelpizza servierte, habe man sogar bereits einen Abschluss getätigt. Ein mexikanisches Restaurant werde dort in den kommenden drei Wochen den Herd anheizen. In direkter Nachbarschaft zur N 1-Lounge, die längst bewiesen hat, dass gute Gastronomie-Konzepte im Stadthaus ihre Kundschaft finden.
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