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Sportler im bürgerlichen Gewand

Test: Audi A3 1.8 TFSI quattro

Von Günter Weigel/SP-X

Die Kompaktklasse ist das Volumensegment auf dem deutschen Markt, was nicht zuletzt am Dauerbestseller VW Golf liegt. Dessen nobler Bruder kommt aus Ingolstadt und sprengt preislich locker die Grenzen dieser eigentlichen bürgerlichen unteren Mittelklasse. Aber ist er den Auf-Preis auch wert?

Unter winterlichen Bedingungen ist ein Allradantrieb etwas besonders Feines

© Audi

Der A3 ist ein fahraktives Exemplar der Gattung Kompaktwagen

© Audi

Zur Kraftverteilung verfügt der Quattro zudem über das sechsgängige Doppelkupplungsgetriebe S-Tronic

© Audi

Ein schöner Sport-Wagen, aber die meisten Menschen werden mit einem etwas weniger dynamischen A3 besser zurecht kommen

© Audi

Sportsitze mit ausgeprägten Seitenwangen runden das Paket ab

© Audi

Die Sportsitze sind eng geschnitten

© Audi

Wenn es dem Esel zu wohl wird, geht er aufs Eis. Dort hätte er mit unserem Testwagen jede Menge Spaß, garantiert doch der Quattro-Antrieb in Tateinheit mit 180 durchtrainierten PS das, was noch weiter südlich als Freude am Fahren bekannt wurde. Die Rede ist vom Audi A3 in seiner zivilen Top-Version. Den Pferdetrainer mimt ein Turbolader, der dem 1,8-Liter Vierzylinder ordentlich Leistung zupustet. Der Esel kommt ins Spiel, wenn es um die Ausstattung des Kompaktwagens geht.

Unter winterlichen Bedingungen ist ein Allradantrieb etwas besonders Feines. Das weiß man bei Audi schon lange und hat die Kunst der Kraftverteilung auf vier Räder in den vergangenen dreißig Jahren ständig optimiert. Leichtfüßig bewegt sich der A3 auf festgefahrenen Schneedecken, reagiert exakt auf Gasstöße und kommt unbeeindruckt vom rutschigen Untergrund sicher ums Eck. Das ändert sich auf schneefreier und trockener Piste nicht. Der A3 ist ein fahraktives Exemplar der Gattung Kompaktwagen. Unser Testauto war zudem mit dem sportlichen S-Line-Paket ausgestattet, was dem Eindruck, hier eigentlich einen Sportwagen zu fahren, weiter Nahrung gab.

Zur Kraftverteilung verfügt der Quattro zudem über das sechsgängige Doppelkupplungsgetriebe S-Tronic, dessen Fahrstufen man mittels Schaltpaddeln am unten sportlich abgeflachten Lenkrad blitzschnell wechseln kann. Sportsitze mit ausgeprägten Seitenwangen runden das Paket ab. Alles sehr fein verarbeitet, wie man es von Audi nicht anders erwartet. Man steigt ein, sucht und findet den Startknopf und dann den kürzesten Weg zu kurvigen Landstraßen oder vielleicht einer kleinen Rennstrecke. Dieser A3 will gefordert werden und das macht durchaus Vergnügen, auch wenn der Verbrauch dann knapp das Doppelte der EU-konform gemessenen 6,6 Liter beträgt (CO2-Ausstoß: 152 g/km).

Leider führt nicht jede Tour über einsame Landstraßen oder leere Autobahnen, auf denen man die Höchstgeschwindigkeit von 228 km/h locker erreicht und, glaubt man dem Tacho, auch übertrifft. Leider gibt es so etwas wie Autoalltag und da macht der sportliche A3 keine ganz so gute Figur. Dann fangen die engen Sportsitze an zu drücken, wenn man etwas längere Beine und ein paar überflüssige Pfunde hat, und die Klagen aus dem Fond über unbequeme Sitze waren ungewöhnlich heftig. Außerdem melden sich Schlaglöcher nachdrücklich und überhaupt: Die gesamte sportive Haltung des Wagens kann störend wirken, wenn man einfach nur müde nach der Arbeit nach Hause rollen möchte. Fährt man entsprechend gelassen, liegt der Verbrauch übrigens um 7,5 Liter, was für ein Auto dieser Leistungsklasse in Ordnung geht.

Weniger in Ordnung scheint uns für ein Kompaktklassemodell - auch wenn es "Premium" darstellen soll - die Aufpreispolitik. Zum Einstiegspreis von immerhin 33.550 Euro gesellten sich im Falle unseres Testexemplars insgesamt 34 Extras zum Preis zwischen 30 Euro für den vorderen Aschenbecher bis 2.724 Euro für das Navigationssystem. In Summe kommen so 49.960 Euro zusammen und es gibt weitere Möglichkeiten, den Kaufpreis zu erhöhen. Vieles davon ist sinnvoll, manches gewöhnungsbedürftig, wie die MMI-Touch-Funktion, die wir ein ums andere Mal versehentlich betätigten. Manches scheint aber auch einfach albern. Wieso benötigt ein Fahrzeug mit Automatik einen Anfahrassistenten für 80 Euro? Zugegeben, auf diesen Betrag kommt es dann auch nicht mehr an.

Fazit: Ein schöner Sport-Wagen, aber die meisten Menschen werden mit einem etwas weniger dynamische daherkommenden A3 besser zurecht kommen. Beim Ankreuzen der Extras sollte man sich vor Eseleien hüten.

Audi A3 quattro - Technische Daten

dreitüriges, fünfsitziges Fahrzeug der Kompaktklasse; Länge: 4,24 Meter, Breite: 1,78 Meter (mit Außenspiegeln 1,97 Meter) , Höhe: 1,42 Meter, Radstand: 2,60 Meter, Kofferraumvolumen: 365 Liter

1,8-Liter-Benzinmotor, Allradantrieb, Sechsgang-Doppelkupplung, 132 kW/180 PS, maximales Drehmoment: 280 Nm bei 1.350 - 4.500 U/min, Vmax: 228 km/h, 0-100 km/h: 6,7 s, Durchschnittsverbrauch: 6,6 l/100 km, CO2-Ausstoß: 152 g/km, Effizienzklasse: D, Testverbrauch: 7,5 Liter

Preis: ab 33.550 Euro

Audi A3 quattro - Kurzcharakteristik

Alternative zu: A3 mit Schneeketten

Passt zu: sportiven, schlanken und solventen Fahrern

Sieht gut aus: in Misanrot-Perleffekt (Aufpreis: 650 Euro)

© Spot Press Services GmbH, Donnerstag, 07.02.2013
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