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Internet: Soziale Netzwerke bieten polizeilichen Ermittlern viele Möglichkeiten - doch wo beginnen die datenschutzrechtlichen Bedenken?Fahndung per Facebook - eine Gratwanderung![]() Bei Datenschützern steht Facebook in der Kritik, die Polizei freut sich dagegen über Fahndungserfolge dank des Internet-Netzwerks. (Bild: dpa) Informationen, die auf Facebook öffentlich einzusehen sind, können auch von der Polizei für Ermittlungen verwendet und ausgewertet werden. Datenschutzrechtlich ungeklärt bleibt, ob eine personenbezogene Fahndung per Facebook zulässig ist. Mithilfe von in sozialen Netzwerken veröffentlichten Bildern versucht die Polizei zudem, Verkehrssündern das Handwerk zu legen. So können Fotos zum Beispiel Auskunft darüber geben, ob die betreffende Person bei einer gemessenen Geschwindigkeitsübertretung am Steuer saß. Wie sieht die neue Flamme des Exfreundes aus? Mit wem ist sie befreundet? Wo geht sie am Wochenende aus? Um an solche Informationen zu gelangen, ist es naheliegend, erst einmal in sozialen Netzwerken zu stöbern. Ein paar Klicks, und oft weiß man mehr, als man eigentlich wissen wollte. Diese Möglichkeiten machen sich aber nicht nur die User zunutze, sondern auch die Polizei. Der amerikanische Geheimdienst FBI (Federal Bureau of Investigation) musste sich jetzt öffentlich dazu bekennen, sich durch Erstellung eines falschen Profils Informationen zu Verdächtigen zu beschaffen. Die Frage, ob das rechtmäßig ist, da solch ein Verfahren gegen die Nutzungsbedingungen von Facebook verstößt, bleibt zunächst offen. Das deutsche BKA (Bundeskriminalamt) macht im Gegensatz zum FBI keine Angaben zu möglichen Ermittlungen in sozialen Netzwerken, halte sich aber an die bestehenden Gesetze, wie es heißt. Die Recherche bei Facebook kann natürlich auch zu schnellen Erfolgen führen. So etwa unlängst im Fall der vor der italienischen Insel Giglio sinkenden Costa Concordia. Die Schwester des Oberkellners, der von Giglio stammt, kündigte das Unglück bereits an: Das Schiff fahre gleich sehr, sehr nahe am Ufer vorbei, dass ihr Bruder die Familie grüßen könne. Er werde in Savona, im Hafen von Giglio, von Bord gehen, um Urlaub zu machen. Diese und weitere Indizien sprechen nicht unbedingt für eine Unschuld des Kapitäns des Kreuzfahrtschiffes. Polizei erhofft sich Hinweise in Mord- und VermisstenfällenIm vergangenen Monat hat die Polizei Hannover bei Facebook einen Zeugenaufruf im Fall der ermordeten Studentin Annika B. gestartet und eine Phantomskizze des mutmaßlichen Täters veröffentlicht. Da junge Menschen über soziale Netzwerke viele Informationen über ihr alltägliches Leben bei Facebook mit Freunden teilen, erhoffen sich Ermittler in solchen und ähnlichen Fällen viele Hinweise und schnelle Erfolge. Auch im Falle von vermissten Personen werden die Bilder oft Hunderttausende Male bei Facebook geteilt. Damit kann zur Aufklärung des jeweiligen Falles beigetragen werden. Vor wenigen Tagen hat die Polizei Hannover ihr Erfolgsmodell jedoch aufgrund der Bedenken des niedersächsischen Datenschutzbeauftragten vorläufig eingestellt und die Personensuche über das soziale Netzwerk gestoppt. Michelle Maier
Bergsträßer Anzeiger
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