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Interviews Die BAnane hat die Preisträger Jana Schulz und Alexander Eisenach getroffen

Vom Theater immer noch begeistert

Zum Anlass des alljährlichen Kulturhighlights in Bensheim, der Verleihung des Eysoldt-Rings, wurde am Samstag der rote Teppich vor dem Parktheater ausgerollt. In einem zweistündigen Festakt wurden die Preisträger geehrt. Für ihre Rolle der Rose Bernd in Gerhart Hauptmanns gleichnamigem Stück erhielt Jana Schulz den Eysoldt-Ring.

Die BAnane hat Schulz getroffen:

Neben zahlreichen Theaterauftritten haben Sie auch schon in Fernseh- und Hörbuchproduktionen mitgewirkt. Was davon macht Ihnen denn am meisten Spaß?

Jana Schulz: Am meisten begeistert mich immer noch das Theater. Ich habe damit sehr früh angefangen, und ich bin der Meinung, es hat etwas mit meiner Seele zu tun. Als Kind habe ich meine Emotionen nämlich oft versteckt, aber auf der Bühne kann ich sie jetzt ausleben.

Gibt es ein Theaterstück, in dem Sie unbedingt einmal mitspielen wollen?

Schulz: Ja, ich mag das Stück "Hedda Gabler" sehr, weil es für mich eine ganz besondere Bedeutung hat. Als ich nämlich einmal in einen Schauspieler verliebt war, habe ich mir immer dieses Stück angesehen. Tatsächlich durfte ich auch einmal die Rolle der Hedda Gabler spielen. Das hat aber leider nicht so viel Anerkennung gefunden.

In "Rose Bernd" mussten Sie schlesisch sprechen. Wie war das für Sie?

Schulz: Ich bin eigentlich keine Schauspielerin, die viele Dialekte spricht, aber es war auf jeden Fall spannend, diese Erfahrung zu machen. Wir wurden dabei von einer schlesischen Frau unterstützt, die ein paar Mal zu unseren Proben kam. Am Ende konnten wir das dann so gut, dass wir uns mit dem schlesischen Dialekt sogar wieder etwas zurücknehmen mussten.

Heute Abend wurde auch Alexander Eisenach geehrt. Könnten Sie sich vorstellen, einmal mit ihm zusammenzuarbeiten?

Schulz: Ja. Das, was ich heute von ihm und seiner Arbeit gehört habe, klang sehr interessant.

Mit dem Gertrud-Eysoldt-Ring wird auch regelmäßig der Kurt-Hübner-Regiepreis an junge Regisseure verliehen. Alexander Eisenach wurde für Text und Regie des Stückes "Der kalte Hauch des Geldes" geehrt.

Herr Eisenach, Sie wurden heute Abend für Ihr Wirken als Regisseur als auch für Ihre Leistung als Theater-Autor geehrt. Sie schreiben allerdings nicht alle Stücke selber, bei denen Sie schließlich Regie führen. Ist es leichter, bei einem Stück Regie zu führen, das man selber geschrieben hat?

Alexander Eisenach: Das ist schwer zu sagen. Die Texte, die ich selber schreibe, sind keine Reinschriften. Ich habe also die Möglichkeit, sie noch während der Proben umzuschreiben, je nachdem wie mir gefällt, wie die Schauspieler die Texte auf der Bühne umsetzen. Man schließt somit Interpretationsfehler aus und hat mehr Freiraum. Das ist allerdings auch gleichzeitig der Grund, weshalb es an sich leichter ist, die Regie bei vorgeschriebenen Stücken zu führen - da weiß man, was man sehen will.

Das Stück, für das Sie geehrt wurden, wird als ein "Finanz-Western" bezeichnet. Wie kommt man auf die Idee, die Finanzkrise mit dem Wilden Westen zu kombinieren?

Eisenach: Für mich ist das absolut kein Widerspruch, schließlich geht es auf den Finanzmärkten genauso zu wie im Wilden Westen. Außerdem wollte ich schon immer etwas Westernartiges machen, denn einen kleinen "Wilder-Westen-Fetisch" habe ich schon seit meiner Kindheit.

Wussten Sie damals auch schon, dass Sie ans Theater gehen wollen?

Eisenach: Nein, ich wollte eigentlich immer Drehbuchautor werden und beim Film arbeiten. Tatsächlich Blut geleckt habe ich erst bei meiner Arbeit als Regieassistent beim Theater. Meine visuelle Vorliebe habe ich allerdings behalten, deshalb arbeite ich auch auf der Bühne gerne mit Livevideo. Irgendwann werdet ihr auch mal einen Film von mir sehen.

Mit Ihnen wurde Jana Schulz geehrt. Könnten Sie sich eine Zusammenarbeit mit ihr vorstellen?

Eisenach: Ich kannte sie zwar bisher persönlich nicht; aber ja, warum nicht? Laura Kress / Eva-Lotte Wenderoth

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