Einhausen

Mehrgenerationenprojekt Klaus Schumacher baute mit Erwachsenen und Kindern Nistkästen

Hämmern für aktiven Naturschutz

Archivartikel

Einhausen."Der Bau von Nistkästen ist eine Aktion, die insbesondere Kindern die Vogelwelt näher bringt", erklärte Klaus Schumacher den elf Kindern und zehn Erwachsenen im evangelischen Gemeindehaus. Dorthin hatten die Verantwortlichen des Mehrgenerationenprojekts eingeladen.

Klaus Schumacher, Naturschützer und seit 25 Jahren Mitglied der örtlichen Fledermausschutzgruppe, hatte in Heimarbeit schon mal das Holz zurechtgesägt, um die Nistkästen bauen zu können. Die seien wichtig für Höhlenbrüter wie Kohlmeise, Blaumeise, Sperling, Kleiber oder auch Trauerschnäpper, die jetzt aus Afrika zurückkämen.

Nistkästen seien notwendiger denn je, erläuterte Schumacher. Schließlich seien in den Gärten immer weniger Vögel zu sehen und zu hören. Durch den Bau der Häuschen sollen die Mädchen und Jungen die Wichtigkeit des Vogelschutzes besser verstehen lernen.

Biologische Schädlingsbekämpfer

Vögel seien biologische Schädlingsbekämpfer, erläuterte der Naturschützer. "Ein einziges Meisenpaar mit seinen Nachkommen vertilge pro Jahr etwa 70 000 Raupen und 20 Millionen Insekten", wusste Schumacher. Wer im Garten ein bis zwei Nistkästen aufhängt, brauche daher kein Gift gegen unliebsame Schädlinge zu spritzen. "Naturschutz im Kleinen ist nötiger denn je", betonte Schumacher.

Bei so viel Theorie kam die Praxis nicht zu kurz. Bereits auf der Straße hörte man das vielstimmige Hämmern von Nägeln in Holz. Kinder und Erwachsene bewiesen viel Geschick, als sie die mit brauner Fassadenfarbe gestrichenen Bretter zusammenbauten. Schlag auf Schlag wurde Nagel um Nagel ins Holz getrieben und es entstand ein Nistkasten nach dem anderen. Es war so laut, dass kaum das eigene Wort zu verstehen war.

Selbst die zweieinhalbjährige Marie, die selbst noch keinen Nistkasten bauen konnte, hämmerte munter drauflos. Dabei hinderte sie auch nicht der Schnuller im Mund.

Hämmer hatten die Teilnehmer selbst mitgebracht. Eine Zange lieferte Klaus Schumacher. Schließlich musste auch der ein oder andere krumme Nagel wieder herausgezogen werden. Der Deckel mit dem Flugloch ist beweglich und kann herausgenommen werden, um den Kasten zu reinigen.

Bemalt wurden die Behausungen für gefiederte Bewohner von den Kindern mit bunter Acrylfarbe. Vor dem Eingangsloch wurde zudem eine kleine Sitzstange angebracht. Als Aufhängung dient ein zuvor zurechtgeschnittenes Lochblech.

Klaus Schumacher gab dabei gerne Hilfestellung. Zum Schluss wurden die Kästen mit Teerpappe auf der Oberseite wasserdicht gemacht. "Auch Vögel schätzen in ihren Häusern ein wenig Komfort und wollen nicht nass werden", meinte ein Teilnehmer. ml

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