Einhausen

Friedhöfe Bürgermeister Glanzner weist Kritik der SPD zurück / Gemeinde ist nicht untätig

Manches ist nur in Handarbeit machbar

Lorsch.Friedhöfe sind Orte der Trauer - traurig aussehen sollen sie deshalb aber nicht. Vielerorten werden inzwischen parkähnliche Landschaften als Wunschziel angestrebt. Dass die Einhäuser Friedhöfe dieses Ideal bislang nicht erreicht haben, kann jeder sehen, der die Areale im Norden und Süden der Gemarkung in den vergangenen Tagen besuchte. Auch Bürgermeister Helmut Glanzner räumt ein, dass die Einhäuser Friedhöfe noch "nicht in einem guten Zustand sind". Den Vorwurf aber, dass die Verwaltung nichts unternehme, um das zu ändern, weist er entschieden zurück.

Die Einhäuser Sozialdemokraten hatten jüngst zu einer Friedhofsbegehung eingeladen und dabei jede Menge Kritik geübt (BA berichtete). Ihnen missfiel unter anderem der Anblick der stark ausgedünnten Gräberreihen, sie störten sich an Unkraut, sie wiesen auf Risse in der Mauer am Eingang des Süd-Friedhofs hin und bemängelten die Aufstellung der grau-braunen Betonstelen als unschöne Schnellschuss-Aktion. Vor allem aber erklärte die SPD-Runde: "Nichts wird gemacht."

Einhellig für die Urnenwände

Bei aller Kritik sollte man fair und sachlich bleiben, entgegnet darauf Bürgermeister Glanzner. Er erinnert daran, dass die Anschaffung der grau-braunen Urnenwände, die auch die Anbringung von Blumenschmuck ermöglichen, in allen gemeindlichen Gremien Thema war und letztlich einstimmig beschlossen wurde. Auch die SPD sei mit von der Partie gewesen, so Glanzner.

Auch über die von der SPD in die Welt gesetzten Befürchtungen, Beerdigungen könnten samstägliche Grillrunden im Neubaugebiet Im Knippel stören, weil die Grundstücke nah an die niedrigen Friedhofsmauern heranreichen, kann er nur den Kopf schütteln. Schließlich gibt es samstags überhaupt keine Beerdigungen in Einhausen.

Der Verwaltungschef erinnert daran, dass der Pflegeaufwand auf den Friedhöfen groß ist. Vor allem seit auf das umstrittene Mittel Glyphosat verzichtet wird, ist viel mehr Handarbeit für die Unkrautvernichtung nötig. Die Mitarbeiter des Bauhofs sind zudem natürlich nicht nur auf dem Friedhof im Einsatz.

Mit fünf Euro ist es nicht getan

Die Rechnung des SPD-Vorsitzenden, der beim Rundgang erklärt hatte, mit Rollrasen ließe sich schnell ein besserer Eindruck erzielen, weil ein Quadratmeter schon für fünf Euro zu haben sei, ist nach Meinung von Praktikern eine Milchmädchenrechnung. Schließlich lasse sich der Rollrasen nicht einfach auf Sand setzen. Mindestens sei Mutterboden auszutauschen.

Gelegentlich wird sogar ein Erdgrab per Hand ausgehoben, um die Leihgebühr für einen Bagger zu sparen, wissen Friedhofsbesucher. Das dauert dann selbstverständlich etwas länger als die maschinelle Alternative, so wie auch die Pflegearbeit mit der Hacke ihre Zeit benötigt. Es ist zudem oft technisch gar nicht möglich, mit großen Geräten durch die Gräberreihen zu fahren.

Die Defekte an Tor und Mauer sollen in 2017 behoben sein, so Glanzner. Ein Grünflächen-Kataster sei beauftragt, ein Friedhof-Katasterplan erstellt, die Standfestigkeit von Grabsteinen sei überprüft worden. Die Verwaltung hat zudem Friedhöfe andernorts besucht, um Anregungen mitzunehmen. Man befinde sich im Zeitplan, betont Helmut Glanzner.

Die hohe Nachfrage nach Urnengräbern wird schon bald die Aufstellung neuer Stelen erfordern. Zudem soll es bald auch die Möglichkeit von Baumbestattungen in Einhausen geben. Bis April soll es einen weiteren öffentlichen Termin zum Thema Friedhöfe geben. sch/red

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