Elektromobilität

Elektromobilität Stammtisch-Mitglieder testeten Ladesäulen

Auf der Suche nach Strom

Heppenheim.Wer sich ein Elektroauto anschafft, braucht derzeit noch viel Pioniergeist. Noch fehlt es an öffentlichen Ladestationen. Wer das Auto deshalb nicht in der eigenen Garage aufladen kann, hat ein Problem. Der Stammtisch Elektromobilität hat sich auf die Suche nach vier öffentlichen Ladesäulen in Heppenheim gemacht, wie das Mitglied Peter Dambier berichtet. Installiert sind die Säulen des Bensheimer Energieversorgers GGEW bereits seit Dezember.

Noch fehlen die Hinweisschilder

Eine Ladestation steht auf dem Graben in der Nähe eines Ticketautomaten und des Fastnachtsbrunnens. Zwei Lademöglichkeiten sind direkt an der Einfahrt der Tiefgarage Innenstadt (Zwerchgasse), eine weitere in der Tiefgarage Altstadt an der Gräffstraße. Doch noch fehlen die Hinweisschilder auf die neuen Möglichkeiten für Elektrofahrzeuge. Nur wer weiß, dass es sie gibt, findet die Ladesäulen. Dambier schreibt deshalb von geheimen Dosen. Ladekabel für die Säulen sind im Bürgerbüro von Stadt und Kreis am Graben deponiert und in der Parfümerie Hillenbrand-Herold, Friedrichstraße 17, in der Innenstadt.

Doch mit dem Kabel in der Hand stieß der Stammtisch Elektromobilität auf das nächste Problem: "Wir waren zu siebt, und keiner hat das passende Auto gehabt", betont Dambier. Für den Mitsubishi i-Miev und die Renault Twizys habe der Stecker nicht gepasst. Für den Renault Zoe sei das Kabel ebenfalls nicht zu gebrauchen gewesen, weil es nur eine Phase habe, der Zoe aber drei Phasen brauche, um schneller laden zu können. Aus Sicherheitsgründen habe man deshalb das Kabel mit nur einer Phase nicht ausprobiert.

Dambier macht sich auch weitere Gedanken über die Sicherheit. Das Steuergerät sei unmittelbar an dem Kabel befestigte, hänge bei Regen und Sonne "an der Luft" und biete möglicherweise einen Anreiz für Vandalen. Das Kabel sei auch relativ kurz, sodass es Probleme gebe, wenn die Parkplätze zugeparkt seien.

Auch das Prozedere hält Dambier für verbesserungsfähig: Im Bürgerbüro müsse man den Personalausweis hinterlegen, um das Ladekabel ausleihen zu können. Es sei jedoch erst einmal nicht vorgesehen gewesen, dass dann jemand anderer als der Ausleiher das Kabel zurückgebe, was man aus logistischen Gründen getan habe. Für Touristen, die irgendwann weiterwollten, sei diese Regelung "arg iwwerzwerch".

GGEW erklärt mögliches Problem

Wie Sascha Quadt von der Assistenz der Bereichsleitung bei GGEW zum Kompatibilitäsproblem erläutert, hat sich der Energieversorger bewusst für Ladedosen Typ 2 entschieden. Dies entspreche der Europäischen Norm und werde bei allen neuen Elektrofahrzeugen verwendet. Wer noch ein Typ-1-Fahrzeug habe, wie beispielsweise einen Opel Ampera von der alten Bauart, müsse selbst einen Adapter mitbringen.

Wie aus der Stadtverwaltung zu erfahren ist, sind die Hinweisschilder für die Ladesäulen längst in Auftrag gegeben. Dort soll dann beispielsweise draufstehen, dass die Parkplätze nur für Elektrofahrzeuge während des Ladevorgangs freigegeben sind und wo die Ladekabel zu finden sind. Die Ladesäulen sollen jetzt am 27. März offiziell eingeweiht werden. mam

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