Lautertal

Reichenbach Einrichtung feierte das dreijährige Bestehen mit einem "Tag der offenen Wiese"

Geburtstagsfest im Naturkindergarten

Archivartikel

Reichenbach.Seinen dritten Geburtstag feierte der Naturkindergarten Lautertal in Reichenbach auf seiner idyllischen alten Streuobstwiese. Unter den Gästen waren auch junge Eltern, die sich diesen etwas anderen Kindergarten anschauen wollten.

Derzeit sind elf Kinder in der Einrichtung angemeldet. "Wir haben noch Plätze frei", warb Christian Scales, der stellvertretende Vorsitzende des Vereins Naturkindergarten Lautertal, um Anmeldungen. Dieser Verein ist Träger des Naturkindergartens, der als einziger in Lautertal selbstverwaltet ist. Finanzielle Unterstützung gibt es von der Gemeinde Lautertal für die Einrichtung, die sich ansonsten über die Elternmitgliedschaften, Spenden und den monatlichen Beiträgen finanziert.

Bis zu 20 Kinder können betreut werden. Sie erleben einen anderen Kindergartenalltag als ihre Altersgenossen, aber es gibt auch die kindergartentypischen Standards, die auf die Schule vorbereiten.

Zum Geburtstagsfest hatte sich die Einrichtung hübsch gemacht und interessante Gäste eingeladen. "Wir haben unseren Barfußpfad frisch befüllt und auch unser Holz-Schiff ist fertig", berichtete Leiterin Silke Kropp. Aus Weidenruten wurden Tipis gebaut, die sich jetzt noch begrünen müssen und dann im Sommer kühle schattige Plätze bieten.

Tipis aus Weidenruten

"Auch unseren Garten konnten wir mit den Weidenruten eingrenzen", stellte Julia Scales, die für die Büroarbeiten zuständig ist, den Gemüsegarten vor. Im Naturkindergarten erleben die Jungen und Mädchen nicht nur die Jahreszeiten unmittelbar, sie bekommen auch ein Gefühl für das Werden und Vergehen. Der Anbau von Gemüse gehört zu den Inhalten: Selbst gezüchtete und geerntete Möhren und Radieschen schmecken nun mal ganz anders als gekaufte.

Am Eingang zur Streuobstwiese wurde ein neues Beet angelegt. "Wir pflanzen Blumen, die für Bienen interessant sind", erzählte Christian Scales, während Mütter ihren Kindern halfen, Pflanzen einzubuddeln. Der Bienenexperte und Imker Ulrich Riecker zeigte seine Bienen in einem Anschauungskasten, einige Waben und weitere Imkerutensilien. Riecker beriet den Naturkindergarten zu der Bienenweide und zu passenden Pflanzen. In Äste von Obstbäumen durften die Kinder Löcher bohren. Das wurde dann ein Bienenhotel.

Lena Weimar hatte zwei kleine Ziegen dabei, die gestreichelt werden durften. Sie erzählte mit den Kindern auf dem Boden sitzend auch über das Leben ihrer Lamas und anderer Tiere.

Viele Gäste schauten beim Kindergarten vorbei, darunter Mitglieder der politischen Gremien und Kollegen der Lautertaler Kindergärten. Leiterin Silke Kropp begrüßte auch weitere Kollegen anderer Naturkindergärten.

Rückzug in den Bauwagen

Die Arbeit im Naturkindergarten wurde vorgestellt. "Wir treffen uns in der Frühe zum Morgenkreis und haben über den Tag ein klares Regelwerk", berichtete Silke Kropp. Die Kinder halten sich bei fast jedem Wetter draußen auf. Als Gruppenraum und Rückzugsraum dienen die Bauwagen. Dort befinden sich auch die Ordner mit den Arbeiten der Kinder. Außerdem lagern hier Arbeitsmaterialien wie Zettel, Stifte und Scheren.

Im ersten Vierteljahr haben sich die Kinder mit dem Projekt Tiere im Winter beschäftigt und Hefte dazu angelegt. Diese wurden ihnen bei dem Fest überreicht. "Im Laufe des Jahres haben wir vier Projektwochen und besuchen dann immer ein Waldstück, das wir intensiv erkunden. Unser Frühstück nehmen wir dann auf dem Waldboden ein, was immer ein Erlebnis ist", berichtete Silke Kropp. Über die Projekte wird dann eine Arbeit angefertigt.

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