Lorsch

Naturkindergarten Mittlerweile werden sechs Jungen und Mädchen am Lorscher Sachsenbuckel betreut / Schönes Willkommensfest

Doppelt so viele Kinder - aber trotzdem noch viele freie Plätze

Archivartikel

Lorsch."Wir sind alle angekommen", freute sich Susanne Gebauer, Leiterin des Naturkindergartens am Lorscher Sachsenbuckel, über die gute und schnelle Eingewöhnung von Kindern und Personal. Und "wir haben immer an das Projekt geglaubt", machte Bürgermeister Christian Schönung keinen Hehl daraus, dass die Stadt Lorsch die Idee eines Naturkindergartens unterstützt hat und bei der nicht gerade einfachen Suche nach einem geeigneten Standort gern behilflich war. "Hier werden den Kindern Dinge vermittelt, die in einer klassischen Kita so nicht möglich sind", freute sich Schönung außerdem über eine "Kindergartenzeit im Einklang mit der Natur".

Ist der Lorscher Naturkindergarten schon voll?

Nein, bei der Belegung besteht sogar noch erheblich Luft nach oben. Zwar hat sich die Zahl der Anmeldungen der Drei- bis Sechsjährigen seit dem Start im Februar auf sechs verdoppelt, aber Platz ist immerhin für 20 Kinder. Susanne Gebauer und Christian Schönung zeigten sich dennoch optimistisch, dass nach dem erfolgreichen Beginn der Betreuungseinrichtung und der stimmigen Konzeption nunmehr auch das Interesse wächst.

Hat das Willkommensfest am Wochenende dabei geholfen?

Zumindest konnten sich die Besucher davon überzeugen, dass die direkte Nachbarschaft zum ehemaligen Straßenbaudepot nahezu perfekt ist - fließend Wasser ist vorhanden, die Toiletten dürfen mitbenutzt werden. Gekommen waren am Samstag nicht nur Eltern und Angehörige der Schützlinge, sondern auch viele Bürger, die bei sonnigem Frühlingswetter gekommen waren, um sich umzusehen und zu informieren. Vom Naturkindergarten in Reichenbach gratulierten Silke Kropp und Bianca Klant dem Erzieherinnenteam.

Was war der Höhepunkt des Festes?

Eine schöne Idee hatte sich Werner Groß, Ehrenvorsitzender des Kreisverbandes der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, ausgedacht. Zusammen mit Bürgermeister Schönung und der Leiterin des Naturkindergartens pflanzte er einen Kirschbaum mit dem Namen Regina. "Anstelle einer Taufe mit Sekt", kommentierte Groß die Pflanzaktion trocken. Mit dem Naturkindergarten habe sich ein lang gehegter Herzenswunsch" von ihm erfüllt, verriet er und bot sich bei auftauchenden Fragen und Problemen als Ansprechpartner an.

Und was gab's sonst so?

Susanne Gebauer und ihre Mitarbeiterinnen Carina Hornung, Julia Höger und Judith Weisenstein sowie Geschäftsführerin Katharina Naegele vom Familienzentrum in Bensheim hatten alles dafür getan, damit sich die Gäste auf dem Gelände rund um den geräumigen Doppel-Bauwagen wohlfühlten. Es gab Kuchen, Waffeln und Kaffee. Zur Begrüßung sangen Erwachsene und Kinder ein Willkommenslied.

Wie kam Lorsch überhaupt zu einem Naturkindergarten?

"Es ist in der kurzen Zeit schon viel passiert", blickte Katharina Naegele zurück. Der Urgedanke für die Einrichtung eines Naturkindergartens stamme von der ehemaligen Lorscherin Evelyn Walter, erklärte sie. Im Juni vergangenen Jahres gab der Magistrat schließlich grünes Licht, im November folgte der erste Infoabend, am 9. Januar 2017 war das Team komplett, das sich umgehend an die Erarbeitung eines Konzepts machte. In den Tagen und Wochen danach gaben sich die Ämtervertreter quasi die Klinke in die Hand. Veterinär- und Kreisjugendamt inspizierten das Gelände, ein Bausachverständiger schaute nach dem rechten und am 9. Februar lag endlich die Betriebserlaubnis vor. Naegele bedankte sich beim Forstamt und der Stadt Lorsch.

Gibt es schon Wünsche für die Zukunft?

Oh ja. "Wir wollen ein Tipi, eine Art Indianerzelt anschaffen", verriet Naegele vom Trägerverein Familienzentrum. Dabei hilft eine Spende in Höhe von 2500 Euro aus der Mitmach-Aktion "Babys 2016" des Bergsträßer Anzeigers. Das Geld hatte Dr. Eric Tjarks, Vorstandsvorsitzender von Projektsponsor Sparkasse Bensheim, am Tag der Eröffnung im Februar überreicht. Auch Birgit Siefert, Vorsitzende des Bensheimer Frauen- und Familienzentrums überbrachte Glückwünsche. Für die nächsten Wochen und Monate hofft sie nicht nur auf einen Boom im noch jungen Lorscher Naturkindergarten, sondern auch auf Zuwachs im Familienzentrum.

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