Lorsch

Jagdgenossenschaft Lorsch Zwei Drückjagden brachten nicht die erhoffte Wirkung

Wildschweine richten Schäden in Kartoffeläckern an

Lorsch.Reinhard Jäger vom Vorstand der Jagdgenossenschaft Lorsch begrüßte im Namen der Vorstehers Peter Geffert die Jagdpächter und Grundstückseigentümer zur Versammlung. Kassenwart Reiner Jöst, zugleich Ortslandwirt, informierte über die Ereignisse im vergangenen Jahr aus der Sicht der Grundstückseigentümer.

Die Sauen rennen alles um

Danach habe das Schwarzwild (Wildschweine) wieder die Region überschattet. Es habe Schäden vor allem in den Kartoffel- und Maisfeldern angerichtet.

Zwei Drückjagden seien erfolglos verlaufen, da keine Wildschweine zu sehen gewesen seien. Dennoch sei es danach ruhig geblieben. Das Einzäunen der Ackerflächen mit Elektrozaun bringt leider nicht den gewünschten Erfolg, da die Sauen im Zweifelsfall alles umrennen.

Schwefeldünger blieb erfolglos

Die Wildschweine mit einem stark riechenden Schwefeldünger zu vergrämen, habe jedoch ebenfalls kaum etwas gebracht - dafür aber mehr als 2000 Euro gekostet. Eine im Wiesengelände "Im Bruch" gemulchte Gasse habe dazu geführt, dass einige Sauen geschossen werden konnten.

Insgesamt seien die Schäden überschaubar geblieben. Es sei ein neuer Vertrag zwischen Grundstückseigentümern und Jagdpächtern vereinbart worden. Jagdpächter Hans-Jürgen Dietsch sprach von einer Zunahme des Schwarzwilds. Auch bei Niederwild (Hasen), Fasanen und Rebhühnern sei auf niedrigem Niveau eine Zunahme zu verzeichnen.

40 Rehe geschossen

Die Pächter hätten 40 Rehe geschossen und 48 Wildschweine, zwölf weniger als im Jahr 2015. Trotz der einen oder anderen Unstimmigkeit habe es keine größeren Probleme mit den Jagdgenossen gegeben. Auf die Problematik von überbeanspruchtem Gelände, vor allem durch Fahrzeuge, verwies Volker Knaup als Vertreter der Stadt Lorsch auf verschiedene Projekte. Auch der Naturschutz müsse beachtet werden.

Hans-Jürgen Dietsch erklärte, dass gegenseitige Informationen notwendig seien, um Schäden zu besichtigen und gemeinsame Lösungen anzustreben. Es wurde darauf hingewiesen, dass Nachtsichtgeräte nach dem Bundesjagdgesetz nicht erlaubt seien.

Es sei in Aussicht gestellt worden, dass Jagdpächter Schalldämpfer benutzen könnten, ähnlich wie in Baden-Württemberg. Das mache aber kaum Sinn, wenn es nur auf diesen Personenkreis beschränkt werde. Hinzu komme, dass auch Schalldämpfer "Krach machen". Die Wirkung gehe von 120 nur auf 80 Dezibel zurück.

Probleme mit Wanderern

Probleme gebe es auch mit Touristen und Wanderern. Jürgen Heumüller vom Staatsforst erklärte, dass durch den relativen milden Winter die Eichen- und Buchenmast (Anzahl der Eicheln und Bucheckern im Wald) stark zugenommen und die Sauen sich durch das Futter vermehrt hätten.

Der Forst habe in der Region um Viernheim bei einer groß angelegten Jagd insgesamt 95 Sauen erlegt. Die Jagdpächter wehrten sich allerdings dagegen "als Mörder" bezeichnet zu werden.

Für das Jahr 2017 sei als Ziel angegeben, soviel Schwarzwild wie möglich zu schießen, hieß es bei der Hauptversammlung. Die Vermarktung sei möglich. Geschossene Frischlinge würden meist selbst behalten.

Geklagt wurde außerdem über die Kosten für die angeordnete Fleischbeschau, vor allem wegen Trichinen, und darüber, dass eine Jagd bei Nacht kaum den gewünschten Erfolg habe, da die Sauen dann zwar gesehen aber doch nicht genau zutreffen seien, wenn der Mond sie nicht bescheine.

Volker Knaup verwies darauf, dass Knallgeräte helfen könnten. Reiner Jöst gab in seinem Kassenbericht unter anderem bekannt, dass der Kauf eines Elektrozauns und des Schwefeldüngers das meiste gekostet hätten. Für das neue Jahr rechne er mit Kosten von 500 Euro für neues Zaunmaterial und 2000 Euro für "Vergrämungsmittel". Thomas Dewald, der gemeinsam mit Michael Schork die Kasse geprüft hatte, bescheinigte dem Kassenwart eine einwandfreie Arbeit. Beide Prüfer wurden erneut gewählt.

Autofahrer missachten Verbote

Bürgermeister Christian Schönung lobte die von der Jagdgenossenschaft geleistete erfolgreiche Arbeit. Der Vorstand wurde einstimmig entlastet. Auf Antrag von Thomas Schumacher wurde das Jagdgebiet "abgerundet" durch den Ausschluss eines Grundstücks. Es gab den Hinweis, dass immer wieder Autofahrer verbotswidrig zu ihren "Glückbäumen" fahren. Dagegen müsse vorgegangen werden.

Misthaufen am Skaterplatz

Volker Knaup erinnerte bei der Versammlung der Lorscher Jagdgenossenschaft daran, dass die Wege in Ordnung gehalten werden müssten. Er bat um Hinweise auf Verursacher, die in der Nähe des Skaterplatzes im Ehlried einen Misthaufen produziert hätten. ml

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