Renaturierung:
Unterlagen für Hochwasserschutz- und Ökologieprojekt „Kraichbach“ erst im Februar bei Landratsamt eingereicht / Verzögerung durch geforderte Brücke
Bis zu einem Jahr Warten auf Planfeststellung
Von unserem Redaktionsmitglied Matthias Mühleisen
Ungeteilter Bachlauf: Idyllisch fließt der Kraichbach südlich des Stadtgebiets aus Richtung Reilingen heran. Das jetzt anlaufende Projekt soll ihm auch auf Höhe des Schulzentrums zu einem einzigen Bett verhelfen - zugunsten von Mensch und Natur.
© Oechsler
Bis zum Februar 2013 kann es dauern, bis das Planfeststellungsverfahren zum Hochwasserschutz- und Ökologieprojekt "Kraichbach" abgeschlossen ist. Das teilte eine Sprecherin des Landratsamtes gestern auf Anfrage unserer Zeitung mit. Der Antrag sei am 7. Februar beim Wasserrechtsamt des Rhein-Neckar-Kreises eingegangen. Ursprünglich war vorgesehen gewesen, die Genehmigung noch im Jahr 2011 zu beantragen.
Die Verzögerung begründete Uwe Herzel, Pressesprecher des Regierungspräsidiums Karlsruhe, mit einer Planänderung, die zunächst noch habe eingearbeitet werden müssen. Es handelt sich um die Ausführung der Brücke über den renaturierten Kraichbach auf Höhe der Oberen Mühlstraße. Der zunächst vorgesehene Steg, den nur Fußgänger und Radfahrer hätten benutzen können, sei jetzt in eine autotaugliche Brücke umgewandelt worden, wie sie auch bisher zur Bachüberquerung vorhanden ist.
Hartnäckiger Einsatz für Brücke
Mit dieser Information ist quasi "amtlich", dass sich der Einsatz des Gemeinderats am 26. Oktober vergangenen Jahres gelohnt hat. Damals hatten elf Gemeinderäte ihre Zustimmung zur Genehmigungsplanung zunächst verweigert, weil die Brücke zum Steg reduziert worden war, ohne dass ein städtisches Gremium in die Entscheidung eingebunden gewesen war. Erst nach fast zwei Stunden und fünf Abstimmungsdurchgängen hatte der Gemeinderat grünes Licht gegeben - das Thema Brücke oder Steg wurde aus der Entscheidung ausgeklammert. Wenige Tage nach der Sitzung hatte Referatsleiter Horst Kugele vom Regierungspräsidium der Verwaltung mitgeteilt, dass der Hockenheimer Wunsch in die Planung aufgenommen hat (wir berichteten).
Eingangsprüfung läuft
Wie Silke Hartmann von der Pressestelle des Landratsamts informierte, laufe zunächst die Eingangsprüfung der Unterlagen. Dabei gehe es um Vollständigkeit und Plausibilität, aber auch um die Qualität der Pläne und Schnitte. Im Anschluss steige das Wasserrechtsamt ins Verfahren ein, in dessen Verlauf auch die Öffentlichkeit sowie die Träger öffentlicher Belange gehört werden. Als Beispiele nannte sie Naturschutzverbände wie den Naturschutzbund (Nabu) und den Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND), aber auch den Fischereisachverständigen. Bis zum Abschluss des Plangenehmigungsverfahrens könne es bis zu einem Jahr dauern.
Die Gesamtkosten des Renaturierungsprojekts hat das Regierungspräsidium auf 4,3 Millionen Euro beziffert. Das Land zahle für Hochwasserschutz 2,8 Millionen Euro, die Stadt trage 1,5 Millionen Euro.
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