Stadtgestaltung:
Ortsvorsteher und Rathaus erwägen Mahnmal für die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs / Bürger zur Vervollständigung der Namensliste aufgerufen
Bobstädter wünschen sich Gedenktafel
Von unserem Redaktionsmitglied Simone Sohl
Den Gefallenen zweier Kriege wird hier bereits gedacht. Gerade ältere Bürger wünschen sich, dass auch an die des Zweiten Weltkriegs erinnert wird.
© Nix/A
Bobstadt.
Für die Gefallenen des Deutsch-Französischen Krieges 1970/71 gibt es eine, für die des Ersten Weltkriegs auch - nur für die des Zweiten Weltkriegs noch nicht: eine Gedenktafel in Bobstadt. Auch fast 67 Jahre nach Kriegsende nicht. Nun steht das Thema bei der Verwaltung auf der Agenda; Rathaus-Mitarbeiter Timo Spreng und der Bobstädter Ortsvorsteher Hans-Georg Gött loten derzeit die Möglichkeiten aus, die es für das Aufstellen einer weiteren Gedenktafel gibt.
Die Idee zu einer solchen Tafel gibt es schon lange. Bereits Ende der 90er Jahre, als Ewald Stumpf noch Ortsvorsteher war, äußerten einige ältere Bürstädter auf Seniorennachmittagen den Wunsch, einen öffentlichen Erinnerungsort für die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs zu schaffen. "Das hat sich allerdings hingezogen", sagt Hans-Georg Gött. "Es war klar, dass die Finanzierung schwierig werden würde. So richtig in Angriff genommen hat das Thema niemand."
Das änderte sich, als es im vergangenen Sommer auf einer Sitzung des Ortsbeirats um das Thema Dorferneuerung ging. Plötzlich sahen die Bobstädter einen Weg, eine Gedenktafel zu finanzieren: über eben dieses Programm. Weil der Platz rund um das Kriegerdenkmal erneuert werden soll, hatte der Beirat die Idee, das Denkmal in diesem Zug um die gewünschte Tafel zu erweitern. "Das erwies sich allerdings als Trugschluss", berichtet Gött. "Das Geld für die Dorferneuerung kann nicht für diesen Zweck verwendet werden."
Daraufhin fragten die Bobstädter Politiker bei der Stadt nach, ob die nicht die Finanzierung übernehmen könne. Doch seit drei Wochen etwa ist klar: Auch daraus wird nichts. "Verwundert bin ich darüber nicht", sagt Hans-Georg Gött, "die Stadt hat doch ohnehin kein Geld - da stehen solche Wünsche hinten an."
Ohnehin kommt der Ruf nach dem in Stein gehauenen Gedenken denkbar spät. "Klar, man kann so eine Möglichkeit zur Trauerbewältigung schaffen", sagt der Ortsvorsteher. "Meines Erachtens hätte das aber schon früher in Angriff genommen werden müssen." Schließlich seien mittlerweile schon viele Hinterbliebene verstorben.
Keine Garantie auf Vollständigkeit
Dieser Umstand erschwert auch die Arbeit von Timo Spreng. Er hat mit einer Liste, die in der Verwaltungsstelle im Alten Rathaus ausliegt, und der Ortschronik von Friedrich Zehnbauer aus dem Jahr 1976 die Namen der Gefallenen zusammengestellt - ohne Garantie auf Vollständigkeit. Zwar hat er Hilfe von dem Chronisten Günter Sänger erhalten. "Aber natürlich können immer noch Namen fehlen", sagt Gött. Deshalb sind alle Bobstädter, die sich noch an Gefallene erinnern können, dazu aufgerufen, die nebenstehende Liste zu überprüfen. Wer einen Namen hinzufügen kann, soll sich bei Timo Spreng unter 06206/70 12 37 melden.
Sprengs Recherche hat ergeben, dass eine Tafel zwischen 5000 und 10 000 Euro kosten würde. Hans-Georg Gött hofft nun, dass sich private Spender finden. "Dann wird der Wunsch nach der Tafel vielleicht doch noch wahr."
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