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Freitag, 25.05.2012

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Schönau: Neujahrsempfang der Kultur- und Interessengemeinschaft im Siedlerheim mit viel Lob für den Stadtteil

„Das Image ist schlechter als die Realität“

Von unserem Mitarbeiter Jan-Hendric Bahls

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Viel Beifall erhielt die Schönau beim Neujahrsempfang. Im Programm zu sehen waren Alexander Schweiß, die Schönauer Buwe, Dr. Stefan Fulst-Blei sowie Willi Hamberger (im Uhrzeigersinn).

© Blüthner

Bei so viel Lob, das dem Stadtteil an diesem Tag zukam, wurde man schon ganz unruhig im Publikum. Der Vorsitzende der Kultur- und Interessengemeinschaft (KIG), Willi Hamberger, hatte alle Mühe, die Applausbekundungen im Saal zu disziplinieren.

Mit Vorurteilen zu kämpfen

Auf dem Neujahrsempfang im Siedlerheim wurde zumindest sofort klar: So sehr die Schönau mit Vorurteilen zu kämpfen hat, so fremd sind die selbigen den dort lebenden Menschen. Sowohl die Bürger als auch die Vertreter der Politik hatten im Rahmen der Veranstaltung jedem Minus ein Plus entgegen zu setzen. Wenig Geld gebe es bei Land und Kommune, aber auf der Schönau gehe es voran, meinte Dr. Stefan Fulst-Blei. Der SPD-Landtagsabgeordnete übernahm beim Grußwort der Stadt gerne die Funktion des Stimmungsmachers und warb dabei gleich um den Kurs von Grün-Rot auf Landesebene.

Im kommenden Schuljahr soll Mannheim mit der Gemeinschaftsschule an den Start gehen, die Sanierungsarbeiten am Peter-Petersen-Gymnasium seien schon jetzt auf vollen Touren. Mit deren Abschluss müsse dann aber auch ein neuer Name für die Schule her. "Über den soll der Stadtteil entscheiden, nicht wir Politiker", wie Fulst-Blei betonte.

Den Stadtteil selbst wollte er als kleines Juwel ausgemacht haben. Aber die Anzahl der Haushalte geht zurück. Vor allem junge Familien tun sich derzeit schwer, ihre Zukunft im Mannheimer Norden zu sehen. Dabei konnte Bürgerdienstleiterin Michaela Diehl 1100 im vergangenen Jahr beantragte Personalausweise vermelden. Auch bei den standesamtlichen Eheschließungen gebe es einen Zuwachs von 60 Prozent. "Das Image der Schönau ist schlechter als die Realität", unterstrich Fulst-Blei und lobte vor allem die Vereinsarbeit. Was hier ehrenamtlich geleistet werde, sei vorbildlich. Vereine seien eine Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche, und die Politik werde ihrer Verantwortung in der Sportförderung nachkommen.

Wohlgefühl und Bangen

Wie eng Wohlgefühl und Bangen im Stadtteil zusammenliegen, zeigt immer mal wieder die Kultur- und Interessengemeinschaft. Nicht immer ganz harmonisch in der Außenpräsentation ist die KIG mit den ihr angeschlossenen Vereinen das Herz des Stadtteils - und dieses schlägt im Kulturzentrum Siedlerheim. Beim Neujahrsempfang 2011 hatte Hamberger noch die Schließung der Gastwirtschaft ins Auge gefasst. Dort tröpfelte es gleich an dutzenden Stellen durch das undichte Dach. Aufgrund der leeren KIG-Kasse und dem damit drohenden Einschnitt mobilisierten Spender und Sponsoren das schnelle finanzielle Pflaster, um die gröbsten Schäden zu flicken. Zum Jahresende entschied die Stadt im Rahmen ihrer Haushaltsberatungen, für das Siedlerheim 360 000 Euro beizusteuern. "Was wir hier an Rückendeckung erfahren, ist toll", lobte der Vorsitzende nachträglich alle Gönner und Sponsoren, hob hier vor allem die GBG sowie die Volksbank Sandhofen als traditionell große Geber hervor. Vielen Vereinen gehe es leider so schlecht, dass sie sich nicht einmal mehr die Saalmiete leisten könnten, bedauerte Hamberger. Deshalb werden schon kleine Erfolge groß gefeiert.

Der Losverkauf im Rahmen der Weihnachtsbaumaufstellung habe 130 Euro gebracht, berichtete KIG-Vorstandsmitglied Anna Döbler. Das Geld sei gut angelegt für das kommende Jahr. Den letzten Baum hatte noch die Metzgerei Wowy spendiert.

Gut besetzt ist die KIG auch in Sachen Bühnenprogramm. Jedes Jahr beim Neujahrsempfang singen die Schönauer Buwe groß auf. Diesmal gab es ein musikalisches "Prosit, neues Jahr" von den Sängern um Buwe-Chef Franz Drechsler. Vor den Augen des SPD-Bundestagsabgeordneten Stefan Rebmann konnte sich ebenfalls Nachwuchspianist Alexander Schweiß bestens in Szene setzen.

Hofstaat marschiert ein

Nachdem der Pfarrer der evangelischen Gemeinde auf der Schönau, Johannes Höflinger, nachdenkliche Worte für das neue Jahr an das Publikum gerichtet hatte, marschierte der grün-weiße Hofstaat von Prinzessin Sabrina II. auf die Bühne. Die Offiziersgarde von Trainerin Melissa Rehberger und Betreuerin Roswitha Kamin setzte sich mit toller Fasnachtschoreographie ins Bild, ebenso wie später die Karlsternhexen um SPD-Stadträtin Andrea Safferling, die mittendrin war. Den Ausklang bildete der Auftritt der Altrheinmusikanten.

© Mannheimer Morgen, Mittwoch, 25.01.2012

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