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Käfertal/Feudenheim: Stadt erarbeitet ein Konzept, nach dem Gaslaternen nicht überall abgebaut werden sollen / Elektrifizierung oder Gast-Betrieb?

Das samtige Licht erlischt nicht überall

Archiv-Artikel vom Mittwoch, den 18.08.2010

Von unserem Redaktionsmitglied Roger Scholl

Ihr Licht ist anders, samtig, mild, wie ein seidiger Schleier hüllt es Straßen, Plätze und Menschen ein, taucht sie in sanftes Gelb, flackert herauf aus einer anderen Zeit: die Gas-Laternen. 411 von diesen Überbleibseln aus vor-elektrischen Tagen standen bis vor Kurzem noch in Sandhofen, Käfertal, Feudenheim und der Oststadt, bevor sie im Zuge des modernen Beleuchtungs-Konzepts, mit dem die Verwaltung zusammen mit der MVV Energie und Geld sparen will, abgebaut werden sollten. Doch nicht alles lässt sich mit kühlem Rechnen regeln, viele Menschen in Mannheim sehen das samtige Licht und die alten Leuchten als historisches Erbe, das man erhalten muss. Jetzt hat Bürgermeister Lothar Quast im Ausschuss für Umwelt und Technik (AUT) den Anstoß zu einem Konzept gegeben, die Gas-Laternen an ausgewählten Stellen im Stadtgebiet zu erhalten. Der weitere Abbau der altehrwürdigen Straßenlaternen ist damit erstmal gestoppt.

Bestand erfassen

Markus Roeingh, der Leiter des Fachbereichs Straßenbetrieb und Grünflächen, und sein Team haben zusammen mit der MVV, die die städtische Straßenbeleuchtung betreibt, nun den Auftrag, den Bestand - derzeit wohl noch um die 350 Gas-Laternen im gesamten Stadtgebiet - zu überprüfen und dann eine entsprechende Vorschlagsliste zu erarbeiten. "Wir haben das Gesamtkonzept immer abgestimmt mit den Gremien, dem Gemeinderat also und den Bezirksbeiräten in den betroffenen Stadtteilen, und das werden wir auch weiter so halten", kündigt Roeingh an. Das "große Ganze", das neue Beleuchtungskonzept der Stadt mit dem ehrgeizigen Ziel, den Verbrauch von derzeit 17,5 Millionen Kilowattstunden für Straßenbeleuchtung nachhaltig zu senken und damit auch das Klimaschutzprogramm voranzutreiben, werde man weiter verfolgen. Auch die Gas-Laternen seien zumindest ein "Teil-Aspekt" dieses Programms - Roeingh: "Eine davon verbraucht pro Jahr etwa 4250 Kilowatt, bei einer Leuchte mit moderner Lichttechnik sind es dagegen nur noch 256 Kilowatt". Gute Argumente, doch nicht alles in der Welt lasse sich eben rational erfassen: "Viele Menschen haben ein ganz emotionales Verhältnis zu diesem Gas-Licht".

Das dürfte auch auf die FDP-Fraktion zutreffen, sie hat schon einen Antrag gestellt, den Rückbau der Laternen sofort zu stoppen. In Feudenheim und Käfertal befragt man derzeit Anwohner nach ihrer Meinung zum Abbau der Laternen. Stadtrat Volker Beisel: "Wir sind überwältigt von der großen Resonanz". Bis Ende August soll die Aktion abgeschlossen sein, dann wollen die Liberalen der Verwaltung die Ergebnissen unter die Nase halten.

Doch nicht nur in Käfertal am Reiher-Platz, in Feudenheim, in der Oststadt oder in Sandhofen - sogar deutschlandweit finden die Mannheimer Gas-Laternen Unterstützer. Etwa um Verein ProGaslicht, für den auch Bettina Grimm aus Blankenfelde aktiv ist. Sie und ihr Verein haben in Käfertal eine Flugblatt-Aktion gestartet, die die Bürger zum Kampf für den Erhalt der alten Straßenbeleuchtung mobilisieren will: "Die letzten Gaslaternen müssen aus städtebaulichen und denkmalpflegerischen Gründen erhalten bleiben, auch mit Gasbetrieb. Sie gehören zur Mannheimer Industriegeschichte! Man muss doch froh sein, als eine der weltweit wenigen Städte überhaupt noch solche Schätze aus früheren Epochen zu besitzen". Welche der Lampen - die ältesten stammen aus den 40er Jahren des vorigen Jahrhunderts - erhalten bleiben, muss nun also ein Konzept erarbeiten. Ob die Gas-Laternen dann - wie in der Oststadt - elektrifiziert oder weiter mit Gas betreiben werden, steht ebenfalls noch nicht fest. Doch eines scheint schon jetzt sicher: Das samtige, warme Licht, das viele Menschen so lieben, erlischt nicht für alle Zeiten in unserer Stadt.

© Mannheimer Morgen, Mittwoch, 18.08.2010

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