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Vermisstenfall Felix Heger: Privatinitiative „Felix-Info.net“ koordiniert die Suche nach dem möglichen Verbleib des heute Sechsjährigen:

Die Glut nährt die Flamme der Hoffnung

Archiv-Artikel vom Donnerstag, den 04.06.2009

Markus Wirth

Oftersheim. Die Flamme der Hoffnung ist noch nicht erloschen. Solange nicht absolut sicher ist, dass Felix Heger, der am Dreikönigstag vor nunmehr gut drei Jahren von seinem Vater entführt worden war, nicht tot ist - die Spurensuchhunde gingen den Spuren damals, im Januar und Februar 2006, nach, ohne dass jedoch die Hundertschaften der Polizei jemals mehr als Kleidungsstücke des damals Dreijährigen hätten finden können, so lange ist für die ehrenamtliche Privatinitiative "Felix-Info.net" der Fall noch nicht ad acta gelegt. "Angefangen hat der Kontakt zum Ehepaar Maria und Johann Schmitz (den Großeltern von Felix, Anm. der Red.) durch die Internetseite Wer-kennt-wen.de", erklärt Kerstin Weber, die gemeinsam mit ihren ehrenamtlichen Kolleginnen und Kollegen den Kontakt zu den beiden aufrechterhält.

Derzeit 1600 vermisste Kinder

"Wir haben uns damals gesagt, mit Beten alleine ist den Schmitz nicht geholfen, wir wollten mehr als nur immer reden und sagen, dass es uns leidtut, was den beiden widerfahren ist", umreißt sie die Anfänge. Durch das Drucken und Verteilen von Flugblättern waren die Ersparnisse der beiden Rentner beinahe aufgebraucht, und dank Sponsoren wie Druckereien beispielsweise konnten die Ehrenamtlichen von "Felix-Info.net" den beiden tatkräftig helfen.

"Zurzeit werden alleine in Deutschland rund 1600 Kinder vermisst", sagt Weber, eine schier unglaubliche Zahl.

Und hier will die Privatinitiative ansetzen, in der Bevölkerung die Erinnerung an die Vermissten wach halten, Mut zusprechen, dass, so lange die Kinder nicht tot aufgefunden werden, immer noch eine kleine Hoffnung besteht, dass sie noch leben könnten - wie eben auch im Fall des heute sechsjährigen Felix, dessen Geburtstag das Ehepaar Schmitz - beide waren am 23. Mai zu Gast bei Frank Elstner in "Menschen der Woche" - und "Felix-Info.net" zum Anlass nahm, in einer durch die Medien weithin beachteten Aktion in Rastatt an den verschwundenen Jungen zu erinnern.

"Zudem starten wir derzeit Mehrfachaktionen und weiten unsere Aktivitäten auch ins Ausland aus", erklärt Kerstin Weber, so sei man in der Schweiz und Frankreich, in Spanien und weiteren Ländern Europas tätig und werde das Engagement auch in Richtung Nordamerika ausweiten. Aktuell sind nun die Ehrenamtlichen am kommenden Wochenende in Landau zugegen, dort findet in den Fußgängerzonen der Kindertag statt.

Die Erinnerung wach halten

Unter dem Motto "Mehr Zeit für Kinder" verwandelt sich die Innenstadt in einen großen Spiel- und Spaßplatz. "Auch diesen Tag werden wir nutzen, um vor Ort weiter auf den kleinen Felix aufmerksam zu machen. Die Felix-Info-Mitglieder Christina Asik und Martina Seel werden mit den Großeltern von Felix von 10 bis 16 Uhr am Infostand stehen und Flyer, Aufkleber und weiteres Informationsmaterial verteilen", erzählt Kerstin Weber. Gerade auch wegen des neuen Bildes von Felix erhoffe man sich so Hinweise aus der Bevölkerung - es soll zeigen, wie einem Felix heute, drei Jahre nach seiner ominösen Entführung, begegnen könnte. Dass dieses Fotomontage überhaupt möglich wurde, ist unter anderem der Schwetzinger Polizei zu verdanken - diese stellte den Kontakt zwischen dem Ehepaar Schmitz, "Felix-Info.net" und Dr. Ursula Wittwer-Backofen, Professorin am anthropologischen Institut der Uni Freiburg, her, die wiederum eine forensische Anthropologin von der Universität Dundee kontaktierte, jene dann mithilfe hochmoderner Technik das aktualisierte Konterfei von Felix erstellte.

Viele offene Fragen bleiben

"Mittels des Computerprogramms Age Processing konnte hier simuliert werden, wie Felix heute aussehen könnte", sagt Kerstin Weber, denn die Schotten seien auf diesem Gebiet führend.

In Deutschland und selbst in den USA sei die Technik noch nicht so weit gediehen. Damit dieses Bild auch ein Forum findet, seine Runde macht, hat die Privatinitiative zusammen mit den Großeltern Schmitz dann beim Kinderfest in Karlsruhe, anlässlich des "Tags der vermissten Kinder" am 25. Mai, im Rahmen dessen auch "Amnesty International" und UNICEF Präsenz zeigen, das Schicksal des kleinen Felix publik gemacht. Gerade auch wegen des neuen Bildes von Felix erhoffe man sich so Hinweise aus der Bevölkerung. Überhaupt, so Weber, sind, nicht nur im Fall Felix Heger, sondern auch bei allen anderen vermissten Kindern, viele Fragen offen, blieben bislang unbeantwortet.

Die Initiative gibt sich zuversichtlich, dass vielleicht eines Tages doch die erlösende Nachricht kommt, dass Felix, der im Jahr 2006 von seinem Vater, jener dann bald den Freitod wählte, entführt worden war, noch lebt. Es wäre zu schön, und für die ehrenamtlich Tätigen von "Felix-Info.net" eine Belohnung, eine Anerkennung und eine Bestätigung ihrer vielfältigen Bemühungen. . .

© Schwetzinger Zeitung, Donnerstag, 04.06.2009

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