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Tourismus: Sieben Jahre nach dem Tsunami sind die Folgen der Katastrophe an vielen Orten in Thailand noch deutlich sichtbar

Dorfbewohner nehmen ihr Schicksal selbst in die Hand

Archiv-Artikel vom Mittwoch, den 28.12.2011

Von unserem Redaktionsmitglied Katrin Filthaus

Die riesige Welle zerstörte in dem Dorf Ban Talae Nok die gesamte Infrastruktur an der Küste, unter anderem die Krabbenfarmen. Ihnen zuliebe waren die schützenden Mangrovenwälder abgeholzt worden.

© fka

Bodhi Garrett (rechts) im Gespräch mit "Gastmutter" Deh, bei der Touristen Seidenmalerei lernen, und Dolmetscher Mai.

Wer sein Haus an der Küste verlor, lebt nun in einer eigens angelegten Straße.

Vor allem die Jugendlichen setzen sich für den Erhalt der Mangrovenwälder ein.

Dorfleben hautnah: eine Frau beim Austernwaschen.

Noch kein Jahr ist es her, dass Ismael, von Ausländern lässt er sich Ann nennen, sein Schweigen endlich gebrochen hat. Auslöser dafür waren das Erdbeben und der Tsunami in Fukushima. Ismael kann nur zu gut nachvollziehen, was die Überlebenden der Katastrophe in Japan bewegt. Denn auch er hat überlebt: den Tsunami in seinem Heimatdorf Ban Talae Nok an der Andamanen-Küste im Süden Thailands.

Auf die Frage, wie es ihm gehe, habe der Junge "canned answers", also vorbereitete, standardisierte Antworten gegeben, erklärt der US-Amerikaner Bhodi Garrett, der schon vor der Katastrophe in der Region arbeitete und seitdem zahlreiche Hilfsprojekte auf den Weg gebracht hat. Dabei lernte er auch Ismael kennen. Zehn Jahre war der Junge alt, als er an jenem Sonntag im Dezember mit seinen Mitschülern und dem Lehrer an den Strand ging, um das Meer zu beobachten, auf dem sich eine gigantische Welle bildete. Der Lehrer bat einen der Schüler, eine Kamera zu holen. "Aber bevor wir Fotos machen konnten, erreichte die Welle uns", erzählt Ismael in einem ruhigen, beinahe abgeklärten Tonfall. Die Gruppe rannte in Richtung des am Strand gelegenen Schulhauses, aber der Weg war versperrt. "Wir drängten uns zusammen und hielten uns aneinander fest", fährt der heute 17-Jährige fort. Dann riss die Welle die Kinder auseinander. Ismael kam am Fuß eines Hügels zu sich.

"Ich dachte, dieser Tsunami sei das Ende der Welt oder das Jüngste Gericht", beschreibt er seine Gefühle. Dann sah er Helfer, Dorfbewohner, die nach ihren Verwandten suchten. Er selbst traf seine Mutter im Dorf an - sein Bruder jedoch war verschwunden. "Von da an hielten wir das alles für einen Alptraum, ein Unglück", beschreibt er. Neben seinem Bruder kamen 16 weitere Kinder ums Leben, der Tsunami forderte in Ban Talae Nok etwa 47 Menschenleben. Aber das tragische Schicksal brachte auch etwas Gutes mit sich, erklärt Ismael: "Viele Menschen aus Thailand und der ganzen Welt haben an uns gedacht und Hilfe geschickt", erinnert er sich. Das habe er nie vergessen, auch wenn er die schrecklichen Ereignisse verdrängt habe.

Maßnahmen speziell für Kinder

Ismael erzählt seine Geschichte, um Mut zu machen. Denjenigen, die in Japan Ähnliches erlebt haben, denen, die Angehörige und Freunde verloren haben. Zuvor hat er nicht über seine schrecklichen Erlebnisse gesprochen. Einzig Bilder, die er malte, um das Erlebte aufzuarbeiten, ließen den Schrecken ahnen. "Wir haben nach dem Tsunami verschiedene Maßnahmen ins Leben gerufen, speziell auch für die Kinder und Jugendlichen", erklärt Bhodi Garrett. Der 32-Jährige lebte bereits seit 2003 in Phuket und arbeitete dort im Management eines Hotels. Die Weihnachtstage verbrachte er bei seiner Familie in den Vereinigten Staaten, dort erfuhr er von der Katastrophe - und stieß sofort Hilfs- und Spendenprojekte an. Eine Woche nach dem Tsunami reiste er in das Unglücksgebiet. "Ich bin in die Zeltdörfer gegangen, habe zugehört und mich erkundigt, was die Menschen hier brauchen. Und ich habe sie dabei unterstützt, dass sie diese Dinge bekommen", erläutert Garrett.

Er lässt die Bewohner von zahlreichen Dörfern an der Andamanen-Küste Ideen entwickeln, wie sie Geld verdienen und autark bleiben können, leistet Hilfe zur Selbsthilfe. Andere brachten Geld, "aber das ist wie Wasser auf Sand, es versickert hier schnell", weiß der Amerikaner. Auch Investitionen in die Infrastruktur durch Helfer von außerhalb erwiesen sich als wenig sinnvoll: In Ban Talae Nok baute ein Softdrink-Hersteller eine Bäckerei, brachte den Dorfbewohnerinnen bei, wie Brot, Brötchen und Kuchen hergestellt werden - "aber so etwas braucht man hier nicht, keiner isst Muffins." Garrett wollte sich von denen abheben, die, wie er sagt, "mit fertigen Ideen kamen und scheiterten".

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