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Mozartsommer: Witzige Streicher-Komödianten aus Polen präsentieren „MozART“

Durchgeknallt, aber geistvoll

Von unserem Mitarbeiter Eckhard Britsch

Mein Gott, die sind ja richtig berühmt, diese vier musikalischen Kabarettisten aus Polen, die unter dem Namen "MozART group" durch die Lande ziehen. Der Tourkalender streift Städte und Länder zwischen Singapur und Taiwan, Bombay und Arosa, München und Chicago. Es grenzt schon an ein Wunder, dass die Vielbeschäftigten so frisch und unverbraucht, charmant und zwischendurch total durchgeknallt ihr Publikum begeistern, wie es im Schwetzinger Rokokotheater beim Mannheimer Mozartsommer geschieht.

Der Name ist Programm, der Startschuss fällt mit Mozarts "Kleiner Nachtmusik". Dann aber legen die Geiger Filip Jaslar und Michal Sikorski, der Bratscher Pawel Kowaluk und der Cellist Boleslaw Blaszczyk, allesamt im traditionellen Frack auf der Bühne, richtig los: Das musikalische Material wird zerpflückt, gedreht und gewendet, atomisiert und neu zusammengesetzt. Witzige Assoziationen stellen sich ein, Folklore-Fiedler und ein bisschen Anatevka werden aus dem guten, alten Mozart destilliert. Mit Schwung und Ironie, mit umwerfendem Witz und parodistischer Präsentation.

Die haben richtig Spaß. Das Publikum auch. Irgendeine Rossini-Ouvertüre entsteht aus Fußgetrappel, wird zum Cha-Cha-Cha und vom Bolero abgelöst. Statt Hummelflug gibt's Entenflug und Vogelschrei am Himmel, derweil ein Chopin-Walzer sehnsuchtsvoll mit einer Polonaise vermatscht wird, um in die Ekstase feuriger Zigeunermusik zu mutieren. Beethovens "Elise" und Scott Joplin als Pizzikato-Koppelgeschäft münden im Trauermarsch. Das alles ist nicht irgendein Blödsinn, sondern geistvoll aufbereitet und technisch perfekt serviert.

Umwerfend musikalisch

Gut 90 Minuten lang brennt die "MozART group" ihre musikalischen Pointen ab, wobei manches Accessoire geradezu poetisch anmutet wie etwa das Glühwürmchen-Ballett oder Bach-Gounods "Ave Maria" als Zahnbohrergeräusch. Und so weiter, der musikalische Overkill scheint keine Grenzen zu kennen und bleibt dennoch im seriösen Fach, weil diese Musiker umwerfend musikalisch argumentieren. Am Ende spielen sie zum internationalen Chopin-Jahr "some Mozart", und zuvor hatte das Publikum erfahren, wer die größten deutschen Komponisten seien: Bach, Beethoven, Schumann und Modern Talking. Das Publikum hat sich auch bei solchen Schelmereien bestens amüsiert. Niveauvolle Unterhaltung, die Herren mögen wiederkommen.

Nach dem Auftritt durften sich die Mozart-Gänger noch an pfälzischen Weinen probierend laben; dazu passte auch die Musik vom "amadeus kollektiv" um Jörg Teichert: Diese fünf Musikanten saugen so raffiniert ihren Pop-Jazz aus Mozart, als ob der geniale Wolfgang Amadeus auch das schon vorgedacht hätte. Die Königin der Nacht ist dabei und die berühmte g-Moll-Sinfonie, während die Sinne das Rundumpaket dieses Mozart-Sommerabends vorbehaltlos genießen.

© Mannheimer Morgen, Dienstag, 27.07.2010
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