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Donnerstag, 24.05.2012

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Pop: Xavier Naidoo, die Söhne Mannheims & Freunde trommeln in der ausverkauften SAP Arena eine halbe Million Euro zusammen

Es macht immer noch „Zoom“

Von unserem Redaktionsmitglied Jörg-Peter Klotz

Seit den All-Star-Projekten von "Menschen am Fluss" sind Benefizfestivals in Mannheim und der Metropolregion gute und vor allem hochkarätige Tradition geworden. Das Doppelkonzert von Xavier Naidoo und den Söhnen Mannheims mit Gästen war mit 10 500 Zuschauern das bisher bestbesuchte. Die Ticketverkäufe, der Verein "Aufwind-Mannheim" und die Dietmar-Hopp-Stiftung haben dafür gesorgt, dass die Veranstalter heute in Köln einen Scheck über 500 000 Euro an den RTL-Spendenmarathon übergeben können. Eine Summe, die sich - so Initiator Robert Lübenoff - bis März 2011 sogar noch verdoppelt haben könnte, wenn sie den Hilfsprojekten "Sonnenkinder" in Bensheim und "Aufwind-Mannheim" übergeben werden soll.

Naidoo singt Farsi

Zur Tradition gehört aber auch, dass die hiesige Musikszene ihre Qualität und Vielseitigkeit demonstrieren kann. Ein Xavier Naidoo muss da nichts mehr beweisen, aber ihm gelingt es immer wieder, neben etablierten Künstlern wie Cassandra Steen oder Laith Al-Deen auch neuen Gesichtern einen Platz im Rampenlicht zu geben: In diesem Fall zauberte er den im Iran geborenen und in Mannheim aufgewachsenen Oriental-Popstar Afshin aus der Mütze, den wohl kaum einer der deutschen Zuschauer kennt. "Dabei tritt er in der ganzen Welt auf", betonte Naidoo - und bewies im quirligen Quartett mit dem persischen Schöntöner und seinen beiden agilen Mitstreitern doch noch etwas: Dass er auch passabel auf Farsi singen kann.

In seinen eigenen Songs ist er natürlich mehr Zuhause. Und vor allem das Material des aktuellen Naidoo-Albums "Alles kann besser werden" ist wie gemacht für den karitativen Anlass dieses Abends, weil sich viele Lieder darauf als Mutmacher speziell für Kinder verstehen. "Bitte hör nicht auf zu träumen", einer der Höhepunkte des über anderthalbstündigen Solokonzerts, ist auch nicht umsonst die diesjährige Hymne des RTL-Spendenmarathons. Das lautstark vom enthusiastischen Publikum gesungene "Wo willst du hin" und das mit Prince-Einsprengseln angeschrägte "Zeilen aus Gold" waren die stärksten Solonummern. Aus den Duetten und Gastauftritten ragte die getragene Reggae-Interpretation von Frankie Goes To Hollywoods passend gewählter Ballade "The Power Of Love" mit Laith Al-Deen heraus, der im Anschluss für seine Kombination aus U2s "One" und dem Hit "Bilder von Dir" viel Applaus abräumte.

Wie immer sehr stark war Naidoos Solo-Band, vielleicht noch um eine Nuance übertroffen von der wuchtigen 70-Minuten-Show der Söhne Mannheims. Bei der aber auch die leisen Momente fesselten: Dass das tausendmal gehörte "Und wenn ein Lied" live immer noch "Zoom" macht, wenn Naidoo am Ende den Dynamik-Schalter aufdreht, ist und bleibt ein Phänomen.

Wiederholung alle zwei Jahre?

Mit viel Durchschlagskraft nutzten auch Danjo San And The Mr. Miagi Experience, die Gewinner unseres Bandwettbewerbs "Söhne suchen Support", ihre 30 Minuten Ruhm im Vorprogramm des von "Chako" Habekost moderierten, fast viereinhalbstündigen Abends. Die ansteckende Energie der jungen Neustädter vermittelte sich vor allem über das fast schon stadiontaugliche Schlagzeugspiel von Tim Kosack und den Einfallsreichtum von Johannes Vogt an Saxofon und Keyboard. "Auf die müssen wir aufpassen", raunte Naidoo nach ihrem Auftritt wohlwollend.

Eine weitere gute Nachricht: Wie Robert Lübenoff gestern im Gespräch mit unserer Zeitung sagte, denken er und SAP-Arena-Chef Daniel Hopp intensiv darüber nach, ein solches Benefiz-Event regelmäßig in Mannheim auszurichten: "Wir haben schon vor, das zu wiederholen", so Lübenoff, "vielleicht nicht gleich im nächsten Jahr, aber Daniel Hopp und ich denken derzeit an einen zweijährigen Turnus." Auch Söhne-Mannheims-Chef Michael Herberger zeigte sich auf Anfrage einer solchen Idee nicht abgeneigt: "Das könnte ich mir vorstellen." Die brodelnde Musikszene im Rhein-Neckar-Delta kann eine solche Plattform gut gebrauchen - und Kinder in Not die damit verbundenen Spendengelder sowieso.

© Mannheimer Morgen, Freitag, 19.11.2010

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