Werbach

Tag der Städtebauförderung Ausstellung und Dia-Show im Rathaus zeigen am 14. Mai Projekte, die mit dem Landessanierungsprogramm umgesetzt wurden

Ein Segen für die Gemeinde Werbach

Mithilfe des Landessanierungsprogramms konnten seit 2003 zahlreiche Projekte in Werbach umgesetzt werden. Beim Tag der Städtebauförderung am 14. Mai kann man sich davon ein Bild machen.

Werbach. "Das Landessanierungsprogramm - Ein Segen für Werbach": Unter diesem Motto steht der Tag der Städtebauförderung in der Gemeinde am Sonntag, 14. Mai. Nach der Eröffnung im Rathaus um 13.30 Uhr durch Bürgermeister Ottmar Dürr und Ortsvorsteherin Birgit Hörner besteht bis 18 Uhr die Möglichkeit, sich bei einer Bilderausstellung und Dia-Show von den bisher sehr gelungenen Städtebauförderungsprojekten in Werbach zu überzeugen.

Nachdem im Jahr 2001 ein Antrag zur Aufnahme in das Landessanierungsprogramm gestellt worden war, kam die Gemeinde ab dem Jahr 2003 in den Genuss, dass wichtige Projekte gefördert werden konnten. Aktuell beläuft sich der Förderrahmen auf 3,4 Millionen Euro. Dabei fördert das Land die Maßnahmen mit 60 Prozent, während die Gemeinde einen Eigenanteil von 40 Prozent beisteuert. Und ein Euro Förderung löst eine Investition von acht Euro aus, macht Bürgermeister Dürr die Bedeutung des Sanierungsprogramms.

Bis dato konnten in der Gemeinde allein 40 private Maßnahmen umgesetzt und mit 800 000 Euro Fördergelder mitfinanziert werden. Gleichzeitig seien damit auch die heimischen Handwerker unmittelbar unterstützt worden.

"Das Landessanierungsprogramm ist ein hervorragendes Instrument, um dem Ausbluten des Ortskerns entgegenzuwirken und damit die Wohn- und Lebensqualität in hohem Maße zu verbessern", sind sich Ortsvorsteherin Hörner und Bürgermeister Dürr einig. Mithilfe des Förderprogramms habe man unter anderem ein Pflegeheim nach Werbach gebracht und auch einen Arzt in der Gemeinde behalten können, verweist Birgit Hörner, die auch Vorsitzende des Sanierungsausschusses ist, auf die positiven Resultate. Denn auf einem abrissreifen Areal in der Hauptstraße habe man eine Arztpraxis und noch dazu sieben Wohneinheiten ansiedeln können, in denen heute 15 Personen mitten im Ortskern ihre Heimat haben.

Und am Ort, an dem heute das Pflegeheim steht und in dem 34 Personen ihren Hauptwohnsitz haben, waren früher in der "Unteren Straße" gerade Mal drei Bürger ansässig. Zudem entstanden durch die Ansiedlung des Pflegeheims qualifizierten Arbeitsplätze mitten in der Gemeinde. Ein Hauptaugenmerk habe man immer darauf gelegt, dass man auch an der vielbefahrenen Hauptstraße einem Ausbluten des Ortskerns entgegensteuert. Um möglichst vielen Bürgerinnen und Bürgern eine Förderung zu ermöglichen, habe man von Beginn an eine Obergrenze von 20 000 Euro pro Wohneinheit festgelegt. Und das hat sich im wahrsten Wortsinn bezahlt gemacht, denn nicht umsonst konnten so 40 Projekte realisiert werden. So hat sich vieles getan und positiv verändert in der Gemeinde Werbach, blicken Bürgermeister Dürr und Ortsvorsteherin Hörner auf viele gelungene Maßnahmen zurück. Wo früher alte und marode Bausubstanz vorhanden war, stehen heute schmucke Häuser, die mit Leben erfüllt sind. Statt Leerständen gibt es grüne Oasen oder wurden in der Hauptstraße durch die Entkernungsmaßnahmen Parkplätze geschaffen. Ihr Gesicht verändert habe auch die Untere Straße, zeigen sich Hörner und Dürr begeistert, wo neben dem Pflegeheim auch neuer Wohnraum für Familien entstanden ist. "Aus zum Teil unattraktiven Wohngegenden sind regelrechte Filetstücke geworden", betonen Hörner und Dürr.

Vom Landessanierungsprogramm haben aber auch kommunale Projekte profitiert. So konnte die Gemeinde für den Ausbau der Unteren Straße in zwei Bauabschnitten rund 1,3 Millionen Euro investieren. Unter anderem wurden Stützmauern erneuert und der Laufbrunnen neu gestaltet. Damit habe man eine deutliche Verbesserung des Wohnumfelds erreicht. Entstanden sei hier letztlich ein wahres Schmuckstück und Vorzeigemodell. Alte Bausubstanz wurde auch in der Hauptstraße abgerissen und neue Parkplätze angelegt, die zur Verbesserung des Durchgangsverkehrs beitragen.

Mithilfe von Fördermitteln konnte neben der Sanierung der Tauberhalle das Rathaus erweitert und saniert werden. Ebenso flossen Mittel in den Neubau des Kinderhauses St. Martin, wie auch die Umnutzung des alten Kindergartens in eine kommunale Anschlussunterbringung gefördert wurde. Ein großer, weiterer Vorteil des Landessanierungsprogramms sei es, dass damit auch die Möglichkeit eröffnet wurde, um weitere Fördertöpfe generieren zu können.

"Es ist eine einmalige Leistung, dass 40 private Maßnahmen und viele kommunale Projekte umgesetzt werden konnten", betonen Bürgermeister Dürr und Ortsvorsteherin Hörner im Rückblick.

Infrastruktur ausgebaut

Die zur Verfügung gestellten Mittel seien hervorragend ein- und immer zeitnah umgesetzt worden. Das Landessanierungsprogramm habe Sorge dafür getragen, dass die Infrastruktur erhalten, weiter verbessert und ausgebaut werden konnte.

Auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels sei es wichtig, "die Gemeinde fit für die Zukunft zu machen", unterstreicht Bürgermeister Dürr. Und ohne einen belebten und attraktiven Altort würden auch keine Neubaugebiete nachgefragt, ergänzt Ortsvorsteherin Birgit Hörner.

In Werbach sei der Spagat gelungen, eine erfolgreiche Ortsanierung zu bewerkstelligen und gleichzeitig ein interessantes Neubaugebiet zu schaffen. Somit könne man Neubürgern eine attraktive, neue Heimat anbieten.

Und so hoffen Bürgermeister Dürr und Ortsvorsteherin Hörner, dass solche Programme bei entsprechendem Bedarf und der erfolgreichen Umsetzung auch verlängert werden, um weitere Projekte realiseren zu können.