Wertheim

Autobahnausbau A3 Lärmschutzmaßnahmen werden erst im Frühjahr 2018 fertig gestellt sein

Alle Spuren im Oktober befahrbar

Die Arbeiten zum sechsspurigen Ausbau der A 3 laufen seit September 2014. Im Oktober werden alle Spuren befahrbar sein. Inzwischen sind auch Folgemaßnahmen festgelegt.

Bettingen. An diesem Mittwochmittag saßen Projektleiter Martin Neugebauer von der Autobahndirektion Nordbayern, Würzburg, und Bauoberleiter Roland Arnold von der IGS Ingenieure Meiningen GmbH in ihren Büros in den ehemaligen Schweizer Stuben in Bettingen. Neugebauer kam gerade von der Baustelle zurück. Mindestens zweimal am Tag fährt er mit dem Auto raus. Irgendetwas gibt es immer zu klären. Seine Baustelle: die A3 zwischen der Mainbrücke und Helmstadt. Auf 8,5 Kilometer wird hier gerade die Fahrbahn auf sechs Spuren erweitert.

Termin im Juli nicht haltbar

Begonnen haben die Arbeiten im Herbst 2014 mit ersten vorbereitenden Maßnahmen. Dazu zählte unter anderem der Bau einer neuen Brücke zwischen Bettingen und dem Wertheim Village. Die eigentlichen Arbeiten starteten dann im Frühjahr 2015. Das offizielle Ende war für den Sommer 2017 vorgesehen. Doch die Bauleitung hatte gleich mit mehreren Schwierigkeiten zu kämpfen, darunter die Insolvenz der Brückenbaufirma Betam. Auch, dass das Bauvorhaben durch ein Wasserschutzgebiet führt, machte die Arbeit auf Grund der zahlreiche Proben nicht unbedingt einfacher. "Eine weitere Herausforderung für uns war, dass wir es durch die länderübergreifende Maßnahme auch mit unterschiedlichen zuständigen Behörden, Ansprechpartnern und Vorschriften zu tun haben. Positiv ist, dass wirklich alle an einem Strang gezogen haben. Das hat uns die Arbeit erleichtert", sagte Neugebauer. Inzwischen breitete er einen Plan aus, um genau zu erklären, wo gerade gebaut wird und wie es weiter geht.

Derzeit wird zwischen der Mainbrücke auf Höhe Bettingen und der Anschlussstelle Wertheim in Fahrtrichtung Nürnberg, der Belag, genauer gesagt die Binderschicht, aufgebracht. Aus diesem Grund ist momentan auch die Ausfahrt Wertheim /Lengfurt gesperrt. Wie Neugebauer versicherte, wird dieser zwei Kilometer lange Abschnitt jedoch Ende Mai fertig sein. Im Anschluss soll dann der gesamte Verkehr von der Baustelle Marktheidenfeld bis Helmstadt auf dieser Fahrtrichtungseite geführt werden. An der Fahrbahn in Richtung Frankfurt werden letzte notwendige Arbeiten durchgeführt, beispielsweise für die Entwässerung.

Zeitverlust wurde kompensiert

Was ursprünglich für Juli angedacht war, wird dann Ende September passieren: alle sechs Spuren werden für den Verkehr freigegeben.

Die kleine Verzögerung sieht Neugebauer nicht so dramatisch: "Bei so einer großen Baustelle kann man das nie so genau vorher sagen. Kleinere Verzögerungen sind normal."

Dabei waren Martin Neugebauer und Roland Arnold immer bestrebt, durch geschickte Umstrukturierung des Ablaufplans den Zeitverlust zu kompensieren. Jetzt ist sich Neugebauer ziemlich sicher, dass spätestens im Oktober alle Arbeiten im Fahrbahnbereich abgeschlossen sind. Doch auch dann bleibt noch keine Zeit, sich auf die Schulter zu klopfen.

Zusätzlich werden auf einigen Kilometern Länge notwendige Lärmschutzmaßnahmen ergriffen. Diverse Wälle zeugen bereits vom Fortschritt. Im Bereich Bettingen werden noch im Oktober die Lärmschutzwände auf die Wälle gebaut. Im Bereich Dertingen werden gerade die Wälle fertiggestellt. Die Lärmschutzwände in diesem Bereich können jedoch erst im Frühjahr 2018 gebaut werden, da eine Gründung bei niedrigen Temperaturen nicht möglich sei, wie Neugebauer erklärte. Auch die Baustellenampel an der L 3210 wird dieser Tage abgebaut und die eigentliche Ampel am Fuß der Ausfahrt aus Richtung Würzburg kommend wieder in Betrieb genommen. "Das passiert aus zwei Gründen. Zum einen dient die Ampel der Verkehrsregulierung Richtung Wertheim Village bei starkem Verkehrsaufkommen. Der Hauptgrund aber ist, dass diese Stelle ein Unfallschwerpunkt ist, weil der Blick nach links durch die Autobahnbrücke stark eingeschränkt ist", erklärte Ingenieur Dirk Borsdorf vom Straßenbauamt des Main-Tauber-Kreises.

Dertingens Ortsvorsteher Egon Beuschlein ist ebenfalls einer, der sich über das Fortschreiten des Autobahnausbaus freut, auch wenn die Beeinträchtigung durch den starken Lkw-Verkehr nicht unerheblich war. "Aber ein Anruf und der Dreck wurde weggemacht", lobte er die gute Zusammenarbeit.

Straßensanierung folgt

Doch Beuschlein plagen ganz andere Sorgen. Zwar wird die L 2310 zwischen Autohof und Schnellrestaurant als Folgemaßnahme saniert, jedoch nicht der weitere Verlauf in Richtung Dertingen. Auch auf Nachfrage beim Regierungspräsidium änderte sich an diesem Sachverhalt nichts. "Die Sanierungsmaßnahmen in den Kreuzungsbereichen der A 3 mit der L 617 sowie der A 3 mit der K 2825 werden im Zuge der Autobahnausbaus durch die Autobahndirektion Nordbayern voraussichtlich ab September 2017 ausgeführt. Diese Sanierungsmaßnahmen sind Folgemaßnahmen des Autobahnausbaus und werden daher vom Bund bezahlt. Im Frühjahr 2018 ist eine weitere Sanierungsmaßnahme der L 2310 geplant. Diese Maßnahme wird durch das Land Baden-Württemberg, vertreten durch das Regierungspräsidium Stuttgart Baureferat Nord, umgesetzt. Die Maßnahme umfasst den Streckenabschnitt zwischen dem Knotenpunkt L 617/L 2310 und dem Knotenpunkt L 2310/Almosenberg.", lautete die offizielle Antwort aus Stuttgart. Und weiter heißt es in dem Schreiben: "Alle vier Jahre wird der Zustand der Bundes- und Landesstraßen Baden-Württembergs erfasst und bewertet. Die aktuellen Ergebnisse liegen vor und wurden vom Verkehrsministerium offiziell vorgestellt. Sie sind die Basis zur Fortschreibung der entsprechenden Erhaltungsprogramme bis 2020. Diese beinhalten die am dringlichsten zu sanierenden Straßenabschnitte und priorisieren sie nach ihrem Zustand. Gemäß dieser Dringlichkeitsliste ist im weiteren Streckenabschnitt der L 2310 in Richtung Osten zwischen dem Knotenpunkt L 2310/Almosenberg und Dertingen kein Erhaltungsabschnitt vorgesehen."

Freuen hingegen werden sich die Dertinger über die Zusage des Projektleiters Martin Neugebauer, dass auch alle Unterführungen wieder in einen benutzbaren Zustand versetzt werden, auch die Unterführung der Autobahn, die sich zwischen der Dertinger und Kembacher Unterführung befindet.