Städtebau:
Alte Eisenbahnbrücke am südlichen Stadteingang wird abgerissen / Nadelöhr für Pendler verschwindet
Freie Fahrt auf Speyerer Straße
Von unserem Redaktionsmitglied Simon Scherrenbacher
Sie ist ein Überbleibsel aus einer lang vergangenen Zeit: die Eisenbahnbrücke über der Speyerer Straße am südlichen Stadteingang. Güterzüge rattern schon seit vielen Jahren nicht mehr darüber, doch für Autofahrer blieb die Stelle zwischen der neuen Feuerwache und der Bahnstadt ein Nadelöhr, weil der Verkehr sich hier von insgesamt vier auf drei Spuren verengte. Diese Zeiten sind vorbei: Während der Abriss des Übergangs noch läuft, rollt der Verkehr bereits durchgehend auf vier Spuren. Auch die Brücke am westlichen Ende der Bahnstadt über der Eppelheimer Straße soll verschwinden, allerdings gibt es dafür nach Angaben der Stadt noch keine konkreten Pläne. Rund 40 000 Autos täglich sind auf der Speyerer Straße unterwegs, fast doppelt so viele wie auf der B 37 am Neckarufer, wo die Stadt den Tunnel bohren will. Auch die Feuerwehr wird sich über den Abriss der Eisenbahnbrücke freuen, denn sie war von dem Flaschenhals ebenfalls betroffen.
"Grüne Welle" seit 2009
Wie auch auf der B 37 nach Neckargemünd regelten früher Ampeln, ob die mittlere Spur stadtein- oder stadtauswärts befahrbar ist, abhängig von dem jeweiligen Verkehrsaufkommen. Noch vor dem Ende der Sommerferien wird die Brücke komplett verschwunden sein. Zwei Millionen kosten die Stadt der Abriss sowie die Kanal- und Straßenbauarbeiten, die von der Firma Eurovia Teerbau GmbH aus Ludwigshafen ausgeführt werden. Weitere 1,4 Millionen werden für die Verlegung von Strom- Gas- und Wasserleitungen fällig. Zusätzlich soll die Straße, die an dieser Stelle eine leichte Linkskurve macht und in eine Senke unter dem Übergang hineinführt, begradigt werden. "Die Bauarbeiten dauern bis einschließlich nächstes Jahr an. Zusammen mit der "grünen Welle", die Ende des vergangenen Jahres auf der Speyerer Straße in Betrieb ging - Schilder, die anzeigen, mit welcher Geschwindigkeit die Autofahrer die nächste Grünphase noch erwischen - dürfte der Verkehr auf der Einfallsachse spürbar schneller fließen. Auch Fußgänger und Radfahrer profitieren von dem Brückenabriss: Für sie war in der Unterführung nie viel Platz. Im August 2009 war ein 28-jähriger Passant gegen vier Uhr morgens von einem Auto erfasst und getötet worden. Die Grünen vermuteten eine "mangelhafte Baustelleneinrichtung" als Ursache, allerdings war der 30 Jahre alte Fahrer angetrunken und in einen Sekundenschlaf gefallen. Er wurde im März vom Amtsgericht wegen fahrlässiger Tötung, Unfallflucht und Gefährdung des Straßenverkehrs zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und vier Monaten verurteilt.
Auch in Zukunft soll sich wieder eine Brücke über die Speyerer Straße spannen - allerdings für Fußgänger und Radfahrer, die auf diesem Weg schneller in die Bahnstadt kommen.
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