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Ansehnliche Ahnengalerie

Pop: Hurts zitieren auf "Happiness" ihre vielen Vorbilder aus der Hochphase der Synthiepop-Ära

Zu Hause bei Adam Anderson und Theo Hutchcraft kann man garantiert vom Boden essen - so geleckt, wie die beiden Musiker von Hurts aussehen. Und ähnlich akkurat wie ihre Scheitel gekämmt sind, wird der Rasen im Vorgarten gestutzt sein. Noch ein Vorurteil? Bitte schön: Anderson und Hutchcraft nehmen ihre Songs nicht im Tonstudio auf, sondern im Labor - mit Latex-Handschuhen, Mundschutz und in weißen Kitteln.

 

Provokationen, aber zu wenig Aha-Momente

Pop: "Teenage Dream" kommt solide daher

Mit der Lesbenhymne "I Kissed A Girl" schaffte die Pfarrerstochter Katy Perry vor zwei Jahren den internationalen Durchbruch, und auch ihr neues Album "Teenage Dream" spart nicht an Provokationen. Auf dem Cover räkelt sie sich in splitternackter Pin-up-Girl-Pose verführerisch auf einer rosafarbenen, fluffig-weichen Plüschwolke. Doch der Inhalt gerät alles andere als zuckersüß.

 

So viele Stars, so viele Stile . . .

Pop-Jazz: Herbie Hancock lässt bei seinem "The Imagine Project" genug nicht genug sein

Mit 70 noch die Welt verbessern zu wollen, ist durchaus ehrenhaft. Und ein Jazz-Klassiker wie Herbie Hancock hat alle Mittel dazu: Wenn der bei Miles Davis sozialisierte Pianist ruft, strömen die Stars aus allen Ecken der Welt. Buchstäblich. Sein "The Imagine Projekt" will "die universale Spache der Musik nutzen, um zentrale Themen wie Frieden und globale Verantwortung" zu transportieren.

 

Heimchen statt Helden?

Pop: Das Album "Bring mich nach Hause" zeigt die Band um Sängerin Judith Holofernes wieder mal in neuem Licht

Dass Wir sind Helden stilistische Haken schlagen wie die Hasen, um sich bloß keinen Erwartungen beugen zu müssen, daran haben sich ihre immer noch zahlreichen Fans längst gewöhnt. Der Paradigmenwechsel auf ihrer vierten Platte "Bring mich nach Hause" ist der bisher radikalste: Das Tourette-Syndrom, die stilprägenden Neo-NDW-Elemente aus dem Synthesizer von Jean Michel Tourette, ist vollständig verschwunden, man hört kaum einen digitalen Sound.

 

Der Funke springt selten über

Metal: Auf ihrem 15. Studio-Album "The Final Frontier" liefern Iron Maiden meist Durchschnittsware

Iron Maidens 15. Studio-Album ist da. Die Fans stimmen Jubelarien an. Doch beim Hören macht sich Ernüchterung breit: Super Gitarrenarbeit, Sänger Bruce Dickinson in guter Form, aber weshalb will der Funke selten überspringen? Es fehlen die echten Hammertitel, wie sie die Briten auf anderen Alben gleich in Serie hatten. Eine Instrumental-Ouvertüre ergänzt durch sparsamen Gesang begrüßt den Hörer. Der Titel steht stellvertretend für das Album: ganz nett, aber nicht wirklich berauschend.

 

Die Zukunft hat bereits begonnen

Rock: Das US-Trio Menomena setzt auf seinem Album "Mines" mit Musik ganz auf der Höhe der Zeit Maßstäbe

Es gibt sie zum Glück noch: Bands, die nicht zum x-ten Mal dieselben altbekannten Rock-Klischees reproduzieren, die seit der Grunge-Ära die Szene prägen (und zum Teil auch lähmen). Das bislang nur Kennern bekannte US-Trio Menomena aus Oregon ist so ein Glücksfall. Seine vierte CD "Mines" bietet Rockmusik, der man in jeder Note anhört, dass sie aus dem 21. Jahrhundert stammt.

 

Euphorische Liebe zur Leere

Rock: Arcade Fire finden auf "The Suburbs" eindrucksvoll zu sich selbst und bleiben die Indie-Band der Stunde

Früher war alles besser und die Kindheit zu Hause sowieso immer noch am schönsten. Wer langsam in die Jahre kommt, klammert sich gerne an solche vermeintlichen Gewissheiten - und stellt sie um des eigenen Seelenheils willen am besten erst gar nicht auf den Prüfstand.

 

Auf zur Seelenfütterung!

Palatia Jazz: David Murray & The Gwo Ka Masters und Incognito spielen beim Pfälzer Festival

Edenkoben/Kusel. Neues Sommer-Wochenende, neues Jazz-Glück: Im Rahmen der Palatia-Jazz-Reihe kommen am Freitag, 30. Juli, David Murray & The Gwo Ka Masters nach Edenkoben. Am Samstag, 31. Juli, spielt das Jazzfunk-Kollektiv Incognito in der Burg Lichtenberg.

 

Große, aber schwierige Liebe im Ghetto-Klischee

Musical: Das New York Harlem Theatre zeigt im Mannheimer Nationaltheater George Gershwins "Porgy and Bess"

Mannheim. "Ich glaube, es wird etwas sein, das noch nie zuvor gemacht wurde", sagte George Gershwin über seineJazz-Musical "Porgy und Bess", und man kann ihm dabei nur zustimmen: Sie ist das erste durchkomponierte Musiktheaterstück eines Weißen über das Leben von Afro-Amerikanern in den USA.

 

Der Tiger pfeift auf Vegas

Rock: Show-Altmeister Tom Jones (70) widmet sich überraschend Blues, Boogie und Gospel

Man muss das langsam Johnny-Cash-Syndrom nennen: Auf ihre alten Tage besinnen sich serienweise Rock-Veteranen auf ihre musikalischen Wurzeln. Und die liegen bei einem frischgebackenen 70-Jährigen wie Tom Jones nun mal zwangsläufig bei Gospel oder Blues.

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