ROCK: Bei John Mayers viertem Album hält nur der Titel "Battle Studies" nicht, was er verspricht
Das Äußere täuscht. Nein, nicht das Äußere von John Mayer. Der 32-jährige Gitarrist und Sänger aus Atlanta bricht tatsächlich die Herzen der stolzesten Frauen, von Jennifer Love Hewitt bis Jennifer Aniston. Die Aufmachung seiner vierten Solo-CD erweckt aber den Eindruck eines Klassik-Albums, der Titel "Battle Studies" klingt nach harter Gangart.
WEltmusik/Rock: Hubert von Goiserns Live-Doppelalbum "Haut und Haar" bietet viel Abwechslung
Auch wer Hubert von Goisern eigentlich nicht mag, sollte sich überlegen, bei "Haut und Haar" zuzugreifen. Klar, ist von Goiserns alpiner Crossover aus Jazz, Rock, Folklore, Soul und Weltmusik letztlich Geschmackssache. Doch ein gut gemachtes Album ist und bleibt ein gut gemachtes Album.
Pop: Die virtuelle Band um Damon Albarn glänzt vor allem mit großen Namen von Snoop Dogg bis Lou Reed
"Plastic Beach", das dritte Album der virtuellen Band um Blur-Sänger Damon Albarn und Comiczeichner Jamie Hewlett beginnt, als würde es einen schnulzigen James-Cameron-Streifen beenden - das breitwandige "Orchestral Intro" der Sinfonia Derby trifft einen nach fünf Jahren Wartezeit auf einen neuen Clou der Gorillaz ziemlich unerwartet.
Rock: Johnny Cashs "American Recordings VI: Ain't No Grave" ist ein unverhofftes Meisterwerk
"Unerschütterlich" sei sein Glaube, sagte Johnny Cash in der Stunde der größten Verzweiflung zu seinem Produzenten und Freund Rick Rubin. Eine Stunde zuvor war der 71-Jährige vom Sterbebett seiner Frau June Carter aufgestanden, den eigenen Tod hatte er längst vor Augen, enorme Schmerzen bestimmten seinen Alltag.
Rock: Das neue Album "Valley Of Neptune" präsentiert zwölf unveröffentlichte Stücke
Nein, es sind keine sensationellen Meisterwerke, mit denen uns die Jimi-Hendrix-Nachlassverwalter um seine geschäftstüchtige Stiefschwester Janie auf der neuen CD "Valley Of Neptune" beglücken. Aber die bislang offiziell nicht erschienenen Studioaufnahmen sind natürlich auch alles andere als eine Enttäuschung; immerhin geht es hier um ein Gitarren-Genie!
Hip-Hop: Die Live-Platten "Fettes" und "Brot" ziehen eine durchschlagende Karrierebilanz
Die scheinbar ewige Pop-Jugend haben Fettes Brot inzwischen hinter sich, streng genommen sogar die Mitte 30. Auch als Band wird das 1992 gegründete Pinneberger Hip-Hop-Trio Dokter Renz (Martin Vandreier), König Boris (Boris Lauterbach) und Björn Beton (Björn Warns) in diesem Jahr volljährig - ein sehr guter Anlass für eine Bestandsaufnahme, vor allem in Zeiten der Deutsch-Rap-Cholera.
Rock: Der Graf sucht die "Große Freiheit"
Heppner trifft auf Rammstein und Oomph - so könnte man die musikalische Mischung umschreiben, die das Gothic-Rock-Projekt Unheilig zelebriert. Dahinter verbirgt sich der Graf, eine Kunstperson, deren richtigen Namen und wahre Herkunft niemand kennt. Trotzdem gelingt es dem charismatischen Glatzkopf, zunächst auf selbst organisierten Festivals und mittlerweile in größeren Konzerthallen ein immer zahlreicheres Publikum in seinen Bann zu ziehen.
Pop: Peter Gabriel legt ein großartiges Werk vor - sein neues und erstes Cover-Album "Scratch My Back"
Man ist ja schnell skeptisch, wenn ein Popkünstler daherkommt und meint, er müsse jetzt das gesamte Pop-Instrumentarium im Schrank verstauen und mit Sinfonieorchester arbeiten. Viele haben es getan. Viele, darunter so Prominente wie Frank Zappa, sind daran gescheitert, ihre Musik quasi auf eine andere, auf die ästhetische Ebene der Kunstmusik zu stellen.
Trip-Hop: Massive Attack verstecken sich hinter einer Armee von Gaststars - und verschwinden dabei fast
Die Buchstaben D und G stehen für die Modedesigner Dolce & Gabbana, aber auch für den kreativen Kern von Massive Attack anno 2010: Robert Del Naja ("D") und Grant Marshall ("G") sind von dem wegweisenden Trip-Hop-Trio übriggeblieben und bringen mit "Heligoland" nach sieben Jahren wieder eine reguläre Studioplatte heraus.
Pop: Hot Chip lassen es auf ihrem vierten Album "One Life Stand" ruhiger angehen
In ihrer unbändigen Zitierwut erinnern die wandelnden Pop-Lexika von Hot Chip mitunter an den manischen Quentin Tarantino. Nur dessen ironische Härte lassen die Londoner mehr und mehr vermissen. Die Computer-Chips laufen auf ihrem vierten Album "One Life Stand" nicht wirklich heiß, ihr elegischer Dancefloor für Intellektuelle wird wohl kaum die Clubs in Arbeitervierteln rocken.
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