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Montag, 20.10.2014

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Typisch regional: Heidelberger Studentenkuß

Die größte Praline mit viel Liebe

Der Kuss überstand mit dem scharfen S die Rechtschreibreform.

© Rinderspacher

Ich hab mein Herz in Heidelberg verloren . . . Solchem Bekenntnis gehen in der Regel innige Küsse voraus. In dieser Erkenntnis zauberte anno 1863 Fridolin Knösel, Konditormeister mit Leib und Seele, eine süße Kreation, die als Wahrzeichen für die Stadt am Neckar noch heute nicht allein Touristen schmeckt. In den 30 Gramm schweren Heidelberger Studentenkuß, der sogar die Rechtschreibreform überstand, bissen auch schon Bundespräsidenten.

Dabei handelt es sich um eine Praline-Nougat-Schokoladenfüllung auf feinem Waffelboden in Zartbitter-Couverture. Aus der Geburtsstätte wurde zwar inzwischen ein Hotel, doch wenige Häuser weiter in der Haspelgasse wird die Erfindung noch immer gefertigt - nach bewährtem Rezept, das heißt ohne Zusatz- und Konservierungsstoffe. Darauf legen die Nachfahren wert, die einige Anekdoten parat haben.

So gaben sich im ältesten Kaffeehaus Heidelbergs Mitte des 19. Jahrhunderts angesehene Bürgersleut, Professoren der Universität und Studenten die Klinke in die Hand. Auch die jungen Damen der Gesellschaft zeigten sich im Café Knösel, allerdings in Begleitung von Gouvernanten, als Naschkatzen, die sich schon mal einen Blick zu den Herren der Schöpfung getrauten. Der fidele Fridolin Knösel schloss ihre Sehnsüchte in sein Herz und überraschte seine Gäste eines Tages mit dem feinen Schokoladenkonfekt, das er mit Augenzwinkern Studentenkuß taufte.

Dieses Erinnerungsstück an romantische Zeiten wird mehrmals in der Woche frisch hergestellt - nach dem Originalrezept. Der Heidelberger Studentenkuss ist sogar literarisch verewigt: Das Buch der taiwanischen Autorin Hwa-Jiuan Cheng trägt den Titel "Heidelberg Kiss" und sorgte im Lande nicht nur für Aufsehen. Die Erkenntnis ist ohnehin international: Alt-Heidelberg, du feine, drei Dinge nenn ich deine, das alte Schloss, den Neckarfluss und den Heidelberger Studentenkuß. Sigrid Ditsch

Mittwoch, 21.11.2012
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