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Freitag, 19.09.2014

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Tradition: Die „Wonnegauer Ölmühle“ vertraut kaltgepressten Produkten / Sammler können Nüsse abliefern

Erfolgreich auf der Ölspur

Von unserer Mitarbeiterin Sigrid Ditsch

Nüsse und Kürbiskerne sind für frisches Öl gefragt. Ölmüller Thomas Steger setzt auf sortentypischen Geschmack.

© Rinderspacher
© Rinderspacher

Worms. "Das Geschäft läuft wie geschmiert," freut sich Thomas Steger, der in der "Wonnegauer Ölmühle" bei Worms mit kaltgepressten Produkten keine Ausrutscher fürchtet. Der 51-jährige Diplom-Biologe, der früher für das Landesamt für Umweltschutz in Oppenheim arbeitete, sattelte nach einem Frankreich-Urlaub spontan um. "Die Walnuss liegt mir seitdem besonders am Herzen," bekennt der Kleinunternehmer, der 1999 die Tradition der regionalen Ölmühlen wieder ankurbelte. Nach einem kurzen Gastspiel im Ort fand er vor vier Jahren dann das passende Ambiente - in der Remise des Herrnsheimer Schlosses.

Alles bleibt unbehandelt

Wer riesige Apparaturen erwartet, sieht sich getäuscht. Neben dem Verkaufsraum steht die Ölmühle, auch Schneckenpresse genannt. Sie ist gerade so groß wie ein Automotor und arbeitet ähnlich wie ein Fleischwolf: Nusskerne rein, Flüssigkeit raus. Am Tag kann Steger auf diese Weise 30 bis 40 Liter erzeugen, die Ausbeute der Kerne liegt bei mindestens 40 Prozent. Der Ölmüller setzt auf Qualität und Frische sowie handwerkliches Geschick. "Die Erzeugnisse werden allein durch mechanische Pressung gewonnen und bleiben anschließend unbehandelt, das heißt unraffiniert." Dadurch gehe der sortentypische Geschmack nicht verloren.

Wonnegauer Ölmühle

Hauptstraße 1 (Remise Schloss Herrnsheim), 67550 Worms-Herrnsheim.

Telefon: 06241/5062177

Internet: www.wonnegauer-oelmuehle.de

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 14.30 bis 18 Uhr, Samstag von 10 bis 13 Uhr.

Bereits beim Start reichte die Ernte von zehn eigenen Walnussbäumen nicht aus. Inzwischen hat er das Gelände verkauft, doch der neue Eigentümer überlässt ihm nach wie vor die grobschalige Ausbeute. Außerdem liefern Nussbaum-Besitzer ganze Ladungen via Remise. Pro Kilo gibt's 80 Cent. Sammler aus der Rhein-Neckar-Region müssen freilich nicht selber knacken. Gegen einen Obolus übernehmen dies Behindertenwerkstätten und eine Förderschule der Umgebung. Auch Bauern und Winzer wie das Schweigener Weingut Fritz Becker kommen so zum "eigenen" Walnussöl.

Renner sind auch Pestos

Zwei bis drei Tonnen zählt Steger pro Jahr. Am Johannistag im Juni werden die grünen unreifen Nüsse geerntet. Der neue Jahrgang wird allerdings erst ab Januar verarbeitet. Nach aufwendigen Prozeduren entstehen daraus eingelegte "Grüne Nüsse", die auch "Schwarze Nüsse" genannt werden.

Neben Walnussöl sind selbst seltene Sorten wie Pistazienöl, Mohnöl, Mandelöl und tagesfrisches Leinöl gefragt. Der Renner sind laut Steger die selbergemachten Pestos aus Walnüssen, Kürbiskernen, Pistazien und Mandeln sowie die getrockneten roten Tomaten. Was Besonderes: die Würzpaste aus Bio-Zitronen, Olivenöl, Meersalz und Gewürzen. Auch Sirup aus Ingwer und Rhabarber finden Liebhaber. In Zukunft soll außerdem wieder der Aperitif "Vin aux Noix" in Zusammenarbeit mit dem Weingut Schembs angeboten werden.

Aufsehen erregt zur Zeit das neue Pfälzer Produkt "Dubbes", das als Brotaufstrich mit Öl zur Vorspeise oder über Nudeln und Salat Feinschmecker mit der Zunge schnalzen lässt. So gut der Absatz auch läuft, so greift Steger keineswegs nach den Sternen: "Ein Ölmillionär werde ich wohl nicht."

Mittwoch, 21.11.2012
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