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Mittwoch, 22.10.2014

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Geflügel: Der größte Demeter-Betrieb Deutschlands liegt im Hohenlohischen

Glückliche Puten und Gockel

Caroline von Wistinghausen-Noz und Maik Noz inmitten ihrer Puten.

© dpa

Künzelsau. Am Anfang gab es ein Problem. "Unsere Puten waren zu groß für die Kochtöpfe. Deshalb wollten sie die Hausfrauen nicht haben", sagt Caroline von Wistinghausen-Noz. Vor über 30 Jahren fuhr daher ihr Vater Christian in seinem Cabriolet, in dem die Sitze ausgebaut waren, die Tiere zum Nachbarn. Dort wurden sie in der Waschküche geschlachtet.

Lob von den Sterneköchen

Heute betreibt Caroline von Wistinghausen-Noz gemeinsam mit ihrem Mann Maik Noz auf dem EU-zertifizierten Brunnenhof im Künzelsauer Stadtteil Mäusdorf die größte Demeter-Geflügel-Haltung in Deutschland. Inzwischen reißen sich nicht nur Haushalte im ganzen Land um den saftigen Weihnachtsbraten, sondern auch die Sterneköche aus der Region um die Puten und Hähne. "Selbst auf einer Slow-Food-Veranstaltung in Turin wurde unser Hohenloher Landgockel von Gourmets konsumiert", berichtet Noz , der vor Weihnachten schon mal 5000 Tiere schlachten muss.

Brunnenhof

Geflügel vom Brunnenhof, Hohe Straße 2, 74653 Künzelsau-Mäusdorf.

Telefon: 07940/2270.

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 18 Uhr, Samstag 9 bis 12 Uhr.

Trotzdem haben die jährlich insgesamt 4500 Puten und 7000 Landgockel ihren Artgenossen eines voraus. "Sie leben vier Mal länger", sagt von Wistinghausen-Noz. Die Hohenloher Landgockel werden auf dem Brunnenhof erst nach 80 bis 120 Tagen bei einem Gewicht von 1,5 bis 2,5 Kilogramm geschlachtet. Das normale, 800 bis 1100 Gramm schwere Masthähnchen kommt schon nach 25 bis 28 Tagen in die Gefriertruhen der Supermärkte. "Unsere Tiere leben auch gesünder. Wir haben keine Turbomast", sagt Noz, der Agrartechniker mit Fachrichtung ökologischer Landbau ist. Auf 23 Hektar Wiesen und Acker haben die Puten und Hähne Auslauf und finden dort natürliche Nahrung wie Käfer, Würmer und Grünzeug. Außerdem erhalten sie Weizen, Hafer, Gerste und Demeter-Putenmastkorn. "In der Endmast wird nur noch Getreide gefüttert", erklärt Noz.

Auch wenn die Tiere auf dem Brunnenhof gesünder leben - "irgendwann müssen sie geschlachtet werden", sagt Betriebsleiterin von Wistinghausen-Noz. Von Mittwoch an wird ab Hof verkauft, die "kundenorientierte Direktvermarktung" ist Teil des Betriebskonzepts. "Die Pute hatte früher in Süddeutschland keinen Namen. Im Zuge der BSE-Krise rannten uns die Leute dann die Türe ein. Inzwischen wissen viele Menschen das gesunde Fleisch und die siebenerlei Fleischsorten zu schätzen", erklärt Noz. Zumal es auch größere Kochtöpfe gibt. wg/ms

Donnerstag, 22.11.2012
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