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Samstag, 20.09.2014

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Hofladen: Morgens geerntet und mittags auf dem Tisch der Verbraucher / Der Johanneshof ist zudem ein Ausflugslokal

Immer ein Quäntchen frischer

Von unserem Redaktionsmitglied Vanessa Schäfer

Gute Beratung ist den Mitarbeitern des Johanneshofs wichtig. Denn der Kunde ist König - das schmeckt er auch bei den Küchenkreationen von Patrick Pross.

© Schwerdt

Ob Rettich, Salatgurke oder Obst - Frische ist die Devise des Johanneshofs.

© Federico Gambarini

Hockenheim. Es ist Samstagnachmittag. Auf den Feldwegen hin zur Hockenheimer Seewaldsiedlung herrscht reger Verkehr. Das Ziel, das Rad- und Autofahrer ansteuern, ist eindeutig: Es heißt Johanneshof und steht seit vielen Jahren für Frische und Genuss - direkt aus der Region. "Wir Kurpfälzer essen einfach gern und gut", sagt Hofbauer Johannes Härdle. Und genau diese Leidenschaft zum Genuss hat sich der Landwirt zu Herzen genommen, als er in den 80er Jahren das Gewerbe seines Vaters Gustav übernommen und vollkommen umgekrempelt hat.

Mit Erdbeeren fing es an

Tierhaltung und Ackerbau boten zu jener Zeit keine Perspektive mehr. "Wenn ich überleben soll, kann es so nicht weitergehen", waren die Gedanken, die dem Hockenheimer damals durch den Kopf gingen. Die Schlüsse, die er daraus gezogen hat, zahlen sich heute, ein Vierteljahrhundert später, aus. Beim Anbau von Erdbeeren, mit dem der Erfolg des Johanneshofs begann, ist es nicht geblieben. "Es kam einfach eins zum andern. Ich habe mir gedacht, wenn Erdbeeren gut gehen, funktioniert es vielleicht auch bei Himbeeren und so bin ich in die Geschichte reingewachsen", erzählt Johannes Härdle schmunzelnd.

Johanneshof

Seewaldsiedlung 5, 68766 Hockenheim.

Telefon: 06205/5621

Internet: www.johanneshof.de

Öffnungszeiten Hofladen Mai bis September: Montag bis Samstag von 9 bis 19 Uhr, Sonn- und Feiertage von 10 bis 20 Uhr.

Heute besitzt der Landwirt nicht nur 60 Hektar Land, auf denen er Weizen, Mais, Tomaten, Kürbisse, Spargel, Paprika und allerhand Früchte anbaut, sondern auch zwei Hofläden, ein Gästehaus und eine Gartenwirtschaft, die in den Händen von Harald Schlumpp liegt. Dieser ist mit Härdle einer Meinung, wenn es um die Bedeutung von regionalem Anbau geht. "Kurze Wege, die Möglichkeit, die Produzenten spontan zu besuchen und die Stärkung der Region", zählt der Gastwirt die damit einhergehenden Vorteile auf.

Was der Johanneshof schließlich nicht selbst produziert, wird von Landwirten aus der Umgebung zugekauft: die Leberknödel vom Nachbarhof Kief, die Eier vom Geflügelhof Ehrler in Heidelberg, Saibling und Forelle stammen aus der Pfalz. Die weiteste Reise legen das Freesische Rindfleisch sowie das Kotelett aus der Hohenlohe zurück. "Es darf nämlich nicht einfach nur regional sein, sondern gut sein ist Pflicht", betont Landwirt Härdle.

Wer einmal im Hofladen hier zwischen Hockenheim und Ketsch oder im Stadtladen, der zu Saisonzeiten in Hockenheim betrieben wird, einkaufen war, oder in den Sommermonaten in die Gartenwirtschaft eingekehrt ist, wird schnell zum Wiederholungstäter. "Zumal es durch den wegfallenden Zwischenhandel und die zunehmende Nachfrage nicht mehr teurer ist regional einzukaufen", hebt Härdle hervor. Er schätzt besonders, dass die Kunden in den vergangenen Jahren ein Bewusstsein für regionale Nahrungsmittel entwickelt und sich angepasst haben. "Früher haben sich die Leute gewundert, wenn wir im März noch keine Erdbeeren hatten, diese aber im Supermarkt erhältlich waren", erinnert sich der Hofbauer.

Im Frühjahr geht es weiter

Immer ein Quäntchen frischer als der Rest - diese Devise verfolgen Härdle und Schlumpp seit Jahren erfolgreich und haben ihre Bodenständigkeit dennoch nicht verloren. Knapp 150 Mitarbeiter, sowohl Festangestellte als auch Aushilfskräfte, beschäftigen sie auf ihrem Johanneshof. "Trotz des großen Betriebs sind wir immer noch sehr persönlich, denn wir sind gerne Gastgeber", sind sich die beiden Chefs einig. Und das spüren die Gäste. Egal, ob die selbst gemachten Nudeln von Harald Schlumpp, die hausgemachte Schwarzwälder Kirschtorte von Bäckerei- und Konditormeisterin Rebekka Edel, der Sauerbraten vom Tafelspitz von Küchenchef André Schehl oder die frischgeernteten Himbeeren im Hofladen - was auf dem Johanneshof angerichtet wird, ist Genuss für den Gaumen.

Auf den müssen die Kunden jedoch in den Wintermonaten verzichten. Seit Mitte Oktober ist der Hofladen geschlossen, der Stadtladen am Rathaus sowie die Gastwirtschaft (Wintergenuss mit Reservierung) haben bis Weihnachten geöffnet, bevor es dann bis März in die Winterpause geht. "Das hat den Effekt, dass die Leute mit uns immer Sommer und Frische verbinden", erklären Härdle und Schlumpp, ehe sie wieder ihrer Pflicht nachgehen: Kundenzufriedenheit wird hier schließlich großgeschrieben.

Dienstag, 20.11.2012
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