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Trinkkultur: Nicht immer ist es einfach, den passenden Wein zum Essen zu finden – doch Mut zu Experimenten kann helfen

Reine Geschmackssache

Von unserem Redaktionsmitglied Stephan Eisner

Das berufliche Leben von Joachim Spies dreht sich um den guten Wein.

©  Rinderspacher/Your Photo Today

Ludwigshafen. Wer stand nicht schon einmal vor dem Problem, den richtigen Wein zum Essen zu finden? In den vergangenen Jahren haben sich zwar viele Regeln à la "Roter Wein zu dunklem Fleisch" oder "Immer Weiß zu Fisch" überholt, die Wahl des richtigen Begleiters zu einem gelungenen Essen wurde dadurch aber auch nicht einfacher. Deshalb haben wir uns Hilfe geholt - vom Leiter des BASF-Weinkellers in Ludwigshafen. Mit rund 2000 Sorten bietet die Produktpalette eine gewaltige Auswahl. Das findet auch der "Feinschmecker", der die Weinhandlung zu einer der besten Adressen Deutschlands kürte.

Joachim Spies ist seit 1989 im Unternehmen und erzählt zur Frage nach dem richtigen Wein zum Essen von seinem Bewerbungsgespräch. "Ich sollte eine Weinempfehlung zu gekochtem Fisch abgeben." Damals habe der Dornfelder hoch im Kurs gestanden, und Spies riet kurzerhand zu diesem Rotwein. "Meine Gesprächspartner verzogen das Gesicht", erzählt er lachend. Was damals undenkbar war, ist heute fast schon hipp - und Geschmackssache. "Wir haben rund 80 Rieslinge als Große Gewächse in unserem Keller. Da findet sich garantiert zu jedem Essen einer", ist sich Spies sicher. Ein frischer von 2011 zum Beispiel passe zu Fisch, ein sechs bis acht Jahre alter zu Filet oder gebratenem Fleisch. "Mit Riesling liegen Sie in unserer Region immer richtig."

Wein und Essen lassen sich in der Regel in guter Harmonie genießen - vor allem aus der gleichen Herkunftsregion. Ansonsten ist der Experimentierfreude aber keine Grenze gesetzt. Warum soll man zu Spaghetti Carbonara immer nur Chianti trinken? "Ich finde, dass sich hier hervorragend eine 2011er Chardonnay Spätlese vom Weingut Stachel anbietet", sagt Spies. Das "Maikammerer Kirchenstück" nehme den Geschmack von Speck, Eiern und Sahne auf und sei noch im Nachhall spürbar. Zu einem warmen Roastbeef geht die Spies'sche Weinreise ans andere Ende der Welt, nach Australien. "Der 2009er Norwood Cabernet Sauvignon-Shiraz von Berthold Salomon - einem gebürtigen Österreicher - bringt mit seiner Würze die nötige Opulenz zum roten Fleisch mit", erläutert Spies.

BASF Weinkeller

Anilinstraße 12, 67063 Ludwigshafen.

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10 bis 18.30 Uhr, jeden Samstag im Monat von 10 bis 13 Uhr.

Ähnlich sieht es auch beim (Winter-)Grillen aus. "Röstaromen vertragen sich gut mit Wein aus dem Holzfass", stellt der Experte fest. Ein 2011er Azzurro von Fattoria Nittardi zum Beispiel. Der Azzurro ist übrigens der erste exklusive internationale BASF Wein. "Die Gerbstoffe von Cabernet Sauvignon, Merlot, Syrah und Sangiovese verschmelzen fast mit dem Gegrillten", sagt der Leiter des Weinkellers.

Ein Pinot Noir mit wunderbar weichen Tanninen und einem langen Abgang aus dem Barriquefass, ein 2010er Maranges Premier Cru "Clos Roussots" vom Weingut Albert Bichot aus dem Burgund, darf nach der Empfehlung zum Beispiel eine Schweinelende begleiten. "Er entwickelt sich zum Essen und sollte nicht einfach nur solo getrunken werden." Generell rät Spies, den Wein vor dem Essen schon einmal zu probieren, denn das Aroma ändere sich. Ob zum zarten Rehnüsschen ein 2008er Heredad Ugarte Crianza oder ein 2010er Ruppertsberger Spieß als Riesling Spätlese von Bassermann-Jordan zur Dorade - Weintrinken sei auch immer von der Laune abhängig. "Heute trifft die Experimentierfreude der Winzer auf die der Konsumenten, was sehr spannend sein kann", erzählt Spies und regt an, sich ausgiebig beraten zu lassen, welcher Wein mit dem Essen harmonieren könnte. "Eines ist in jedem Fall klar: Riesling passt immer."

Freitag, 23.11.2012
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