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Scharfer Schlanker, der bei der Brotzeit nicht fehlen darf

Von Siegrid Ditsch

Radi und Co. machen nicht nur die bierdurstigen Bayern froh. Viele Heilkräfte stecken im weißen Wurzelgemüse, das vor allem roh die Runde macht. Auch Käse und Salatgurke, Dill oder Honig passen bestens dazu.

© Picasa

Schon Pfarrer Kneipp lobte den Rettich als "Kaminputzer für den Unterleib". Die gesunde Wurzel fördert allerdings nicht allein die Verdauung, sondern ist auch bei Leber- und Gallenleiden, Rheuma, Gicht und Husten ein probates Hausmittel. Da lassen sich etwaige Nebenwirkungen wie Sodbrennen und Mundgeruch doch leicht ertragen.

Mit viel Vitamin C, Kalium, Magnesium, Phosphor, Eisen, Mineralstoffen und Enzymen sowie schwefelhaltigen Ölen und Bitterstoffen und lediglich 16 kcal trumpft der Scharfmacher seit dem 13. Jahrhundert hierzulande auf. Ursprünglich stammt die Rübe aus Vorderasien und zählt zu den ältesten Kulturpflanzen überhaupt. Während die Koreaner beispielsweise 30 Kilo pro Kopf und Jahr vertilgen, beißen die Europäer mit gerade 250 Gramm deutlich weniger zu.

Dabei machen mehrere Sorten der kleinen und großen "Keulen" Hungrige wie Feinschmecker an - vor allem der weiße Rettich, den die Bayern als Radi in Ziehharmonika-Form auf dem Teller aufgeschnitten zu Gerstensaft mögen. Und das nicht allein zur Biergartenzeit. Er ist weniger holzig als die langen Exemplare. Außerdem erspart sich die Köchin die Schälprozedur - waschen genügt meistens.

Der mittellange Weiße ist jetzt noch einige Wochen im Handel zu haben. Fast zeitgleich folgt der Winterrettich oder Schwarze Rettich, der selbst starken Frost übersteht und nicht so leicht pelzig wird. Der Rote Rettich unterscheidet sich nur durch die Farbe der Außenhaut. Der Chinesische Rettich wandert vor allem in Asien in die Kochtöpfe.

Fest, mit glatter Haut

Hierzulande bevorzugen die Genießer häufig die noch rohe Version des weißen Würzigen. Und gegen allzu scharfen Geschmack helfen Salz sowie etwas Sahne, Sauerrahm oder auch milder Joghurt. Auch Käse und Salatgurke, Dill, Schnittlauch und ein wenig Honig wirken mildernd in Sachen Würze. Dazu ein frisches Butterbrot. So leicht kann Genuss sein!

Beim Einkauf heißt es freilich aufpassen, dass der Radi fest, die Haut glatt und die Blätter frisch sind. Wer für Varianten zu haben ist, kaut den Rettich als Salat unter anderem mit Ananas oder mit zarten Matjesfilets, Senf, Sahnemeerrettich, Gurke, Schnittlauch, Tomate und Honig. Gedünstet schmeckt das Wurzelgemüse (ähnlich wie Kohlrabi) zu kurz gebratenem Fleisch.

Wie wär's beispielsweise mit einer Rettichsuppe, in Hühnerbrühe gekocht und mit Sahne abgeschmeckt? Die "Kaminputzer" hätten es in jedem Fall verdient, öfter die Speisekarte scharfzumachen.

© Mannheimer Morgen, Samstag, 03.11.2012
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