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Montag, 20.10.2014

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Neujahrsweck gehen weg wie warme Semmeln

Von Siegrid Ditsch

Das Hefegebäck gehört zu Silvester wie „Dinner for one“ und Feuerwerksraketen – selbst wenn inzwischen manche alten Bräuche fast verschwunden sind.

"Ohne än Neijohrsweck hän alle Astrengunge kän Zweck", davon ist Freundin Gisela auch 2013 überzeugt. Die schlichte gebackene Köstlichkeit aus Weizenmehl und Hefe macht nach Glücksbringerart nach wie vor Appetit. Und das in vielerlei Formen: als zwei verbundene symbolhafte Stangen, Brezeln, wie ein Zopf geflochten oder kleiner Kranz. Wichtig ist der grobe Zucker obendrauf. Manche mögen noch Zitronat und Orangeat zur Geschmacksverstärkung.

Früher war das "Weckle" ein beliebtes Taufpatengeschenk. Außerdem zogen vielerorts die Kinder mit der Leckerei von Haus zu Haus und überbrachten so den Segen: "Mir wünsche euch ä frohes Johr und ä Brezel wie ä Scheierdor." Heute glühen zwar sowohl die Öfen beim Bäcker um die Ecke als auch bei anspruchsvollen Konditoren: Doch die Traditionen werden kaum noch gepflegt.

Für einen Euro und mehr - je nach Größe - liegen die Silvester-Backwaren in den Schaufenstern neben Marzipanschweinchen, Schokolade-Schornsteinfegern und Schoko-Hufeisen. Aufs Backblech kommen sie allerdings erst nach Weihnachten, damit sie frisch und knusprig sind. Denn das ist der Haken: Die Neujahrsboten trocknen schnell aus. Deswegen sollte man vorher mit Blick auf die Resteverwertung Weck und Co. lieber einfrieren.

Tischdekoration mit Schleifchen

Oder wie wäre es mit einem nahrhaften Auflauf samt Vanillesoße? Außerdem eignet sich der betagte Magenfüller noch immer zum "Dunke". Das wissen kleine und große Schleckermäuler, die ob der kinderleichten Zubereitung nicht selten zu Marke Eigenbau von der Mama greifen. Wer sich die Arbeit ersparen will, findet ja die frischen Bäckerleckerbissen, die sich zu Silvester nebenbei als Tischdekoration mit Schleifchen eignen.

Auf die Neujahrsbrezeln setzt auch Christian Lorczyk von der Mannheimer Confiserie Freundt. Er verrät uns sein spezielles Rezept: 1/8 Liter kalte Milch, 300 Gramm Mehl, 30 Gramm Hefe, 30 Gramm Zucker, ein gestrichener Teelöffel Salz, 30 Gramm Butter und ein Ei braucht er als Zutaten. Alles zusammen verknetet der Konditor etwa fünf Minuten lang zu einem glatten Teig (Milch nicht anwärmen, kein Vorteig). Dann bleibt der Teig abgedeckt eine Viertelstunde stehen. Anschließend werden die Brezeln geformt, mit Ei bestrichen und mit Hagelzucker bestreut.

Die süßen Dinger werden schließlich auf einem Backblech rund eine Stunde an einem warmen Ort gehen gelassen, bis sich der Teig etwa verdoppelt hat. Bei 190 Grad goldbraun backen. Zum Schluss heißt es nur noch reinbeißen.

© Mannheimer Morgen, Samstag, 29.12.2012
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