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Familienprogramm: Die drei großen Mannheimer Museen locken mit Mitmach-Aktionen

Museumswelt zum Anfassen

Von Tanja Rühle

Mannheim. Im Museum Weltkulturen herrscht ein riesiger Andrang. Rund 15 Kinder haben sich um Museumspädagogin Antje Gräfe versammelt und lauschen gespannt ihren Worten Das Motto der Zwergenwerkstatt ist "Gut gebrüllt Löwe". Das heißt, heute stehen die Tiere aus der "Alexander der Große"-Ausstellung im Mittelpunkt.

Rund eineinhalb Stunden führt die Pädagogin die Vier- bis Achtjährigen durch die Ausstellungsräume und erzählt ihnen spannende Geschichten über Alexanders Kämpfe mit wilden Raubtieren, lässt sie Soldatenhelme aufprobieren und beantwortet geduldig die Fragen der Sprösslinge.

Selbst kreativ sein

Damit im Gedränge niemand verloren geht, hat die Museumspädagogin zwei Helfer dabei. Nach der Führung gibt es bei der Zwergenwerkstatt immer etwas zu basteln, das in Zusammenhang mit den Ausstellungsstücken steht. Heute ist es eine Fibel, mit der die Griechen ihre Gewänder zusammenhielten. Bevor es losgeht, dürfen die Kinder das kostbare Original, das mit kleinen Windrädern verziert ist, in einer Vitrine betrachten.

Ganz viel selbst machen ist auch in der Kunsthalle angesagt: Jeden Dienstag können Kinder beim "Knallbonbon" auf Entdeckungstour gehen, die Kunstwerke kennenlernen und dann selbst noch etwas malen, drucken oder bauen. Die Kunstboxx ist ein Angebot für Eltern und Schulkinder. Während Mama und Papa an einer Führung teilnehmen, kümmern sich Kunstpädagoginnen um die Sechs- bis Zehnjährigen. Nach einer Kinderführung werden die Kleinen selbst kreativ. Bilder und Skulpturen der Ausstellung sollen den Kindern dabei eine Anregung sein. "Bei der Kunstboxx darf jeder kleine Künstler am Ende etwas mit nach Hause nehmen", erklärt Dr. Dorothee Höfert von der Abteilung Kunstvermittlung.

Ausprobieren steht im Landesmuseum für Technik und Arbeit im Vordergrund. In der Dauerausstellung "Elementa" erfahren Kinder und deren Eltern, warum Elektrizität haarsträubend sein kann, wie man Konfetti auf die Sprünge hilft und wie man mit einem Blasebalg Rohrpost auf die Reise schickt - und natürlich noch viel mehr über naturwissenschaftliche und technische Versuche. Das Ausprobieren versetzt die Kleinen nicht nur ins Staunen, es macht ihnen vor allem großen Spaß. Seit Anfang November hat auch das Sonntagslabor in Ebene F wieder geöffnet. Hier können Kinder, Jugendliche und Eltern unter professioneller Anleitung Experimente machen. Mal geht es ums Thema Getriebe, ein anderes Mal bauen die Besucher einen Roboter.

Die drei großen Mannheimer Museen bieten ein hervorragendes Mitmachprogramm für Kinder an, das sich vor allem für nasskalte Herbst- und Wintertage eignet.

Pädagogisch wertvoll

Alle Angebote sind pädagogisch wertvoll: Von der Kunst über Archäologie bis Physik sind alle Bereiche abgedeckt. Museumspädagogen und andere Fachkräfte vermitteln spielerisch ihr Wissen, so dass es den kleinen Zuhörern Spaß macht, etwas zu lernen. Während sich das Sonntagslabor eher für Schulkinder eignet, sind Kindergartenkinder bei der Zwergenwerkstatt in den Reiss-Engelhorn-Museen oder beim "Knallbonbon" in der Kunsthalle gut aufgehoben.

Morgenmagazin
12. November 2009

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