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Drei sind einer zu viel

"WENN LIEBE SO EINFACH WÄRE": Nancy Meyers dreht mit Meryl Streep, Baldwin und Martin

Jane Adler (gewohnt souverän: Meryl Streep), erfolgreiche Betreiberin einer Bäckerei mit Speiselokal, ist seit zehn Jahren geschieden und unterhält eine Affäre mit ihrem Ex-Mann Jake (hassens- wie liebenswert: "Pfundskerl" Alec Baldwin). Der erfolgreiche Anwalt hat inzwischen die jüngere Agness (giftig: Lake Bell) geheiratet, Mutter eines nervigen Jungen. Dann ist da noch der liebenswert schüchterne Architekt Adam (zurückhaltend-unterfordert: Steve Martin), der in Janes Haus eine neue Küche einbauen soll und gern Teil ihres Lebens wäre.

Ohne echte Sorgen

Mit anderen Worten: "It's Complicated", was sich als deutscher Titel "Wenn Liebe so einfach wäre" liest. Kopf hinter dem Liebesdreieck ist Nancy Meyers, seit Hits wie "Was das Herz begehrt" oder "Was Frauen wollen" Hollywoods Fachfrau in Sachen "mittelalterliches" Beziehungschaos. Jack Nicholson und Diane Keaton respektive Helen Hunt und Mel Gibson hat sie da zusammengespannt, zugkräftige Stars im "besten" Alter, im Leben wie im Film wohl situiert und bar echter Sorgen.

Kompliziert, sprich komisch, ist nur deren Liebesleben, derweilen die Filmemacherin laut eigener Aussage hier besonders die Wahl des Titels quälte. "Die andere Frau" war angedacht und auch "Geschieden" - mit einem Poster, das das entfremdete Paar im Bett zeigt. Mit dem Plakat wird inzwischen beiderseits des Atlantiks geworben und es ist ein guter Verweis darauf, womit man es hier zu tun bekommt: einem plüschigen, formelhaften Meyer-Mix, mild im Umgang mit den Protagonisten und moderat im Ton. In Zeiten kruder, im College-Milieu angesiedelter Sauf-exzesse und Sex-Eskapaden sind "erwachsene" Komödien selten und gern besuchter Fluchtort für hoffnungslose Romantiker.

Schwer in den Griff zu bekommen ist diese Art Stoff. Viel Wert legt die Drehbuchautorin, Produzentin und Regisseurin Meyers auf ziselierte Dialoge, sorgfältiges Produktionsdesign und erlesene Fotografie. In Sachen Kamera brilliert Oscar-Preisträger John Toll ("Braveheart"), der den noblen Ort aus der Vogelperspektive in glasklaren Bildern einfängt und so die Parameter definiert, in denen der Geldadel sich bewegt. Man kreist um sich selbst, beschäftigt Psychologen und Physiotherapeuten, fährt europäische Luxuskarossen und schlürft Martinis.

Finanzielle Probleme bleiben außen vor, die Wahl der Kleidung scheint das schwerwiegendste aller Probleme. Kino funktioniert, wie in den "guten alten" Zeiten, als perfekte Illusionsmaschine, bietet Eskapismus pur - und gleichzeitig nimmt man, das Papiertaschentuch knetend, an den (Liebes-)Nöten der Helden teil.

Morgenmagazin
21. Januar 2010

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