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100. GEBURTSTAG

Über Kreuz denken

Archiv-Artikel vom Samstag, den 21.12.2013

Von Mirjam Moll

Die einen lieben es, die anderen hassen es: das Kreuzworträtsel. Am 21. Dezember 1913 erschien es erstmals in einer Zeitung. Über die Faszination des Wortspiels, das seit 100 Jahren kein bisschen an Aktualität verloren hat.

Journalist Arthur Wynne sollte für die New York World etwas Neues erfinden: Heraus kam das erste Kreuzworträtsel. 

© k

Am 21. Dezember feierte es seinen 100. Geburtstag. Das Kreuzworträtsel. Doch wer hat es eigentlich erfunden? Nein, diesmal waren es nicht die Schweizer. Vielmehr ein Engländer, der für eine New Yorker Zeitung arbeitete. Mit 19 Jahren hatte der Brite seiner Heimat den Rücken gekehrt und suchte sein Glück im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Sein Chef bat ihn, für die "Fun section" ein neues Element zu erfinden. Wynne grübelte und begann, in seinen Kindheitserinnerungen zu graben. Schon als Junge spielte er gerne mit Worten, zum Beispiel im Magischen Quadrat.

Das wiederum soll Victor Orville im Gefängnis in Südafrika erfunden haben: Der Brite saß dort wegen eines tödlichen Autounfalls ein. Der Schatten der Gitterstäbe habe auf dem Boden der Zelle eine Art Raster gezeichnet. So will Orville auf die Idee gekommen sein, ein Gitterraster zu erstellen, in das man Wortgruppen so anordnen muss, dass sie sowohl horizontal als auch vertikal lesbar sind. Seine Idee gab er demnach an eine Zeitung weiter. Über den Zeitpunkt des Entwurfs herrscht jedoch ebenso Uneinigkeit in der Rätselliteratur wie darüber, ob Wynne tatsächlich der Erfinder des Kreuzworträtsels ist. So gibt es Quellen, die behaupten, Orville habe das Rätsel erst 1915 erfunden. Wynne soll sich dessen Rätsel aber bereits 1913 als Vorbild genommen haben.

Stimmt die Theorie, hat Wynne das Magische Quadrat weiterentwickelt. Statt die Wörter zum Einsetzen vorzugeben, gab er lediglich Hinweise auf die Wörter. Der Brite, der vermutlich 1871 geboren wurde, entwarf ein Raster in Form eines Diamants. Zusätzlich fügte er Ziffern ein, so dass deutlich wurde, wo welche Wörter eingesetzt werden müssen. Wynne nannte seine Erfindung "Cross words". Ein neues Rätsel war geboren. Es eroberte nicht nur Amerika, sondern auch Europa. 1925 veröffentlichte die Berliner Illustrierte dann als erstes deutsches Medium ein Kreuzworträtsel.

Durchbruch in Europa

"Das war der Durchbruch für das Kreuzworträtsel", sagt Johannes Susen, der in Brühl eine eigene Rätselagentur leitet. Vom Magischen Quadrat mit seinen strengen Regeln habe man nur Wenige überzeugen können. Im Kreuzworträtsel setzt man die Worte nur waagrecht oder senkrecht ein, nicht sowohl als auch wie beim Magischen Quadrat. "Außerdem setzte Wynne Schwarzfelder ein. Das ist die Grundlage für ungeheuer viele Rätsel", sagt der Experte. Doch erst nach Wynnes Tod wurde sein Verdienst auch anerkannt. Vorher galt Orwill als Erfinder des Kreuzworträtsels, berichtet Susen.

Rätselguru Manfred Stock ist skeptisch, was den Ruhm Wynnes angeht. In seinem Buch "Deutsche Rätselkunde" geht er mehr als 100 Rätselarten auf die Spur: "Ob Wynne der Kreuzworträtselerfinder war, bleibt umstritten", sagt der Mann, der selbst schon über 8000 Rätsel erfunden hat. Das größte bleibt wohl sein Alter, das er partout nicht verraten will. Stattdessen macht er auch darum ein Rätsel: "Ich weiß ja nicht, welches Alter Sie meinen. Das im Personalausweis, das gefühlte oder das dem Aussehen entsprechende..." Mit einem seiner Silbenrätsel schaffte der geheimnisvolle gebürtige Leipziger, von dem selbst Wikipedia kein Geburtsdatum weiß, im Jahr 2000 sogar einen Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde.

Inzwischen gibt es viele Sorten von Kreuzworträtseln, darunter das bekannte Schwedenrätsel, das seinen Namen der Vermutung verdankt, ein Schwede habe es erfunden. Oder das Anekdotenrätsel, eine Erfindung von Stock selbst. Sie alle basieren auf Wynnes Rätsel.

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