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Aller guten Dinge sind elf

Von Christine Brehm

Solothurn im Jura, der elfte Kanton der Schweizer Eidgenossenschaft, beeindruckt ebenso mit barocken Bauwerken wie die Nachbarstadt St. Ursanne im Jura.

Sie ticken anders, die Uhren in den Schweizer Städtchen Solothurn und St. Ursanne. Keine Hektik, mehr Gelassenheit. Eine traumhafte historische Kulisse bieten diese romantischen barocken und mittelalterlichen Orte, eingebettet in eine raue, schroffe, wahnsinnig faszinierende Landschaft: den Schweizer Jura.

Solothurn gilt als schönste Barockstadt der Schweiz. Über 200 Jahre - von 1530 bis 1792 - residierte dort die französische Botschaft in der Schweiz. Dies hat vor allem die Architektur der Stadt geprägt: Prachtvolle Bauwerke im Barockstil wie das Palais Besenval, das Schloss Waldegg und zahlreiche Patrizierhäuer zeugen von dieser Zeit.

Typisch für die Barockzeit ist das Spiel mit den Zahlen: Die magische Zahl Solothurns ist die Elf. Elf Kirchen und Kapellen sowie elf Brunnen gibt es. Die St.-Ursen-Kathedrale hat elf Altare, elf Glocken und eine große Haupttreppe, die in Abschnitte von je elf Stufen unterteilt ist. Hinzu kommen elf Türme im Stadtgebiet. Nicht zuletzt ist Solothurn als elfter Kanton der Schweizerischen Eidgenossenschaft beigetreten.

Schweizer Jura: Wichtigste Orte sind Neuenburg, Murten, Biel, Solothurn, Moutier und Delémont.

Sprachen: Deutsch und Französisch.

Infos:

www.bielersee.ch

www.navig.ch

www.biel-seeland.ch

www.solothurn-city.ch

www.juratourisme.ch

www.aref.ch

www.watchcities.ch,

www.murtentourisme.ch

Forellenfischen im Doubs

St. Ursanne ist eine mittelalterliche Kleinstadt am Ufer des Doubs. Gern wird sie die Perle des Jura genannt. Zahlreiche Wanderwege und Mountainbikepfade laden zum Erkunden der Region ein. Der Doubs zieht viele Fischer an, die es auf schmackhafte Forellen abgesehen haben. Mit dem Kanu kann man den Doubs auch auf dem Wasser erleben - mal als engen, wilden Sturzbach oder als gemächliches Gewässer.

Wem der Doubs nicht reicht, der kann im Regionalpark Chasseral in die jurassische Flora und Fauna eintauchen. Mit 1607 Metern überragt der Chasseral das Schweizer Mittelland und das Drei-Seen-Land: Bieler-, Neuenburger- und Murtensee. Wanderwege führen durch eine vielfältige Naturlandschaft zu Landgasthöfen mit regionalen Spezialitäten: die Käsesorten Tête de Moine oder Gruyère d'Alpage, Gemüse, Wein vom Bielersee oder Schokolade von Camille Bloch. Wegen seiner Höhenlage bietet der Chasseral einen faszinierenden Weitblick bis zu Alpen und sogar den Vogesen.

Neben dem Chasseral stellt das Hochplateau der Freiberge mitten im Kanton Jura eine Attraktion dar: Es ist die Heimat der Freiberger Pferde, der einzigen Schweizer Pferderasse. Mit einem markierten Reitwegenetz von über 150 Kilometern ist der Jura ein wahres Paradies für Pferde und Reiter. Anfänger können einfache, begleitete Ausritte unternehmen. Es werden aber auch mehrtägige Trekkings oder Planwagen-Fahrten angeboten.

Der größte Klassiker im Schweizer Jura ist die Drei-Seen-Rundfahrt, die kein Besucher versäumen sollte. Der längste schiffbare Wasserweg der Schweiz verbindet die drei großen Seen Bieler-, Neuenburger- und Murtensee. Sie sind miteinander durch die Kanäle Broye und Thielle verbunden. Die zweieinhalbstündige Fahrt auf der Aare von Solothurn nach Biel oder umgekehrt führt an Altreu und seiner berühmten Storchenkolonie sowie dem mittelalterlichen Städtchen Büren vorbei.

Um den Bielersee kennenzulernen, bietet sich St. Peterinsel an. Nach dem Besuch des schmucken Schlosses von Erlach und einem Spaziergang auf der rund fünf Kilometer langen, von den größten Schweizer Moorgebieten umgebenen Landzunge führt der Heideweg durch ein Vogelparadies mit Brutstätten zahlreicher Arten. Nach einer knappen Stunde erreicht man das Klosterhotel mit Restaurant, in dem Jean-Jacques Rousseau während seines Schweizer Exils einige Zeit verweilte. Wer nicht zurücklaufen möchte, kann ein Boot nehmen. Gerade für Familien bietet sich die Route für eine Radtour an.

Am Südostufer des gleichnamigen Sees liegt der mittelalterliche Ort Murten, der seinen Charme mit malerischen Gässchen und schönen Arkaden bewahrt hat. Besonders sehenswert ist die vollständig erhaltene, begehbare Stadtmauer. Murten bietet außerdem, neben einer bezaubernden Uferpromenade, viele Wassersportmöglichkeiten, aber auch kulturelle Veranstaltungen.

Wiege der Uhrenindustrie

In diesen Schweizer Städtchen ticken die Uhren im wahrsten Wortsinn anders. Denn der Jura ist berühmt für seine Uhrenindustrie. Le Locle und La-Chaux-de-Fonds sind Städte, die von und für die Uhrenindustrie erbaut wurden. Wegen ihrer von der Uhrenindustrie geprägten Stadtlandschaft wurden die beiden Uhrenmetropolen 2009 von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt.

Malerisch gelegen, wie viele Städte im Schweizer Jura, ist auch Neuenburg am Neuenburgersee, die Hauptstadt des französischsprachigen Kantons. Weithin sichtbare Wahrzeichen der Stadt sind das Schloss und die Kollegiatskirche, die wunderbare gotische Elemente beheimatet. Sehenswert sind zudem die drei Neuenburger Museen: das Musée d'Ethnographie, das Musée d'Art et d'Histoire und das Centre Dürrenmatt. Letzteres beherbergt Zeichnungen und Gemälde des berühmten Schweizer Schriftstellers Friedrich Dürrenmatt, der zwar in diesem Kanton ab 1952 bis zu seinem Tod 1990 lebte, aber dennoch weiter auf Deutsch schrieb.

Viel Kunst, genauer gesagt, jurassische Kunst gibt es im Musée Jurassien d'Art et d'Histoire in Delmont zu sehen. Vor allem Römer und Merowinger stehen im Mittelpunkt. Aber die Hauptstadt des Kantons Jura hat noch mehr zu bieten, beispielsweise eine größtenteils erhaltene mittelalterliche Altstadt und das Schloss Domont, eine spätgotische Anlage.

© Mannheimer Morgen, Samstag, 13.10.2012
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