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Bayerische Idylle am See

Von Yasmin Akbal

Der Tegernsee am Fuß der Alpen bietet zahlreiche Sportangebote, Erholung und gelebtes Brauchtum - da schlägt das Touristen-Herz schnell für Weiß-Blau.

Zu viel Ruhe kann zum Problem werden. Auf dem Tegernsee gleiten Segelboote über das Wasser, schaukeln im leichten Sommerwind. Nur vereinzelt dringt das Glockenläuten vom ehemaligen Benediktinerkloster bis zu den Booten, ertönt vom Ufer her aus einem weiß-blauen Zelt bayerische Blasmusik.

Plötzlich lässt der Wind nach und zwingt zum Stillstand. Ob jetzt die Wasserschutzpolizei oder die Deutsche Lebensrettung Gesellschaft (DLRG) zum Abschleppen anrückt? Schließlich darf außer ihnen kaum einer Motorboote auf den Tegernsee setzen. Kurz bevor die Segler zum Sprung ins Wasser ansetzen, die Schnur schon um den Bauch gebunden, um den kleinen Katamaran schwimmend ans Ufer zu ziehen, regt sich dann doch noch das erlösende Lüftchen, und die Fahrt geht weiter.

Tipps und Adressen

Lage: Der Tegernsee liegt etwa 50 Kilometer südlich von München, auf einer Höhe von 725 Metern über dem Meeresspiegel.

Städte: Die fünf Orte Bad Wiessee, Gmund, Kreuth, Rottach-Egern und Tegernsee teilen sich den Zugang zum See.

Infos: Unterkünfte, Veranstaltungen und Freizeitangebote im Internet unter www.tegernsee.de. (ya)

Der Tegernsee hat viele Gesichter. Tatsächlich kommen die Motorisierten erst dann zum Einsatz, wenn es mit der Ruhe endgültig vorbei ist, wenn Stürme über das Wasser fegen, Boote umwerfen und hohe Wellen schlagen. Rot blicken dann die Warnlichter am Ufer, und die Einsatzkräfte bringen die Wassersportler an Land. Auch wenn dafür das umgekippte Gefährt zurückgelassen werden muss.

Panoramablick auf Tal und Berge

Umgeben von Wäldern und Wiesen teilen sich am Fuß der Bayerischen Alpen fünf Dörfer den Zugang zum Tegernsee. Die einzige Insel auf dem Gewässer, die sogenannte Liebesinsel, steht unter Naturschutz. Angeblich, so sagen Einheimische, nutzen Liebespaare manchmal die Insel für heimliche Rendezvous.

In dieser ländlichen Idylle erholen sich auch Prominente gerne. Die Münchner Schickeria verbringt hier ihr Wochenende. Und schon der frühere Wirtschaftsminister und Bundeskanzler Ludwig Erhard verbrachte seinen Urlaub mit den Enkeltöchtern am Tegernsee. Mit ein bisschen Glück trifft man Schauspieler Fritz Wepper oder die Spieler des FC Bayern München, die hierher ins Trainingslager fahren.

Zahlreiche sportliche Freizeitangebote gibt es auch für Nicht-Profis. Das fängt beim Mountainbiking und Golfen an und hört beim Stehpaddeln und Paragliden noch lange nicht auf. Heilklimawanderwege und Jod- und Schwefelquellen versprechen Erholung, Casino, Spielarena und Volkstheater Zerstreuung, und auch wer lieber shoppen möchte, wird auch fündig.

Im Winter verwandelt sich die Umgebung des Tegernsees in ein Skigebiet mit einer Pistenlänge von rund zehn Kilometern. Angebunden an das Skigebiet Spitzingsee-Tegernsee, das als größtes zusammenhängendes Skigebiet Deutschlands gilt, ergeben sich laut der Tegernseer Tal Tourismus GmbH weitere 25 Kilometer Piste. Eine der besten Aussichten auf den See bietet der Wallberg, auf den man mit der Steilbahn in etwa zehn Minuten gelangt. Oben, auf etwa 1700 Meter Höhe, fühlt man sich dann in Heidis Bergwelt versetzt. Während sich auf der einen Seite der Tegernsee erstreckt, recken auf der anderen Seite die Alpen ihre Spitzen in die Wolken. Vom Gipfelkreuz, das der Verein zur Erhaltung der Volkstracht bereits im 19. Jahrhundert aufgestellt hat, geht der Blick über die Zugspitze, das Karwendel und den Wilden Kaiser.

Aus allen Richtungen bimmeln Kuhglocken und verraten die Wiederkäuer, die vereinzelt auf den Wiesen grasen. Spätestens hier kommt dann der Bayer in jedem Touristen hervor und das Herz schlägt für Weiß-Blau. Gut so, denn rund um den Tegernsee werden die Liebe zum Freistaat und das bayerische Brauchtum hochgehalten, Dirndl und Lederhosen sind Pflicht.

Trachtentänze und frisches Bier

Etwa auf den Waldfesten, die in den Sommermonaten von lokalen Vereinen organisiert werden. Dort ist das Trachtentragen gelebte Kultur. Auf dem Waldplatz wirbeln Frauen mit wehenden Röcken zur Musik der Blaskapelle bei bayerischen Tänzen über die Bühne. Männer führen den Schuhplattler vor, und frische Maß Tegernseer Bier werden über die Tresen geschoben. Kaum sind die Gläser leer, werden sie auch schon von emsig umherlaufenden Buben in Kinderlederhosen eingesammelt, in Karren verladen und zurück zum Getränkestand gebracht.

Liebhabern der bayerischen Küche empfehlen Reise- und Feinschmeckerführer unter anderem das "Herzogliche Bräustüberl Tegernsee". Dort servieren Bedienungen im Dirndl Obazd'n, Schweinshax'n oder Schnittlauch-Bauernbrot mit Bierradi. Das schmeckt bei Sturm und Windstille.

© Mannheimer Morgen, Samstag, 18.08.2012
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