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Musik, Forschung und Genuss

Von Axel Pinck

Kloster Bronnbach im Taubertal entwickelte sich nach langem Verfall zu einem Treffpunkt für Kultur und Wissenschaft.

Das Kloster Bronnbach bei Wertheim ist nach langem Dornröschenschlaf aus der Vergessenheit erwacht.

Am Rande der Tauber und zerschnitten durch eine Straße liegt das Kloster in der Landschaft ...

... seine Orangeriebeeindruckt durch ein Außenfresko, das an Besuchstagen stimmungsvoll beleuchtet ist.

Der später heiliggesprochene Zisterziensermönch Bernhard von Clairvaux soll während einer Pilgerreise durch das Taubertal einst gesagt haben: "Auch dort wird ein Kloster meines Ordens gegründet werden". Und in der Tat: Kurz vor seinem Tod 1153 stellten vier fränkische Edelleute in ihrer Begeisterung für den jungen Orden, der sich vom Prunk und Reichtum der etablierten Kirche abgekehrt hatte, den Mönchen den Grundbesitz des "Castrum Bunnebach" für eine Klostergründung zur Verfügung.

Heute trifft man Wanderer, Radurlauber, Weinliebhaber oder - insbesondere im Herbst und Winter - Konzertgäste in den ehemaligen Klosterräumen, die schon seit mehr als einem Vierteljahrhundert dem Landkreis Main-Tauber gehören.

Romanik, Gotik und Barock

Tipps und Adressen

Info: Tourismusverband "Liebliches Taubertal", Gartenstr. 1, 97941 Tauberbischofsheim, Tel.: 09341/82 58 06, www.liebliches-taubertal.de; Kloster Bronnbach, Bronnbach 19, 97877 Wertheim, Tel.: 09342/935 20 20 20, www.kloster-bronnbach.de, geöffnet November bis März donnerstags 11-16 Uhr und nach Vereinbarung.

Übernachtung: Gästehaus Bursariat, Tel.: 09342/935 20 20 21, danielle.krank@kloster-bronnbach.de - 17 freundliche Zimmer mit Dusche/WC zu günstigen Preisen; Hotel Wertheimer Stuben, Rechte Tauberstr. 2, 97877 Wertheim, Tel.: 09342/935 72 70, www.wertheimer-stuben.de - 21 komfortable Zimmer; Malerwinkel, Neuplatz 1, 97877 Wertheim, Tel.: 09342/90 60, www.hotelammalerwinkel.de - gemütliche Herberge in der Altstadt, Restaurant mit kreativer Regionalküche.

Essen und Trinken: Zum Ochsen, Marktplatz 7, 97877 Wertheim, Tel.: 09342/388 80, www.zum-ochsen-wertheim.de; Zum Goldenen Adler, Mühlenstr. 8. 97877 Wertheim, Tel.: 09342/13 37, www.goldener-adler-wertheim.de; Bestenheider Stuben, Breslauer Str. 1, 97877 Wertheim, Tel.: 09341/965 40, www.bestenheider-stuben.de.

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Der Kreuzgang stammt noch aus dem 13. und 14. Jahrhundert mit seinen romanischen Rundbögen aus rötlichem Buntsandstein. Doch durch Umbauten und Erweiterungen finden sich im Kloster auch Bauelemente der Gotik und anderer Architekturstile. In der Klosterkirche, den Prachtsälen - wie dem Josefssaal - oder der 1775 eingeweihten Orangerie mit ihrem Außenfresko umgibt Besucher wiederum die verschwenderische Fülle des Barock.

Von der schlichten, auf ein mit Gebet, Lesung und Arbeit ausgerichteten Mönchsleben aus der Gründungszeit der Zisterzienser ist hier nicht sehr viel zu spüren. Dafür bieten die restaurierten Räume, die noch Ende der 1980er Jahre recht heruntergekommen wirkten, einen festlichen Rahmen für Feiern und Veranstaltungen aller Art. Das "Consortium Classicum" etwa zelebriert Musik im Josefssaal, und im Bernhardsaal, dem ehemaligen Speisesaal der Mönche, finden Chansons aus den 1930er Jahren ihr Publikum. Über die Zeit der Hexenverfolgung wird im Lesesaal informiert, während im Seminarraum des Bursariats Workshops stattfinden.

Im Gewand eines mittelalterlichen Jakobspilgers mit Stab, Hut, Umhang und Jakobsmuschel weiht Karl-Heinz Sommer in der Vinothek im ehemaligen Cellarium des Klosters in die Welt der Taubertäler Weine ein. In den Klosterkomplex sind aber auch ganz andere weltliche Mieter eingezogen. Das Fraunhofer-Institut für Silicatforschung entwickelt im sanierten Stallgebäude moderne Mess- und Prozesstechnik, die Universitäten von Mannheim und Würzburg, das Karlsruher Institut für Technologie sowie die Duale Hochschule Mosbach nutzen die Abgeschiedenheit des Klosters für Seminare, Veranstaltungen und Studienaufenthalte, und im ehemaligen Spitalgebäude lagern Sammlungen des Staatsarchivs Wertheim.

Dem Heimatverein im nahegelegenen Reicholzheim ist es gelungen, im alten Brennereigebäude des Klosters eine funktionsfähige Museumsbrennerei einzurichten. Mit den vier Padres der Kongregation der "Missionare von der Heiligen Familie", die im Jahr 2000 in einige Klosterräume eingezogen und in der Region seelsorgerisch tätig sind, gibt es 200 Jahre nach Aufhebung der Kirchengüter und dem Auszug der Zisterzienser sogar wieder ein Mönchsleben in den historischen Gemäuern.

© Mannheimer Morgen, Samstag, 01.12.2012
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