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So weit die Füße tragen

Von Bernhard Zinke

Der US-Bundesstaat Utah weist mit fünf spektakulären Nationalparks wunderschöne und vollkommen verschiedene Naturwunder auf, die auch gern als Filmkulissen genutzt werden.

Der Zion Nationalpark im US-Bundesstaat Utah lockt nicht nur mit spektakulären Naturkulissen. Der Wanderer wird hier auch schnell zum Kletterer, der sich an Stahlseilen in die Höhe hangeln muss. In herrlichen Rot-Tönen leuchten die Felsnadeln im Bryce Canyon (links unten).

© bjz

Es ist eine schweißtreibende und spannende Angelegenheit, mit den Engeln auf Tuchfühlung zu gehen. Denn der Aufstieg zu "Angel's Landing", diesem rund 800 Meter hohen, ausgesprochen schmalen Felsen inmitten des Zion-Nationalparks in Utah, USA, hat es in sich.

Die Wanderung beginnt kurz hinter der Haltestelle des Park-Busses als gemütlicher Spaziergang auf einem befestigten Fußweg. Nach ein paar hundert Metern startet die Steigung auf gewundenen Pfaden. Wer später die anstrengenden 21 Spitzkehren hinter sich gelassen hat, ist noch immer nicht am Ziel. Das spektakulärste Teilstück oben auf dem Grat steht noch bevor.

Nach dem Zwischenstopp auf einer kleinen Aussichtsplattform, dem Scout Overlook, wird der Wanderer zum Kletterer und sollte ab hier schwindelfrei sein. Denn nun geht es an Stahlketten entlang auf natürlichen oder herausgehauenen Fels-tritten hoch zur Spitze.

Nationalparks: Der Zion-Nationalpark (www.nps.gov/zion/index.htm) bietet eine Vielzahl von abwechslungsreichen Wander- und Klettertouren durch Schluchten und auf Gipfel. Der Arches-Nationalpark (www.nps.gov/arch/index.htm) weist über 2000 Steinbögen auf. Der Bryce Canyon (www.nps.gov/brca/index.htm) bietet nicht nur zahllose scheinbar weich dahingetropfte Felsnadeln, sondern sternenklarste Nächte.

Ermäßigung: Der "America The Beautiful Annual Pass" berechtigt zum Eintritt in alle US-Nationalparks. Er kostet 80 US-Dollar und kann sich rechnen, wenn man mehrere Parks besuchen möchte.

Infos: Basiswissen und Insider-Tipps unter www.goutah.de.

Veranstalter: Einer der größten Anbieter für USA-Reisen ist das Unternehmen Faszination Fernweh mit Sitz in Weinheim (www.faszination-fernweh.de). bjz

Atemberaubender Anblick

Schon der Weg dorthin ist ein spektakuläres Erlebnis. Wem bis zum Gipfel die Luft noch nicht aus konditionellen Gründen weggeblieben ist, dem verschlägt es spätestens beim erhabenen Blick über den Canyon den Atem. Vor dem Betrachter entfaltet sich der vielleicht schönste, weil abwechslungsreichste Nationalpark Utahs in ganzer Pracht.

Er nennt sich nicht ohne Grund Zion. Schließlich wirkt das grüne Tal, an dessen Seiten sich der rote Sandstein majestätisch erhebt, tatsächlich wie das gelobte Land.

Gelobtes Land findet sich an allen Ecken und Enden hier im Südwesten der USA. Obwohl ein staubtrockenes Wüstenklima herrscht, hat die Natur doch aus dem Vollen geschöpft. Mit fünf Nationalparks und über 30 - oftmals nicht minder schönen - Staatsparks sowie einer Reihe Traumstraßen verfügt Utah über einige der schönsten Naturkulissen der Vereinigten Staaten.

Kein Wunder, dass Hollywood die Pracht dieser Natur für sich entdeckt hat. Nicht nur ins Monument Valley im Süden zu Arizona hin, sondern auch in viele andere Ecken des Landes haben Filmregisseure ihre Teams entsandt. Harrison Ford und Sean Connery ritten als Indiana Jones und sein knorriger Vater durch diese Landschaft.

Gerade dreht Johnny Depp mit Gore Verbinski ("Fluch der Karibik") den Film "The Lone Ranger", der 2013 in die Kinos kommen soll. Bereits zu sehen war "127 Hours", die wahre Geschichte um den ziemlich spinnerten Aaron Carter, der bei einer verrückten Klettertour in eine Felsspalte stürzte und nur überlebte, weil er sich mit einem Taschenmesser selbst den eingeklemmten Arm amputierte - eine wahre Geschichte, die Hollywood nicht besser hätte konstruieren können.

Mit ein bisschen Glück trifft der Tourist im Arches Nationalpark auf Mike Coronella. Der Wanderführer, der vor knapp 20 Jahren aus New Jersey nach Utah kam, weiß Bescheid über jede Menge Wege und Geschichten aus der Gegend. Er hat als ehrenamtlicher Helfer der regionalen Bergrettung auch den verunglückten Aaron Carter getroffen. Im Arches Nationalpark kennt er sich aus wie in seiner Westentasche und kann leicht verständlich erklären, wie Wind und Wetter die mehr als 2000 Bögen aus Sandstein geschnitzt haben.

Große Sandsteinbögen

Zu den spektakulärsten Bögen ("Arches") zählt der Delicate Arch. Selbst wenn der knapp zweistündige Aufstieg nicht so anstrengend wie die Tour zu Angel's Landing im Zion ist: Wenn der Wanderer am Ende des Wegs um die Ecke biegt, wird ihm beim Anblick des knapp 20 Meter großen Sandsteinbogens möglicherweise trotzdem die Luft wegbleiben. Das Naturmonument hat es nicht von ungefähr wegen seiner erhabenen Schönheit zum Wahrzeichen des Bundesstaats gebracht: Der Delicate Arch ziert jedes Nummerschild in Utah.

Die Canyonlands, gerade um die Ecke des Arches, sind ein Jahrmillionenwerk des Colorado River und des Green River. Beide Flüsse haben tiefe Einschnitte in verschiedenen Abstufungen im Gestein hinterlassen. Das Labyrinth lässt sich etwa am Dead Horse Point mit unglaublichem Panorama-Blick bestaunen. Wahlweise lassen sich die Canyonlands aber auch mit dem Boot von der Flussseite aus erleben.

Im Bryce Canyon, nur knapp 80 Kilometer vom Zion entfernt, haben Wind und Wetter ganz anders am rötlichen Sandstein genagt. Dort hat die Natur die Felsnadeln fast sprichwörtlich in die Landschaft getropft. Die "Hoodoos" sehen aus, als wolle der Stein wie Softeis zerfließen.

Der Blick an der Abbruchkante ist schon beeindruckend. Richtig erschließt sich die Kulisse aber erst demjenigen, der wandernd in die Schluchten hinabsteigt. Unter dem meist stahlblauen Himmel schimmert der Stein in fast surreal verschiedenen Rot-Tönen. Der Navajo Loop ist ein drei Kilometer langer Rundweg, der zwar knapp 200 Meter in die Tiefe - und am Ende wieder hinauf - führt, sich aber gemütlich in anderthalb Stunden erwandern lässt. Wer genügend Luft hat, sollte den Queen's Garden Trail dranhängen. Auch wer sich viel Zeit zum Schauen und Fotografieren lässt, schaffte die Tour in drei Stunden.

Nicht zuletzt lockt der Capitol Reef Nationalpark mit Wanderwegen und Off Road-Pisten etwa ins Cathedral Valley mit zwei mächtigen kirchenartigen Felsen. Durch das "Nesthäkchen" unter den Parks - erst 1971 eingerichtet - ist der Autofahrer schnell hindurchgefahren. Einen Stopp zahlt die Natur mit überraschenden Ausblicken zurück.

Utah bietet seinen Gästen gern auch eine Zugabe: Die Nationalparks sind durch einige der schönsten Straßen der USA verbunden.

© Mannheimer Morgen, Samstag, 04.08.2012
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