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Windmühlen, Blumenpracht und Traumstrände: Wer in die Niederlande reist, den erwarten vielfältige Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. Auch im Bereich der Nationalparks hat das Nachbarland einiges zu bieten.
Am Niederrhein in der Provinz Gelderland befindet sich der "Nationaal Park De Hoge Veluwe". Mit einer Fläche von 54,5 Quadratkilometern lockt der Park Naturfreunde mit Wäldern, Dünen und Heide. Außerdem gibt es dort zahlreiche Tiere und Pflanzen, die unter Artenschutz stehen. Wer durch den Park wandelt, spürt die wohltuende Stille: Vögel zwitschern, und von weitem ist das Klopfen eines Spechts zu hören.
Anreise im Auto: Auf der A 61 nach Norden, dann auf die A 73 in Richtung Arnhem fahren.
Park: Der Eintritt kostet 8,20Euro, Kinder unter sechs Jahren sind gratis. Der Park ist je nach Jahreszeit zwischen 8 und 22 Uhr geöffnet. www.hogeveluwe.nl/de/15
Wohnen: Van der Valk Hotel Arnhem, Amsterdamseweg 505, 6816 VK Arnheim. Doppelzimmer ab 79 Euro, www.hotelarnhem.nl
Dabei war das Hoge Veluwe einst ein Jagdrevier für den Kaufmann Anton Kröller und seine deutschstämmige Frau Helene Kröller-Müller. Das Ehepaar kaufte das Gelände im Jahr 1909. In dem umzäunten Areal setzte man Hirsche und Mufflons aus, und das Jagdhaus St. Hubertus wurde gebaut. Die Wirtschaftskrise zwang die Eheleute 1935 dazu, Gebäude und Grundstück an die Stiftung "Het Nationale Park de Hoge Veluwe" zu verkaufen. Auf diese Weise wurde der Park der Öffentlichkeit zugänglich.
Der Park zieht jedes Jahr mehr als eine halbe Million Besucher an. Zu den Stammgästen gehören Frauke van Steincallenfels und Jel Lawalata. Die beiden Frauen haben es sich auf Liegestühlen bequem gemacht und genießen die Idylle. "Wir haben eine Jahreskarte", erzählt van Steincallenfels und schenkt sich ein Glas Wasser ein. Beinahe jedes Wochenende verbringen die beiden mit ihren Familien in dem Nationalpark. Mal komme man mit dem Auto zum Eingang in Otterlo, ein anderes Mal mit dem Rad. Manchmal laufen die Damen die knapp zehn Kilometer lange Strecke nach Hoenderloo, um am Jagdhaus Sint Hubertus Kaffee zu trinken. "Wir wohnen ja in der Nähe", sagt Lawalata. Herrlich sei es hier, schwärmt van Steincallenfels. Im Gebiet Bosje van Stan könne man, wenn man Glück habe, Schweine, Rehe, Rothirsche oder Mufflons beobachten.
Das Gelände ist über drei Eingänge - in Hoenderloo, Otterloo oder Schaarsbergen - zu erreichen. Wer das Kröller-Müller-Museum inmitten des Naturparks zu Fuß besuchen will, sollte den Eingang Otterlo wählen. Dort ist die Kunstsammlung des Ehepaars Kröller ausgestellt. 87 Gemälde des Malers Vincent van Gogh können bewundert werden - damit ist dort die zweitgrößte Van-Gogh-Sammlung der Welt ausgestellt.
Diese und zahlreiche andere Exponate von Künstlern wie Piet Mondriaan, Pablo Picasso und Paul Gauguin hat Kröller-Müller in den Jahren 1908 bis 1922 gesammelt. Meist Bilder, die negative Kritiken erhalten hatten und zu Lebzeiten der Kunstsammlerin entstanden.
Ein besonderer Höhepunkt des Geländes ist der Skulpturenpark rund um das Kröller-Müller-Museum. Auf 25 Quadratmetern können die Besucher seit der Eröffnung im Jahr 1961 Kunstwerke von Auguste Rodin bis Henry Moore bewundern. Die erste Skulptur, ein Denkmal für Christiaan de Wet, welches der Bildhauer Mendes da Costa angefertigt hatte, ließ Kröller-Müller bereits 1915 aufstellen.
Gegen eine Gebühr von sechs Euro können Besucher mit dem Auto in den Naturpark fahren. Größeren Genuss bietet das Areal natürlich jenen, die sich viel Zeit dafür nehmen. Der Marsch von Schaarsbergen bis zum Besucherzentrum beträgt rund 13 Kilometer. Wanderfreunde etwa locken die zahlreichen, gut ausgebauten Routen, bei denen sie ihre Augen an der reichhaltigen Pflanzenwelt weiden lassen können. Die Wege führen vorbei an hochgewachsenen Eichen und Birken, zierlichen Wasserlilien, prächtigem Sonnentau oder violett-blauem Lungen-Enzian.
Wer lieber radelt, hat die Möglichkeit, an den Eingängen eines der 1700 weißen Gratis-Fahrräder zu leihen. Achtung: Man muss dafür früh vor Ort sein, da die fahrbaren Untersätze weggehen wie warme Semmeln. Um sich abzusichern, dass ein Fahrrad auch für den Rückweg zur Verfügung steht, "reservieren" manche Menschen ihr Leihrad, indem sie es mit Taschen beladen oder den Sattel abschrauben, verrät van Steincallenfels. Erst am Besucherzentrum gibt es wieder die Chance, eines der Räder zu bekommen. Natürlich kann man auch sein eigenes Rad kostenlos in den Park mitnehmen.
Auch für kleine Gäste gibt es verschiedene Attraktionen: Ob "Moeffie Ontdekkingstocht", bei der Kinder auf Spurensuche gehen, Safaris oder Schnitzeljagd mit GPS - die Parkleitung bietet mehrere Programme für die Jüngsten an.
Stärken können sich die Besucher unter anderem im Restaurant "De Koperen Kop" im Zentrum des Gebiets. Bei Schaarsbergen wartet das Restaurant "Herberg Rijzenburg" auf Gäste, im Jagdhaus Sint Hubertus gibt es Leckereien wie Tee, Kaffee oder kühle Getränke. Wer lieber picknickt, findet über den gesamten Park verteilt viele hübsche Plätze unter freiem Himmel.
| Telefon | 0621/392-1313 |
| Fax | 0621/392-1373 |
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