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Montag, 20.05.2013

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Speziell ausgezeichnete Wanderwege versprechen Lauffreuden - und Orientierung im Schilderwald

Wandern im Winter

Von Deike Uhtenwoldt

Die Wintersonne hat Kraft. Sie lässt hier und da den Schnee schmelzen - und legt einen Schilderwald frei: Rothaarsteig, Hochsauerlandkammweg, örtliche Rundwanderwege, rote, weiße und schwarze Schilder in Folge an einen Holzpfahl genagelt. Ein knallgelber Pfeil weist zum Rodellift, ein gebogener weißer zum Nordic Aktiv Zentrum. Aber was sollen wir im Winter mit der Lenneroute für Biker anfangen?

Die Deutsche Sporthochschule in Köln hat dem winterlichen Schilderwald den Kampf angesagt - mit einem neuen Schild. Weißer Wanderer auf blauem Grund. Das Siegel steht für Premium Winterwanderwege in der Region Winterberg im Hochsauerland. Das Blau erinnert ein wenig an das öffentliche Verkehrsschild für Fußwege. Nur dass anstelle von Mutter und Kind ein Rucksackträger unter einer Schneeflocke den Winterwanderweg markiert. Ein Pfeil zeigt an, in welche Richtung die Wanderer laufen müssen, ein Schriftzug signalisiert, wo er sich gerade befindet. "Grenzweg Langewiese" ist da zu lesen. Irgendwo zwischen dem Schneepfad Landwehr und dem Berg Gerkenstein müssen wir das Wanderzeichen übersehen haben. Für Ralf Roth, Leiter des Instituts für Natursport und Ökologie an der Sporthochschule Köln, ein Manko: "Schilderwälder sind eine Katastrophe", sagt er. Die Sommerhinweisschilder sollten im Winter abgebaut werden und umgekehrt. 2010 hat sein Institut gemeinsam mit dem Tourismusverband Winterberg acht Winterwanderwege an den Start gebracht. Die Wege werden bei Schneefall mit oberster Priorität geräumt oder gewalzt. Das Siegel stehe für eine gute Erreichbarkeit, Einkehrmöglichkeiten sowie Ausblicke auf die Landschaft.

Das Wanderinstitut bietet eine Übersicht an Wanderwegen: www.wanderinstitut.de/premiumwege

Deutsche Sporthochschule Köln: www.dshs-koeln.de/natursport/institut.html

Ferienregion Hochschwarzwald: www.hochschwarzwald.de

Wandern in Winterberg: www.winterberg.de

Touristiker Nicolaus Prinz, Leiter des Programms Aktivzeit Winterberg, tritt dafür ein, zusätzliche Angebote abseits der Skipisten bereitzuhalten. Dazu gehören geführte Schneeschuhwanderungen oder Nordic-Walking-Schnupperkurse ebenso wie Winterwanderungen. Prinz kennt aber auch die Widerstände der Verkehrsvereine, die auf das alpine Geschäft fixiert seien und vorrechneten, was so ein Schneeschieber kostet. Das sieht Ralf Roth anders. In einer Studie wies er nach, dass zwar Rodeln und Schlittenfahren die populärsten Wintersportaktivitäten der Deutschen sind, aber dass Winterwandern immer beliebter wird. Multioptional heißt in der Sprache der Sporttouristikbranche vormittags Pisten abfahren, nachmittags durch den Schnee wandern. Da dürfe man nicht auf halbem Weg stehen bleiben.

© Mannheimer Morgen, Samstag, 29.12.2012
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