Mannheim.
Rasta Thomas und Adrienne Canterna-Thomas haben Bilderbuchkarrieren als Ballett-Stars hinter sich. Ausgebildet an der Kirov-Akademie in Washington D.C., gewannen die US-Amerikaner nicht nur bereits im Jugendalter jede Menge internationaler Preise, sondern tanzten nahezu alle großen klassischen Partien in renommierten Compagnien. Unter anderem war der 32-Jährige 2001 als erster Amerikaner Mitglied des St. Petersburger Kirov-Balletts.
"Wir haben über zehn Jahre ausschließlich Klassik getanzt, dann suchten wir etwas Neues, wollten etwas Frisches machen", begründet das Ehepaar, das sich seit Kindertagen kennt, einen tiefgreifenden Lebenseinschnitt vor fünf Jahren: Im besten Tänzer-Alter gründeten sie das Crossover-Projekt "Rock The Ballet", spannten darin einen Bogen von Baryschnikow über Bruce Lee bis Michael Jackson, zielten also gleichermaßen auf Liebhaber des klassischen Balletts, auf Kampfsport- und Popmusik-Fans. Am 15. Februar ist das Ensemble zu Gast im Mannheimer Rosengarten.
Auch Elton John ist ein Fan
"Rock The Ballet": Freitag, 15. Februar, 20 Uhr, Mozartsaal, Rosengarten Mannheim. Karte: 41,90 bis 64,90 Euro im Vorverkauf unter: www.rheinneckarticket.de oder per Telefon unter: 0621/ 10 10 11.
Die Show der Gegensätzlichkeiten kam an, wurde unter anderem 2010 von Elton John zur Rainforest Charity in die New Yorker Carnegie-Hall eingeladen. "Aber wir haben in den Tournee-Jahren auch gelernt, was geht, und was nicht funktioniert. Unsere neue Show ist noch besser, alles ist neu: Die Videos, die Musik, die Choreografien und die Kostüme", sind die Choreographin und der künstlerische Leiter überzeugt.
Der Untertitel "Bad Boys of Dance" hat sich nicht geändert. Tatsächlich überwiegt das männliche Element. "Anfangs wollten wir auch nur mit Tänzern arbeiten. Doch dann haben wir gemerkt, dass unsere Geschichte ohne Frau nicht funktioniert, denn der erste Akt ist eine Love-Story und die Jungs brauchen jemanden, den sie lieben können. Der zweite Teil besteht aus Show-Nummern."
Also erweiterten sie ihre jährlichen Auditions und suchen seither für sechs Männer eine einzige Tänzerin. "Das ist immer ein bisschen traurig, denn es bewerben sich so viele Frauen", kennt Canterna das Ungleichgewicht in der Szene nur zu gut "Aber die Anforderungen sind an alle sehr hoch. Tänzer und Tänzerinnen müssen Allrounder sein, eine sehr gute klassische Grundlage besitzen, aber auch Jazz, Modern, Hip-Hop, Akrobatik und Kampfkunst können", zählt Thomas die Voraussetzungen für ein Engagement auf.
"Und sie müssen Persönlichkeit besitzen. Die Frau sogar noch mehr als die Männer, denn sie muss gegen sie bestehen und die Bühne beherrschen", fügt Canterna hinzu. Zu 90 Prozent wird das sich "seelenverwandt" bezeichnende Paar auf der Suche nach dem idealen Ensemble in den USA fündig, aber auch in Japan, Kanada und Südamerika.
Ihre Inspiration zieht die Choreographin aus der Musik, aus der Mode, aus der Arbeit im Studio mit den Tänzern, aber auch aus Filmen, "vor allem aus historischen". Rasta Thomas findet mehr Anregungen in Block-Buster-Filmen, "aber meine hauptsächliche Inspiration ist meine Frau."