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Donnerstag, 24.07.2014

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Folk-Pop: Interview mit Sarah Nücken und Steffen Brückner, die als Mrs. Greenbird Pop-Deutschland verzücken

„Die haben uns genau verstanden“

Vielleicht die bisher originellsten Gewinner einer deutschen Casting-Show: Sarah Nücken und Steffen Brückner alias Mrs. Greenbird.

© dpa

Mrs. Greenbird, die geheimnisvolle, grüngefiederte Dame, die so gerne in Blues-Taktungen durch die wundersame Welt der Popmusik flaniert und schwadroniert, hat zwei Gesichter. Eins trägt weiche, weibliche Züge, das andere hat bärtig-männliche Merkmale. Sie, Sarah Nücken, hat eine engelsgleiche, glockenklare Stimme. Er, Steffen Brückner, trägt einen Zottelbart und zumeist eine Gitarre in der Hand. Wenn sie zusammen auf einer Bühne stehen, wird aus dem Gespann aus Köln, das auch privat ein Paar ist, das Duo Mrs. Greenbird. Das zieht seit seinen erstaunlichen Auftritten in der Casting-Show "X-Factor" märchenhafte Aufmerksamkeit auf sich und bescherte den deutschen Charts mit seinem gleichnamigen Debütalbum das erste Nummer-1-Album des Jahres. Ein Gespräch über Paradiesvögel, Paar-Projekte und die neue Pop-Bescheidenheit. Am Dienstag, 26. März spielt das Duo im Mannheimer Capitol.

 

Kann man Mrs. Greenbird eindeutig musikalisch einordnen?

Info

Zur Person: Die Sängerin und Songwriterin Sarah Nücken wurde am 20. Januar 1984 in Siegburg geboren. Der Gitarrist und Sänger Steffen Brückner erblickte am 25. März 1976 in Kamp-Lintfort das Licht des nordrhein-westfälischen Landkreises Wesel. Sie hatte eine Gesangsausbildung hinter sich, als sie den Lobpreisleiter der Kirche Köln West kennen- und liebenlernte. Außerdem machten sie zusammen Musik, etwa in der Indie-Band Plus 49 oder als Duo Goldkehlchen und der Mann mit Hut im Vorprogramm des singenden Hollywood-Stars Tim Robbins. Später nannten sie sich Mrs. Greenbird und gewannen im Team von Guano-Apes-Sängerin Sandra Nasic am 25. November das Finale der dritten "X-Factor"-Staffel .

Zur CD: Das Debütalbum "Mrs. Greenbird" erschien am 21. Dezember und erreichte Anfang Januar Platz 1 der Charts.

Zum Konzert: Mrs. Greenbird spielen Dienstag, 26. März, 20 Uhr, im Mannheimer Capitol. Karten gibt es unter Telefon 0621/3 36 73 33 oder www.capitol-mannheim.de (29,80 bis 34,20 Euro plus Gebühren). jpk

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Steffen Brückner: Ja, ganz eindeutig. Wir machen Singersongwritercountryfolkpop.

Das klingt nach dicker Baumwollpflücker-Latzhose.

Sarah Nücken: Na ja, wir singen und schreiben unsere Songs selbst, weswegen wir wohl behaupten können, dass wir Singer-Songwriter sind. Folk spielt in unseren Songs immer eine Rolle, auch in unseren Uptempo-Country-Nummern. Aber es klingt alles immer noch melodisch genug, um es auch als Pop bezeichnen zu können. Nur wer Jazz in unserer Musik findet, kann ihn gerne behalten.

Viele finden die bildhafte Fantasie Ihrer Texte schön.

Nücken: Ich habe eine ganz bildhafte, kindliche Fantasie. Deswegen heißt unsere aktuelle Single "Shooting Stars & Fairy Tales". Ich habe immer so ein kleines "Alice im Wunderland"-Kino im Kopf.

Formt Ihr kleines "Alice im Wunderland"-Kino im Kopf Ihre Stimme?

Nücken: Ich weiß, dass meine Stimmfarbe polarisiert. Die einen hassen sie, die anderen lieben sie. Aber ich gebe mir jetzt keine Mühe, besonders mädchenhaft zu klingen. Ich habe sogar schon mal versucht, an den Stimmbändern zu schrauben, mit ganz viel Whisky. Aber es hat nichts gebracht. Meine Stimme klingt halt so, wie sie klingt. Da kann man nichts machen.

Wo haben Sie sich kennengelernt?

Nücken: In Köln. Ich sah ihn, als er Musik machte. Zwei Wochen später stand er um drei Uhr nachts neben mir in einem Club. Da habe ich gesagt: "Ich kenne dich."

Brückner: Dann haben wir uns unterhalten. Erst so ein bisschen hölzern, es hat ein bisschen gedauert, bis wir warm geworden sind, und dann haben wir uns in den darauffolgenden Wochen immer um die gleiche Zeit herum freitagnachts in diesem Kölner Club getroffen. Irgendwann sind wir mal einen Kaffee trinken gegangen.

Hat Musik Ihre Beziehung bedingt?

Nücken: Ich glaube, aus uns wäre auch so etwas geworden - ohne die Musik.

Brückner: Musik hat unsere Beziehung nicht bedingt, aber sie ist schon immer ein großer Teil davon gewesen.

Sie unterhalten sich also schon am Frühstückstisch über Musik?

Nücken: Jede Beziehung braucht ein Projekt. Ich glaube, es gibt ganz viele Beziehungen, in denen man einfach zusammen ist, aber gar kein Hobby oder keinen Traum teilt. Dann kann man genauso gut am Frühstückstisch sitzen und sich anschweigen.

Brückner: Ich fand Beziehungen immer ganz furchtbar, die sich selbst genug sind. Wenn man nur noch nebeneinander hockt, womöglich die Glotze anmacht und nichts anderes tut, außer zusammen zu Hause zu sein, dann finde ich das viel zu langweilig. Gemeinsam in eine Richtung zu gehen, ist viel spannender, als sich gegenseitig immer nur anzugucken.

Stört es Sie, dass Sie gerne als zwei Paradiesvögel betrachtet werden?

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