Ludwigshafen.
Eine Sisyphos-Arbeit: Jan Schmidt legt Holzbalken auf den Boden, sägt daran und hinterlässt eine Spur aus Spänen. Das Ergebnis ist ein riesiges Muster auf dem Boden des Ludwigshafener Kunstvereins - das am Ende der Ausstellung einfach zusammengekehrt wird und verschwindet.
"Markierungen" heißt seine Ausstellung und der Zusatz "Nummer 1" verweist darauf, dass sein arbeitsamer Weg durch die Ausstellungshalle nur eine Etappe sein wird: Im Mai will Schmidt seine auf Vergänglichkeit angelegte Kunst im Museum Wiesbaden präsentieren.
Egal, ob er eine Mine oder einen Pinsel in einen Akkuschrauber spannt, um damit filigrane Zeichnungen zu schaffen, oder ob er mit seinen "Craquelé Bildern" auf das Eigenleben von Gemälden Alter Meister verweist - immer stellt Schmidt das Verstreichen von Zeit und die Veränderung des Materials in den Mittelpunkt. Den Kunstverein Ludwigshafen kennt er übrigens gut: 2005 hatte er hier schon ausgestellt, als Gewinner des Emy-Roeder-Förderpreises. Damals war es um Maikäfer gegangen und um ihr verblüffend individuelles Aussehen. aki