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Rock: Interview mit Bassist Roger Glover zum neuen Deep-Purple-Album „Now What?!“

„Früher war Musik wie Religion“

Archiv-Artikel vom Donnerstag, den 02.05.2013

Harmonierende Rocker (v.l.): Sänger Ian Gillan, Bassist Roger Glover und Gitarrist Steve Morse bei ihrem ersten Konzert mit Deep Purple in der SAP Arena am 17. Februar 2006. Am 2. November folgt ihr drittes Gastspiel im Mannheimer Bösfeld.

© Jim Rakete

Mit zarten 24 Jahren im Mai 1970: Roger Glover im Backstage-Bereich des Rosengartens.

© Rinderspacher

Deep Purple sind längst wieder eine harmonierende Band - spätestens seit Steve Morse 1994 den streitsüchtigen Star-Gitarristen Ritchie Blackmore ersetzt hat. 2002 stieß mit Don Airey ein weiterer integrativer Charakter zu den Pionieren des Hardrock - seitdem produziert das Quartett um das einzig verbliebene Gründungsmitglied, Schlagzeuger Ian Paice, erstaunlich frisch klingende Studioplatten und geht wieder erfolgreich auf große Tourneen. Nach einem abgesagten Termin 2012 bei "Musik im Park" in Schwetzingen kommen die Rock-Ikonen nun am 2. November zum dritten Mal in die Mannheimer SAP Arena. Wir sprachen mit Bassist Roger Glover, nicht nur über das gerade erschienene Album "Now What?!".

 

Mister Glover, die vom aktuellen Albumtitel nahegelegte Frage "Was jetzt?" verbietet sich. Was könnten Sie anderes antworten, als auf Tour gehen und den Fans die neun neuen Songs nahebringen.

Info

Zur Person: Der Bassist, Songwriter, und Produzent Roger David Glover wurde am 30. November 1945 im walisischen Brecon geboren. Als Teenager spielte an der Harrow County School im Norden Londons in einer Schülerband. Daraus ging 1964 die Combo Episode Six hervorging, zu der später Sänger Ian Gillan stieß.

Zur Band: Beide wurden 1969 von Gitarrist Ritchie Blackmore, Keyboarder Jon Lord und Drummer Ian Paice zu Deep Purple geholt. Diese sogenannte MK-II-Besetzung prägte bis zum zeitweiligen Ausstieg von Glover und Gillan die erfolgreichsten Jahre der Hardrock-Pioniere mit Albumklassikern wie "Deep Purple In Rock" (1979) und "Machine Head" (1972). Erst 1984 fand diese Formation wieder zusammen, unter anderem weil Ersatzprojekte wie Rainbow oder Whitesnake nachließen - oder weil die Plattenfirma Polygram mit Millionen winkte. Heraus kam das Album "Perfect Strangers" (1984) und eine von Selbstzerfleischung und Umbesetzungen geprägte Phase. Als Blackmore 1993 endgültig ausstieg und 1994 langfristig durch den Star-Gitarristen Steve Morse ersetzt wurde, kehrte Frieden ein. 2002 machte der an Rockmusik zunehmend uninteressierte Lord († 2012) Platz für Don Airey an den Tasten. Seitdem hat die Mk-VIII-Besetzung drei zunehmend erfolgreiche Studioalben produziert.

Zum Konzert: Deep Purple spielen mit Peter Frampton im Vorprogramm am Samstag, 2. November, 20 Uhr, in der SAP Arena Mannheim. Karten unter 0621/10 10 11 (61,90 bis 81,90 Euro plus Gebühren). jpk

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Roger Glover: Stimmt.

Überraschend klingt dafür die Single-Auskopplung "All The Time In The World" - ich kann mich nicht an einen so poppigen, fast schon souligen Deep-Purple-Song erinnern.

Glover: Tja, ist das nicht ein Ding? Aber wenn wir nur das machen würden, was man von uns erwartet, gäbe es keine Überraschungen.

Wie ist die Ballade entstanden?

Glover: Tatsächlich ist das der ungewöhnlichste Song auf dem Album. Wenn man den als einzigen gehört hat, erwartet einen eine gewaltige Überraschung. Die Plattenfirma hat das Lied als erste Single bestimmt. Wahrscheinlich schon, damit es im Radio läuft. Die Nummer ist ja auch ziemlich eingängig. Aber das Album klingt insgesamt total anders, wie sich auch alle Songs stark voneinander unterscheiden. Das ist schon eine sehr wertige Platte. Aber entstanden ist der Song wie alle anderen - aus einer Jam-Session. Wir sitzen zusammen, es ergibt sich eine Akkordfolge und - Boom! - da ist es.

Ihr Produzent war Bob Ezrin, der nicht ganz unwichtige Platten wie Pink Floyds "The Wall", Lou Reeds "Berlin" oder Peter Gabriels "Scratch My Back" gemacht hat. Liegt es an ihm, dass die Virtuosität der Deep-Purple-Instrumentalisten wieder stärker in den Vordergrund rückt? Oder wie würden Sie den Sound beschreiben?

Glover: Meine Güte, das ist, als ob man die Mona Lisa beschreiben soll. Sie lächelt halt. Es ist schwer, Musik zu beschreiben. Die Band Deep Purple hat einen Charakter. Der definiert sich durchs Spielen. Zum Beispiel wie Ian Paice Schlagzeug spielt. Das klingt wie kein anderer Drummer, den ich kenne. Und ganz sicher nicht wie ein Drum-Computer. Ich kann nur sagen, dass die Songs sehr schnell entstanden sind. Und natürlich hat Bob eine entscheidende Rolle gespielt. Er hat uns live in Toronto gesehen und wollte genau das auch im Studio von uns hören.

Was gut funktioniert hat, wie man auf "Now What?!" hört . . .

Glover: Tatsächlich hatten wir mal den Luxus einer längeren Vorbereitungszeit, bevor die Produktion losging. Von daher wussten wir genau, in welche Richtung es gehen soll. Tatsächlich haben wir auch alles live aufgenommen - bis auf den Gesang und einige Soli.

Es schien aber doch recht schnell gehen zu müssen. Schließlich wurde im Spätsommer 2012 Ihr Konzert im Schwetzinger Schlosspark wegen der anstehenden Albumproduktion abgesagt.

Glover: Oh, ich wusste gar nicht, dass da etwas abgesagt wurde. So was erzählen sie uns nicht (lacht). Tatsächlich waren wir im Sommer in Nashville. Eine großartige Stadt, um Musik aufzunehmen - wir waren zur rechten Zeit am rechten Ort.

In den Song-Credits tauchen alle fünf Bandmitglieder sowie Bob Ezrin auf - ist der Workflow wirklich so gleichberechtigt? Ian Gillan hat in unserem letzten Interview betont, dass es bei Deep Purple viel demokratischer zuginge als früher. . .

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