DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR

 

Donnerstag, 18.09.2014

Suchformular
 
 

Lieber Leser, bitte aktivieren sie Cookies, um in den vollen Genuss unseres Angebotes zu kommen.

  • via Facebook teilen
  • Drucken
  • Senden

Ballett: Kevin O’Day verbindet Shakespeares „Othello“ mit Minimal Music

Großer Text, ganz ohne Worte

Von Bernd Mand

Mit Bewegungen Geschichten erzählen - Szene aus den Proben zum Ballett "Othello".

© Michel

Mannheim. "Ich kann die Popularität dieser Musik, die auf Wiederholung basiert, nicht verstehen. In einer zivilisierten Gesellschaft muss man Dinge doch nicht dreimal sagen." Elliott Carter, der große alte Mann der amerikanischen Musik, schießt scharf gegen die Minimal Music. Nun muss man berücksichtigen, dass er nie ein Freund von Kompromissen war. Doch dass die minimalistische Musikordnung von David Lang, Philip Glass oder John Adams durch klare Strukturen und Wiederholungen ziemlich viel Freiraum für Erzählungen und Emotionen zu bieten hat, ist die glänzende Kehrseite der Medaille.

Genau diesen Erzählraum wollen sich Kevin O'Day, Ballettdirektor und Chefchoreograph am Nationaltheater Mannheim, und Joseph Trafton (1. koordinierender Kapellmeister) für das Handlungsballett "Othello" nach der Vorlage von Shakespeare zunutze machen.

Tödlicher Feldzug

Uraufführung: Samstag, 16. Februar, 20 Uhr, Opernhaus/Nationaltheater, Kartentel.: 0621/1 68 01 50.

Die Geschichte des Feldherrn Othello, dessen geheime Heirat mit Desdemona und seine Stellung in der Armee der Republik Venedig seine Neider zu einem verschwörerischen (und tödlichen) Feldzug gegen ihn bewegen, ist ein zutiefst menschliches und entlarvendes Drama, das keine wirklichen Helden hervorbringt und am Ende auch keinen Sieger kennt.

"Eher geht es um große Themen wie Neid und Eifersucht", sagt Kevin O'Day. "Und auch darum, was es heißt, etwas unbedingt besitzen zu wollen und was passiert, wenn man es schließlich erreicht hat." Wie in vielen Shakespeare-Dramen spiegelt sich das Thema der Protagonisten in den anderen Figuren wider und erlaubt verschiedene Blicke auf das Schicksal und in das Innenleben der Charaktere.

Für die Dramaturgie des Abends setzt O'Day auf die Drehbühne, die dem Zuschauer konkret immer neue Einblicke in die Geschichte erlaubt. Beide, O'Day und Trafton, sprechen von einer beinahe filmischen Arbeitsweise. Um Shakespeares aufwendige literarische Vorlage ohne Worte zu erzählen, werden dabei klare Striche gesetzt und die Geschichte erst einmal auf erzählerisch wichtige Punkte reduziert. Der klassische Minimal-Music-Soundtrack transportiert dabei Stimmungen und schafft Raum für innere Entwicklungen der einzelnen Charaktere. Ein dichtes Zusammenspiel von Musik und Tanz, das hier künstlerische Erzählarten zusammenführt, die aus unterschiedlichen Genres stammen, aber mit viel Kraft ihre Geschichten auf die Bühne bringen.

© Mannheimer Morgen, Donnerstag, 14.02.2013
  • via Facebook teilen
  • Drucken
  • Senden
 

Veranstaltungen

Veranstaltungen SUCHEN

Partys, Ausstellungen, Weinfeste und Sport-Events. Unsere Veranstaltungsdatenbank weiß, was im Rhein-Neckar-Dreieck passiert.

 

Veranstaltungen MELDEN

Sie möchten uns Ihre Veranstaltung melden, schicken Sie uns eine E-Mail:

Fotostrecke

Lauschige Grillplätze in der Region

Der Sommer kommt mit großen Schritten: Zeit, die ersten Grillparties zu starten. Doch wohin, wenn kein eigener Garten vorhanden ist? Hier finden Sie eine Auswahl der Grillplätze in der Region! [mehr]


 
TICKER

Wissenstests

Gesucht: Kenner der Region!

Ob Nachrichten aus Rhein-Neckar oder die regionale Weinszene - wie gut wissen sie Bescheid? Wöchentlich erwarten sie neue herausfordernde Wissenstests. Zeigen Sie, dass Sie ein Kenner der Region sind!

Movie-Finder

Wann läuft welcher Film in welchem Kino? In welchem Kino laufen welche Filme? Hier finden Sie die Antwort in unserem Movie-Finder.

 

"Mea Culpa"

Schuld und Sühne

Der französische Action-Regisseur Fred Cavayé bleibt sich und seinem Stil auch bei seiner dritten langen Regiearbeit "Mea Culpa" treu. Auf Adrenalin und gnadenlose Härte stehen wie schon bei "Ohne Schuld" und "Point Blank" die Zeichen, Vincent Lindon und Gilles Lellouche übernehmen erneut die… [mehr]

Dänemark

Weite, Wind und Wellen

Von der Nordsee zum Fjord, weiter in eine quirlige Stadt und zum Abschluss eine Insel der dänischen Südsee. Unkompliziert lassen sich unterschiedliche, aber durchweg reizvolle Urlaubsziele des Landes in einer Rundreise kombinieren – „hyggelig“ ist es überall. [mehr]

 

DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR