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Ballett: Kevin O’Day verbindet Shakespeares „Othello“ mit Minimal Music

Großer Text, ganz ohne Worte

Von Bernd Mand

Mit Bewegungen Geschichten erzählen - Szene aus den Proben zum Ballett "Othello".

© Michel

Mannheim. "Ich kann die Popularität dieser Musik, die auf Wiederholung basiert, nicht verstehen. In einer zivilisierten Gesellschaft muss man Dinge doch nicht dreimal sagen." Elliott Carter, der große alte Mann der amerikanischen Musik, schießt scharf gegen die Minimal Music. Nun muss man berücksichtigen, dass er nie ein Freund von Kompromissen war. Doch dass die minimalistische Musikordnung von David Lang, Philip Glass oder John Adams durch klare Strukturen und Wiederholungen ziemlich viel Freiraum für Erzählungen und Emotionen zu bieten hat, ist die glänzende Kehrseite der Medaille.

Genau diesen Erzählraum wollen sich Kevin O'Day, Ballettdirektor und Chefchoreograph am Nationaltheater Mannheim, und Joseph Trafton (1. koordinierender Kapellmeister) für das Handlungsballett "Othello" nach der Vorlage von Shakespeare zunutze machen.

Tödlicher Feldzug

Uraufführung: Samstag, 16. Februar, 20 Uhr, Opernhaus/Nationaltheater, Kartentel.: 0621/1 68 01 50.

Die Geschichte des Feldherrn Othello, dessen geheime Heirat mit Desdemona und seine Stellung in der Armee der Republik Venedig seine Neider zu einem verschwörerischen (und tödlichen) Feldzug gegen ihn bewegen, ist ein zutiefst menschliches und entlarvendes Drama, das keine wirklichen Helden hervorbringt und am Ende auch keinen Sieger kennt.

"Eher geht es um große Themen wie Neid und Eifersucht", sagt Kevin O'Day. "Und auch darum, was es heißt, etwas unbedingt besitzen zu wollen und was passiert, wenn man es schließlich erreicht hat." Wie in vielen Shakespeare-Dramen spiegelt sich das Thema der Protagonisten in den anderen Figuren wider und erlaubt verschiedene Blicke auf das Schicksal und in das Innenleben der Charaktere.

Für die Dramaturgie des Abends setzt O'Day auf die Drehbühne, die dem Zuschauer konkret immer neue Einblicke in die Geschichte erlaubt. Beide, O'Day und Trafton, sprechen von einer beinahe filmischen Arbeitsweise. Um Shakespeares aufwendige literarische Vorlage ohne Worte zu erzählen, werden dabei klare Striche gesetzt und die Geschichte erst einmal auf erzählerisch wichtige Punkte reduziert. Der klassische Minimal-Music-Soundtrack transportiert dabei Stimmungen und schafft Raum für innere Entwicklungen der einzelnen Charaktere. Ein dichtes Zusammenspiel von Musik und Tanz, das hier künstlerische Erzählarten zusammenführt, die aus unterschiedlichen Genres stammen, aber mit viel Kraft ihre Geschichten auf die Bühne bringen.

© Mannheimer Morgen, Donnerstag, 14.02.2013
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