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Tipp der Woche: Dimitris Sgouros im Rosengarten

„Ich habe noch viel zu geben“

Archiv-Artikel vom Donnerstag, den 11.10.2012

DAS INTERVIEW: Pianist Dimitris Sgouros über seine Wunderkindzeit, sein Konzert in Mannheim 

Als Jahrhundert-Genie am Klavier versetzte Dimitris Sgouros die Musikwelt vor rund 30 Jahren in Staunen. Jetzt muss er sich wie andere Pianisten-Kollegen auf dem Markt behaupten. Am Sonntag, 14. Oktober, 19 Uhr, gastiert der Grieche im ersten Abo-Konzert der Mannheimer Philharmoniker. Wir blicken mit ihm auf seine Wunderkind-Jahre zurück.

Einstiges Wunderkind: Dmitri Sgouros.

© Promotion

Mannheim. Herr Sgouros, wie sehen Sie das Ziel der Mannheimer Philharmoniker, Musiker auf den Beruf vorzubereiten?

Dimitris Sgouros: Die Gründung eines Orchesters mit jungen talentierten Musikern ist in jeder Hinsicht eine zukunftsweisende Idee. Darum beglückwünsche ich sie ebenso wie ihren künstlerischen Leiter Boian Videnoff, dessen Einsatz das Orchester auf ein sehr gutes und professionelles Niveau gehoben hat. Darum habe ich auch zugesagt, mit ihnen aufzutreten.

Sie haben unter anderem an der Athener Universität gelehrt. Was brauchen junge Musiker zu Beginn ihrer Karriere am meisten?

Dimitris Sgouros

Vita: Dimitris Sgouros ist 1969 in Athen geboren. Als Sechsjähriger zeigt er seine erstaunliche musikalische Begabung. Internationale Auftritte als Wunderkind beginnen 1981. 1982 trifft er in New York auf Mstislaw Rostropowitsch. Danach bereist er die ganze Welt.

Konzert: 14. Oktober, 19 Uhr, Rosengarten. Mozart ("Zauberflöten"-Ouvertüre), Beethoven (Sinfonie Nr. 5) und Tschaikowski (Klavierkonzert Nr. 1). Info: 0621/43 73 50 22.

Sgouros: Ich war nur zeitweise Lehrer; ich habe in Meisterklassen weltweit unterrichtet. Eine Empfehlung würde ich den Studenten immer geben: aufrichtig und leidenschaftlich zu lieben, was sie tun.

Wie haben Sie Ihre Wunderkind-Karriere vorbereitet?

Sgouros: Bei mir kam alles instinktiv. Ich liebte - und liebe natürlich immer noch - meine Arbeit. Sie ist das Einzige in meinem Leben, was ich mir wirklich wünsche.

Wie zeigt sich Ihr außergewöhnliches Talent?

Sgouros: Ich habe ein fotografisches Gedächtnis, das mir während meiner Karriere sehr geholfen hat.

Wann haben Sie zum ersten Mal mit Orchester gespielt?

Sgouros: Im Sommer 1981 habe ich mit dem Cannes Chamber Orchestra unter der Leitung des damals jungen Dirigenten Philippe Bender gastiert. Das Konzert kam in Verbindung mit einem ersten Preis zustande, den ich 1980 bei einem internationalen Wettbewerb in Italien gewonnen hatte. Er war für Solisten bis 20 Jahre ausgeschrieben worden. Übrigens: Ich war damals erst elf Jahre alt.

Mit elf gaben Sie auch ein Konzert in Schwetzingen. Erinnern Sie sich noch daran?

Sgouros: Es war ein sehr bewegendes Erlebnis, denn ich hatte die große Ehre, im selben Theater aufzutreten, in dem auch Mozart gespielt hat. Seitdem liebe ich Deutschland, und das deutsche Publikum erwidert diese Liebe. Ich habe natürlich oft in Deutschlands größten Konzerthäusern gespielt - mit den Berliner Philharmonikern, dem Bayerischen Rundfunkorchester und dem Gewandhausorchester. Außerdem habe ich in vielen Fernsehshows mitgewirkt. 1984 wurde ich zur Einweihung des ZDF-Sendezentrums in Mainz eingeladen.

Sie sind als Kind und Jugendlicher lange Jahre von Kontinent zu Kontinent gereist. Mit welchen Empfindungen denken Sie daran zurück?

Sgouros: Die Antwort ist einfach: Ich bin immer ich selbst gewesen, und ich habe immer nur getan, was ich wollte. Auch in jüngeren Jahren.

Ist jetzt Ruhe in Ihr Leben eingekehrt oder diktieren Termine immer noch den Alltag?

Sgouros: Das Leben eines internationalen Künstlers ist aus vielen Gründen arbeitsreich. Aber während meiner Karriere konnte und kann ich meine Termine gut organisieren und sehr sorgfältig auswählen. Ich komme damit zurecht.

In Mannheim interpretieren Sie Tschaikowskys Klavierkonzert Nr. 1. Sie haben es sicher schon unzählige Male gespielt. Was reizt Sie?

Sgouros: Das großartige Klavierkonzert war wie ein Gottesdienst in meiner Karriere; es ist immer eine Freude, diese Komposition zu spielen.

Sie sind Fan schneller Autos?

Sgouros: Ja, ich habe immer noch Freude an ihnen. Es stehen mir einige zur Verfügung. Aber mit den Jahren habe ich mein Tempo gemäßigt.

Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus? Sie wollten einmal Operndirigent werden . . .

Sgouros: . . .ich habe das Bedürfnis, der Welt als Konzertpianist noch eine Menge zu geben. Opern zu dirigieren, bleibt ein Traum, der vielleicht in späteren Jahren wahr wird.

Sie leben in Piräus. Wie bekommen Sie die Finanzkrise als Künstler zu spüren?

Sgouros: Ja, ich bin in Athen geboren und in Piräus aufgewachsen. Während der letzten 22 Jahre lebe ich in einem schönen Vorort am Meer. Die Finanzkrise in Griechenland hat in der Tat große Ausmaße. Es ist traurig, jeden Tag zu sehen, dass Geschäfte schließen und die Angestellten ihre Jobs verlieren. Das würde sich meiner Meinung nach ändern, wenn Deutschland helfen könnte, die Namen einiger Politiker zu veröffentlichen, die dafür eine immense Verantwortung tragen. Das griechische Volk, die einfachen Bürger, haben die Krise nicht verschuldet. ML

© Mannheimer Morgen, Donnerstag, 11.10.2012
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