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„Ohne Bedeutungshierarchie“

Archiv-Artikel vom Mittwoch, den 13.05.2015

Das Interview: Mannheims Hausautor Thomas Klöck über sein Stück „Jenseits von Fukuyama“

Sandra Dörr

Sven Prietz, Michaela Klamminger und Anne-Marie Lux.

© NTM

MANNHEIM. Er ist neuer Hausautor des Nationaltheaters und wartet direkt mit einem preisgekrönten Stück auf: Mit "Jenseits von Fukuyama" gewann Thomas Köck den Osnabrücker Dramatikerpreis. Am 20. Mai hat es im Studio Werkhaus Premiere.

Herr Köck, sind Sie bei Facebook und Co. zu finden?

Thomas Köck: Ja, ich nutze Facebook, vorwiegend um Kontakt mit Leuten zu halten, die ich sonst selten zu Gesicht bekomme. Ich komme ja aus Österreich, habe auch mal in England gewohnt und lebe nun in Berlin - da macht Facebook schon vieles einfacher.

Vorstellungen

20. Mai (Premiere), 23. Mai, 3. und 23. Juni im Studio Werkhaus (Info: 0621/1680 150).

In Ihrem Stück "Jenseits von Fukuyama" geht es doch um die totale Ausspähung und Vermarktung unserer Leben unter anderem über die sozialen Netzwerke. Haben Sie keine Angst um Ihre persönlichen Daten?

Köck: Ich kontrolliere schon genau, was ich von mir preisgebe, aber Angst habe ich nicht. Allerdings sehe ich das Problem deutlich: Wenn man mit einem Smartphone unterwegs ist oder etwas mit Kreditkarte kauft, wird das alles gespeichert - wo man ist, was man konsumiert. Das ist auch die Idee, die mein Stück umtreibt: Irgendwo gibt es eine Datenkrake, eine mächtige Institution, die alles von uns weiß und viele Banalitäten zu einem großen Ganzen zusammensetzt und damit das Verhalten der Gesellschaft vorhersagen und somit auch kontrollieren kann.

Es ist also ein sehr aktuelles Thema, das Sie auf den Tisch bringen. Wie verpacken Sie es?

Köck: Eigentlich ist es die Geschichte eines Karriere- oder Aufstiegs-Krimis, der in einem der postdemokratischen Thinktanks spielt, die heute bei allen politischen Entscheidungen zwischengeschaltet werden, um den Wähler nicht zu erschrecken. Einer der Mitarbeiter will hoch hinaus, die anderen aber auch, und so ist eigentlich für niemanden wirklich Platz auf der Karriereleiter. Es entsteht ein Gerangel, ein Geprügel, jeder versucht, sich durchzuschlagen . . .

Wen wollen Sie mit Ihrem Stück ansprechen?

Köck: Schließt das eine Publikum das andere aus? Im Grunde ist es immer das Ziel, eine breite Öffentlichkeit mit einem Stück und damit auch mit dessen Aussage zu erreichen. "Jenseits von Fukuyama" beinhaltet ja nicht nur den besagten Krimi, sondern wandert mit dem Chor auch durch 500 Jahre Menschheitsgeschichte. Im Grunde kann sich jeder angesprochen fühlen.

Versteht man die Handlung ohne Vorwissen über den Politikwissenschaftler Fukuyama, Facebook und Co.?

Köck: Bisher habe ich noch nie Unverständnis als Rückmeldung bekommen (lacht). Ich glaube nicht, dass man Vorwissen haben muss, aber es schafft einen gewissen Mehrwert, wenn man verschiedene Referenzen kennt. Es bietet aber auch so verschiedene Ebenen, in denen man sich bewegen kann. Wenn jemand einen komischen Angestellten-Krimi sieht: okay. Jemand hört eine Auseinandersetzung mit der griechischen Antike heraus: auch gut. Für mich gibt es in dem Stück keine Hierarchie der Bedeutungen.

© Mannheimer Morgen, Mittwoch, 13.05.2015
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