Klaus Barth und die Fahne der Holzarbeiter von 1901 sowie ein Gemälde von Annemarie Stern zum Streik "beim Benz" 1963.
© Technoseum
Mannheim.
Dieses Jubiläum nimmt das Technoseum in Mannheim zum Anlass, in einer großen Landesausstellung "Durch Nacht zum Licht?" den Alltag und die Kultur der Arbeiter in den vergangenen 150 Jahren zu zeigen. Auf 900 Quadratmetern sind über 500 Exponate von mehr als 70 Leihgebern zu sehen. Die Ausstellung wird am Freitagabend mit Baden-Württembergs Wirtschafts- und Finanzminister Nils Schmid (SPD) eröffnet
Fahne aus Holzsplittern
Zahlreiche Zeugnisse aus der bewegten Geschichte der Arbeiterbewegung sollen die vergangenen 150 Jahre und mehr dokumentieren. Mannheim und der Südwesten Deutschlands haben dabei in dieser Historie der Werktätigen immer schon eine wichtige Rolle gespielt - so beispielsweise das Mannheimer Abkommen zwischen SPD und Gewerkschaften aus dem Jahre 1906.
Die Landesausstellung zur Geschichte der Arbeiterbewegung "Durch die Nacht zum Licht?" im Technoseum in Mannheim am Friedensplatz ist ab Samstag, 2. Februar, täglich von 9 bis 17 Uhr für das Publikum geöffnet und dauert bis zum Sonntag, 25. August. Eintritt 6 Euro, ermäßigt 4 Euro, Familenkarte 12 Euro.
Infos und Programm im Internet www.technoseum.de
Ein Relikt aus vergangener Zeit ist beispielsweise die Fahne des Deutschen Holzarbeiterverbandes aus dem Jahr 1901. Das Besondere: Sie wurde von Stuttgarter Holzarbeitern gänzlich aus Holzspänen geflochten, die von unterschiedlichen Baum-Arten stammen und daher für ein variantenreiches Muster sorgen. Die Verbandsfahne ist eine Leihgabe des Landesmuseums Württemberg in Stuttgart und wird im Ausstellungsabschnitt über das Kaiserreich zu sehen sein.
"Nach der Aufhebung des Verbots sozialistischer und sozialdemokratischer Organisationen 1890 gewinnen die freien Gewerkschaften an Stärke: Sie etablieren sich im gesamten Deutschen Reich und professionalisieren sich", so Dr. Horst Steffens, Projektleiter der Sonderausstellung.
Aber auch eine Original-Handschrift von Karl Marx oder ein selbstgefertigter Türknauf des gelernten Drechslers August Bebel sowie ein Kleiderbügel aus Lenins Schweizer Exil oder eine Streik-Tonne der IG Metall werden zu sehen sein - bis hin zu Arbeitsplatz eines Call-Center-Mitarbeiters.
Zur Landesausstellung bietet das Technoseum ein umfangreiches Rahmenprogramm. Das Angebot reicht von einem Stadtspaziergang zur Mannheimer Arbeiterbewegung bis zu einem Vortrag des SPD-Parteivorsitzenden Sigmar Gabriel am 2. Juli zum Verhältnis der Gewerkschaften zur Sozialdemokratie.