Heddesheim:
Nicht alle Händler bei den aktuellen Minustemperaturen auf dem Markt / Zufriedene Kunden loben Qualität und freundliches Verkaufspersonal
„Frischer Freitag“ leidet unter der Kälte
Von unserem Mitarbeiter Dieter Kolb
Nicht nur frisch war's am Freitag, sondern eiskalt. Auf dem Wochenmarkt in Heddesheim waren dementsprechend nicht nur weniger Händler, sondern auch weniger Kunden anzutreffen.
© diko
Der Dorfplatz wird vom Sonnenlicht geflutet. Doch am Freitag sind nur wenige Menschen um die Mittagszeit auf dem Wochenmarkt unterwegs. Kein Wunder, bei minus sechs Grad und eisigem Wind macht es keine Freude, sich im Freien aufzuhalten.
Wolfgang Schubkegel allerdings ist schon seit 6 Uhr in der Früh auf dem Dorfplatz aktiv. Er ist einer der Händler, die jeden Freitag ihre Waren an die Frau oder den Mann bringen wollen. "Als ich heute Morgen hierher kam, waren es zwölf Grad minus. Knapp zwei Stunden waren wir zu dritt beschäftigt, um unseren Obst- und Gemüsestand aufzubauen." Zwei Gasheizkörper sorgen hier für "warme" elf Grad. Der Stand ist mit Planen umspannt, so bleibt auch der Wind draußen. "Ohne die Heizkörper würden auch unsere Erzeugnisse nicht überleben. Selbst der Lkw ist so gut isoliert, dass die Waren keinen Schaden erleiden", erklärt der Händler. Er ist einer der Standbetreiber, die von Beginn an dabei sind. "Natürlich läuft es bei schlechtem oder, wie heute, eiskaltem Wetter nicht so gut wie an warmen Tagen. Mit dem Geschäft sind wir aber insgesamt schon zufrieden. Wir konnten einen sehr guten Kundenstamm aufbauen", so Schubkegel.
Heide Raiser holt Obst und Gemüse für das Wochenende. "Ich kaufe auf dem Wochenmarkt regelmäßig ein. Die Qualität ist überzeugend." Doris Stahl steht mit ihrem Ehemann am Käsewagen. Gerade hat sie Eier und Käse eingekauft. "Hier gibt es eine riesige Auswahl und man wird bestens und freundlich beraten." Bernd Deuerling sagt: "Der Markt ist eine echte Bereicherung für die Gemeinde", während seine Gattin gerade Tipps für die Lagerung der verschiedenen Käsesorten erhält. Die Verkäuferin vom Molkerei- und Käsewagen der Firma Brunn ist froh, dass sie einen Wärmeofen für die Hände nutzen kann.
Die Mannheimer Blumenhändlerin wird vermisst. Sie hat ihren Tisch heute natürlich nicht aufgebaut. Das Wasser würde ein- und die Blumen erfrieren. Auch der Verkäufer der diversen Pflegemittel hat witterungsbedingt kapituliert.
Im Backmobil steht Petra Hindelang. "Einige Brotsorten sind bereits ausverkauft. Denn unsere Sauerteigbrote lassen sich gut lagern. Das Geschäft läuft gut", versichert sie lächelnd. Warum dagegen der Spezialist für südländische Produkte an diesem Tag nicht kam, weiß niemand. "Vielleicht ist es dem Griechen einfach zu kalt", vermutet eine Passantin.
Inge Günter steht in der Warteschlange beim Putenspezialisten vom Weilerhof. Mit Spitzenqualität und der reichhaltigen Auswahl begründet sie ihr Kommen. "Wir haben kleine Heizöfen für unsere klammen Finger. Unser Geschäft läuft aber auch heute gut", bestätigen Carolin Johnson und Anja Ronellenfitsch beim Bedienen der Kunden.
"Bei der Kälte fehlen heute natürlich Wochenmarkthändler. Sind die Temperaturen wieder über Null Grad, ergibt sich ein volleres Bild", erklärt Marktchef Franz Winkler. Der Heddesheimer Verwaltungsmann sucht dringend einen guten Fischhändler. "Fisch gehört ganz klar zu den wichtigen Grundnahrungsmitteln und fehlt auf der ansonsten gut sortierten Angebotspalette."
Auffallend an diesem eisigen Freitag: Zum gemütlichen Plausch, wie sonst üblich, hält sich niemand auf. Nur einkaufen und sofort wieder nach Hause, lautet das Motto.
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